EduCamp & Wissenschaftszirkus

Nun ist er also vorbei, der erste EduCamp Tag in Hamburg und es geht nun daran, diesen Tag zu verarbeiten. Und ich muss sagen, das fällt mir gar nicht so leicht. Zuerst einmal einen grossen Dank ans Orga-Team: Tolle Arbeit (und für das Glatteis und die dadurch entstandenen blauen Flecke könnt ihr ja nichts ;-) )

Nun aber zum Inhalt. Ich war heute doppelt in Aktion: zum einen auf dem Bildungssofa, zum anderen habe ich mit Tamara, Silvia, Tobias und Alex eine Session zum Thema Bildungsforschung 2.0 angeboten.

Auf dem Bildungssofa unter dem Motto “Medien – Wissenschaft – Generationen” (Ausschreibung hier) hatte ich die Ehre, mit Joachim Wedekind zu sitzen. Es war mein erstes Bildungssofa, so dass ich gespannt war, wohin die Diskussion so laufen würde. Klar war uns beiden nämlich, dass wir den Generationentopf gar nicht erst aufmachen wollen. Leider war der Einstieg nicht so diskursiv, wie ich es mir gewünscht hatte, es hatte eher Podiumsdiskussionscharakter und war in den Antworten von uns auch sehr allgemein bzw. anekdotisch – eine Teilnehmerin nannte es NDR-Talkshow 2.0. Erst gegen Ende kamen dann die Diskussionen auf, interessanterweise rund um den Begriff der Generation – nicht im klassischen Sinne festgemacht am Alter oder einer anderen Variable wie Technikaffinität. Ich denke, es gibt Gegensätze, die gerade am Gegensatzpaar Klassische Konferenz vs. EduCamp sichtbar werden. Das Problem ist meiner Meinung nach, dass man auf offenen, partizipativen und interdisziplinären Treffen ein Kommunikationsproblem hat: man braucht (scheinbar) die gleichen Begriffe, meint aber (aus seinem Erfahrungs- und Wissenschaftshintergrund) etwas anderes. Somit laufen viele Diskussionen zwar zum gleichen Thema, aber dennoch aneinander vorbei. Und gerade die Medien, die wie Joachim zu Recht meinte, ja durchaus das Potenzial haben, dieses Manko zu lösen (indem man z.B. auf die Begriffsbedeutung verlinkt) machen uns einen Strich durch die Rechnung, da sie vermeintliche Gleichheit vorgaukeln und Unterschiede (vielleicht auch bedingt durch die Schnelligkeit und die damit evtl. Verbundene “Flapsigkeit”) nivellieren. Und ich muss sagen: diesen Gedanken wurde ich auch während des gesamten EduCamps nicht los: sprechen wir eigentlich von dem Gleichen, wenn wir miteinander reden? Muss eigentlich alles neu, trendy und hype sein? Sind wir alle jetzt cool, nur weil wir auf ein EduCamp gehen? Ich dachte, der Inhalt, nämlich die Bildung steht im Vordergrund. Und: wo bleibt die kritische Reflexion von Thesen und Aussagen – ein Punkt, der mich sehr irritierte, wie auch die Art und Weise, wie im Vorfeld Diskussionen geführt werden: mit Experten-Bashing und Hypes und Personenkult kommen wir nicht weiter, es braucht beides: Innovation und Reflexion – in gesundem Masse. Und die Reflexion kam m.E. nach an einigen Stellen heute zu kurz.

Mein zweites Einsatzgebiet war die Session Bildungsforschung 2.0 – Anspruch und Wirklichkeit , die ich zusammen mit Tamara, Silvia, Tobias und Alex vorbereitet habe. Hier ging es uns darum,

… am Entwurf einer , innovativen (Bildungs-)Forschung arbeiten, die beiden Ansprüchen − dem einer methodisch etablierten Forschung und dem der Integration innovativer Medien und Methoden in die Bildungspraxis − gerecht werden kann. Dies erfordert aber auch, die gängige Praxis der klassischen Bildungsforschung aufzubrechen und (vorhandene) Alternativen zu diskutieren bzw. als Zukunftsszenarien zu entwickeln.

Ziel war es, eine Art Forschungslandkarte zu generieren, auf der beide Lager zusammenkommen. Dieses Ziel haben wir eigentlich verfehlt, aber es gab einige spannende Diskussionspunkte, die ich gerne aufgreifen und zur weiteren Diskussion zur Verfügung stellen möchte. Ein wichtiger Punkt, weswegen es vielleicht gar nicht möglich ist, eine solche Landkarte zu erstellen, ist die Forschungsfrage. Je nach Frage habe ich andere Designs und demnach andere Methoden. Somit würde es also auch darum gehen, innovative Fragen zu stellen, die dann mit traditionellen und/oder innovativen Designs und Methoden beantwortet werden können. Und hier ist die Frage, wie man zu innovativen Fragen kommt (denn ich habe schon hier davon berichtet, wie schnell man in einer vergleichenden Fragestellung ist). Wie offen ist man bei Forschungsfragen, oder gibt es irgendwo eine innere Zensur? Und: wo lernt man eigentlich gutes Fragen und die Ableitung von Untersuchungsdesigns? Methodenbücher sind meist nicht die beste Alternative zum Erwerb von “Fragekompetenz und Designauswahl”. Und Studiengänge bieten in den Methodenveranstaltung ein ähnlich reduziertes Repertoire. Wo lernt man die Breite der möglichen Fragestellungen, Designs und Methoden in der Bildungswissenschaft?

Ein weiterer Punkt betrifft das “2.0″, das wir gewählt hatten – denn es wurde schnell klar, dass dies anderes aufgefasst wurde, als wir dachten: Während wir das “2.0″ als Versionsbeschreibung eines ‘anderen’ Bildungswissenschaftsverständnis als Arbeitsbegriff brauchen wollten, fingen die Teilnehmer an, Elemente des 2.0 aus dem Web auch auf die Wissenschaft zu übertragen: Kollaboration, Partizipation, gemeinsam an etwas arbeiten. Hier begaben wir uns in ein spannendes Feld (auch wenn das von uns nicht unbedingt geplant war): Warum arbeiten Wissenschaftler denn nicht auch schon bei der Ideengenerierung und Datenerhebung zusammen? Dieses Zusammenarbeiten müsste dann nicht zwangsläufig ganz öffentlich sein, man kann ja durchaus ein Kontinuum an Öffentlichkeit anstreben (nur Freunde, nur die Peers, nur … ). Warum nicht viel mehr Personen beteiligen, z.B. in der Schulbegleitforschung auch Lehrpersonen und Schüler als Forschende zu integrieren? Dennoch werden solche Möglichkeiten bisher wenig genutzt. Schnell kamen wir auch zur Frage, was denn eigentlich “gute” Forschung auszeichnet bzw. wann man wirklich ein Forscher ist. Wann hat man eigentlich “genügend” Kompetenz.

Spannenderweise haben wir uns wenig den Fragen genähert bzw. an manchen Stellen nur an der Oberfläche berührt (z.B. die Frage nach der Norm und damit im Zusammenhang deskriptiver und präskriptiver Forschung), die z.B. hier diskutiert wurden und die wir eigentlich für uns ins Zentrum gerückt hätten. Diese Fragen sind durchaus weiterhin offen, jedoch hat aus meiner Sicht die Diskussion in der Heterogenität durchaus auch andere Sichtweisen und Blickwinkel eröffnet.

Was ist zusammenfassend mein Fazit vom EduCamp: Es war toll, alle Leute (wieder) offline zu treffen, die man sonst eher online sieht, und es hat Spass gemacht, miteinander gemeinsam an Fragestellungen zu arbeiten. Für die nächsten EduCamps wünsche ich mir, dass man sich nicht mehr in Lagern bewegt (siehe meine Einschätzung zur Diskussionskultur oben), sondern gemeinsam die Bildung unter dem Blickwinkel der Innovation und Reflexion in den Vordergrund stellt, denn das ist das Thema, was uns alle verbindet.

PS: Mein Motto für das EduCamp: Offline ist das neue Online :-) : zum ersten Mal ohne Laptop da, und ich habe doch tatsächlich auf dem EduCamp Visitenkarten getauscht. Der Poken hat sich nicht wirklich durchgesetzt.

Bookmark and Share

Einsatz und Evaluation von Podcasts und Vorlesungsaufzeichnungen an Hochschulen

Vorlesungsaufzeichnungen und Podcasts erfreuen sich zunehmender Beliebtheit in der Hochschule. Vorlesungsaufzeichnungen und Podcast hier zusammenzufassen ist sicherlich nicht korrekt, stellen Vorlesungsaufzeichnungen doch (lediglich) ein Mitschnitt dar, dessen Mehrwert vor allem organisatorisch zu sehen ist. Podcast hingegen bedeuten einen oft nicht unerheblichen Mehraufwand für die Lehrenden in der Produktion, aber auch in der Entwicklung geeigneter didaktischer Einsatzszenarien. Ein schönes Beispiel dafür ist die Podcast-Vorlesung von Gabi Reinmann. Vorlesungsaufzeichnungen damit aus der mediendidaktischen Diskussion auszuschliessen, halte ich jedoch für wenig sinnvoll. Angesichts der Beliebtheit dieses Angebots gilt es vielmehr, sich didaktisch sinnvolle Einsatzszenarien zu überlegen und Dozierende zu beraten und zu unterstützen.

Grundlage für eine gute Beratung und Entwicklung von Einsatzszenarien sind Erfahrungen, oder noch besser Evaluationsergebnisse. Diese liegen für Podasts und Vorlesungsaufzeichnungen zahlreich vor. Dies war auch Auslöser der Idee, über eine Metaanalyse die Ergebnisse zu verdichten. Gemeinsam mit Roland Streule haben wir dazu ein Paper bei der DeLFI 2009 eingereicht und präsentiert. (Noch) nicht publiziert ist eine Liste der von uns betrachteten Evaluationen, die aber vielleicht auch für andere interessant sein könnte. Diese Auswahl ist sicherlich nicht vollständig, deckt aber einen Grossteil der publizierten! quantitativen Studien zum Einsatz von Podcasts/Vorlesungsaufzeichnungen an Hochschulen ab, die didaktisch relevante Fragestellungen behandeln. Unberücksichtigt blieben theoretische Beiträge sowie Untersuchungen, die sich auf technische Aspekte fokussierten oder rein qualitativ ausgerichtet waren. Auch wenn darauf geschaut wurde Studien auszuwählen, die ein Mindestmass an Dokumentation des Vorgehens und Anwendung wissenschaftlicher Methoden aufweisen, ist die Qualität doch sehr unterschiedlich. Dies rührt auch teilweise daher, dass solche Studien auch von Supporteinrichtungen durchgeführt worden sind, bei denen der wissenschaftliche Anspruch nicht leitend war. Aktuell zu ergänzen sind vielleicht noch diese beiden Studien, auf die ich gerade aufmerksam gemacht wurde (Fietze sowie Fietze und Matiaske). Ansonsten würde wir uns über Ergänzungen als Kommentar sehr freuen.

Evaluationsstudien zum Einsatz von Podcasts und Vorlesungsaufzeichnungen an Hochschulen

C. Acharya:  NUSCast Survey: Instructor PerspectiveCDTL, Monograph Series, Issue No. 4.
Centre for Development of Teaching and Learning National University of Singapore. Online:
http://www.google.ch/url?q=https://team.nus.edu.sg/cdtl/staff/Research/CDTLMS
No_4.pdf
(15.06.2009)

J. Brotherton und G.D. Abowd: Lessons learned from eClass: Assessing automated capture and
access in the classroom. ACM Transactions on Computer-Human Interaction (TOCHI). (11) 2,
121 – 155.

F. Breuer & M.H. Breitner: „Aufzeichnung und Podcasting  akademischer Veranstaltungen in
der  Region D-A-CH“: Ausgewählte Ergebnisse und Benchmark einer Expertenbefragung. IWI
Discussion Paper Series 26, Institut für Wirtschaftsinformatik, Universität Hannover.

S. Brittain, P. Glowacki, J. Van Ittersum and L. Johnson: Podcasting lectures: Formative
evaluation strategies helped identify a solution to a learning dilemma. Educause Quarterly 2006;
29: 24-31. Online: http://www.educause.edu/EDUCAUSE+Quarterly/EDUCAUSE
QuarterlyMagazineVolum/PodcastingLectures/157413
(10.06.2009)

D. Boehringer, A. Mangler und B. Burr: Vorlesungsaufzeichnungen an der Universität
Stuttgart, In Holger Horz, Wolfgang Hürst, Thomas Ottmann, Christoph Rensing und Stephan
Trahasch (Hrsg.), eLectures – Einsatzmöglichkeiten, Herausforderungen und
Forschungsperspektiven (S. 13-18). Workshop im Rahmen der GMW und DeLFI Jahrestagung,
13. September 2005 in Rostock. Online: http://delfi2005.electures.info/eLectures2005.pdf
(10.06.2009)

Computer Lab Management UC Davis: Digital Lecture Recording and Distribution at UC
Davis. Online: http://podcasting.ucdavis.edu/2005-06_DLRP_report.pdf (11.06.2009)

K. M. Cramer, K. R. Collins, D. Snider und  G. Fawcett: The virtual lecture hall: utilisation,
effectiveness and student perceptions, British Journal of Educational Technology, Vol 38 No 1,
106–115.

Chee Yam San: NUSCast Survey: Instructor Perspective CDTL, Monograph Series, Issue No.
1. Centre for Development of Teaching and Learning National University of Singapore. Online:
https://team.nus.edu.sg/cdtl/staff/Research/CDTLMSNo_1.pdf (15.06.2009)

J. Day und J. Foley: Evaluating web lectures: a case study from HCI. Conference on Human
Factors in Computing Systems. 195 – 200. Online:
http://portal.acm.org/ft_gateway.cfm?id=1125493&type=pdf&coll=GUIDE&dl=GUIDE&CFI
D=39959099&CFTOKEN=82299715
(10.06.2009)

S. Demetriadis und A. Pombortsis:. e-Lectures for Fle1ible Learning: a Study on their Learning
Efficiency. Educational Technology & Society, 10 (2), 147-157.

eLearning-Büro der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften: Nutzung und Akzeptanz
von „eLectures“ in hoch frequentierten Vorlesungen der Universität Hamburg. Online:
http://www.wiso.uni-hamburg.de/fileadmin/einrichtungen/elearning/lecture2go_
Evaluation2008sose.pdf
(10.06.2009)

eTeaching Service Center, Technische Universität Kaiserslautern: Evaluation der Nutzung und
Akzeptanz von Vorlesungsaufzeichnungen bei Studierenden am FB Biologie. Online:
http://www.uni-kl.de/wcms/fileadmin/etsc/Evaluation.pdf (15.06.2009)

eTeaching Service Center Universität Karlsruhe: Evaluation der Nutzung und Akzeptanz von
Vorlesungsaufzeichnungen bei Studierenden am FB Biologie. Online: www.aifb.uni-
karlsruhe.de/Lehre/Winter2004-05/Info2/download/NetEval-Informatik-II-WiSe0405-virtuelle-
hoerer.pdf
(10.06.2009)

P. J. Giabbanelli: Why having in-person lectures when e-learning and podcasts are available?
Proceedings of the 14th Western Canadian Conference on Computing Education, Technical
Symposium on Computer Science Education, Simon Fraser University, Burnaby  B.C., 42-44.

D. Harley, J. Henke, S. Lawrence, F. McMartin, M. Maher, M. Gawlik, und P. Muller: Costs,
Culture, and Comple1ity: An Analysis of Technology Enhancements in a Large Lecture Course
at UC Berkeley, Center for Studies in Higher Education. Online:
http://repositories.cdlib.org/cgi/viewcontent.cgi?article=1003&conte1t=cshe (10.06.2009)

M. Hallermayer, S. Hartinger und S. Schipfel (2009). Gute Einschaltquoten für
Vorlesungsmitschnitt. Evaluation der AV-Mediendienste. w.e.b.Square. 03/2009. URL:
http://websquare.imb-uni-augsburg.de/2009-03/7 (16.06.2009)

C. Hermann, T. Lauer und S.  Trahasch: Eine lernerzentrierte Evaluation des Einsatzes von
Vorlesungsaufzeichnungen zur Unterstützung der Präsenzlehre. Tagungsband der 4. e-Learning
Fachtagung Informatik (DeLFI 2006), Darmstadt. Online: http://ad.informatik.uni-
freiburg.de/centrep/data/files/delfi06-eval.pdf
(10.06.2009)

W. Hürst, M. Welte und S. Jung: An evaluation of the mobile usage of e-lecture podcasts.
Proceedings of the 4th international conference on mobile technology, applications, and systems
and the 1st international symposium on Computer human interaction in mobile technology. 16-
23.

Insitut für Medizinische Lehre, Universität Bern. Bericht zum Pilotversuch Podcasting im
dritten Studienjahr Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät Bern. Online:
http://www.id.unibe.ch/unibe/verwaltungsdirektion/informatikdienste/content/e5911/e11464/e1
1465/e11528/linkliste11530/Podcast_Bericht.pdf
(10.06.2009)

Institut für Wissensmedien/Universität Koblenz-Landau: Evaluationsbericht zu den
Vorlesungsaufzeichungen der Veranstaltung „Fallorientierte Einführung in die BWL“ von PD
Dr. von Kortzfleisch im WS05/06 an der Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz.
Online: http://www.uni-koblenz-landau.de/koblenz/iwm/service/eval/vorlaufzeich
_kortzfleisch_05-06
(10.06.2009)

J. Japes: Einführung in die Erstellung von multimedialen Vorlesungsaufzeichnungen mit dem
Tool Lecturnity an der TU-Darmstadt. Online: www.e-learning.tu-
darmstadt.de/media/elc/lehren/beratung/download/lecturnity_einfuehrung.pdf
(10.06.2009)

C. Lane: UW Podcasting: Evaluation of Year One. Online: http://catalyst.washington.edu/
research_development/papers/2006/podcasting_year1.pdf
(10.06.2009)

Malcolm Andrew. Student Evaluation of Video Podcats to Augument Live Lectures in
Pharmaceutical Microbiology. Third International Blended Learning Conference “Enhancing
the Student Experience”. University of Hertfordshire. Online: http://www.herts.ac.uk/fms/
documents/teaching-and-learning/blu/conference2008/Malcolm-Andrew-2008.pdf
(15.06.2009)

W. A. McKenzie:  Where are audio recordings of lectures in the new educational technology
landscape? In Hello! Where are you in the landscape of educational technology? Proceedings
ascilite Melbourne 2008. Online: http://www.ascilite.org.au/conferences/melbourne08/procs/
mckenzie-w.pdf
(09.06.2009)

D. McKinney, J. L. Dyck und E. S. Luber: iTunes University and the classroom: Can podcasts
replace Professors? Computers & Education, 52 (3), 617-623

J. E. Stephenson, C. Brown und D. K. Griffin:  Electronic delivery of lectures in the university
environment: An empirical comparison of three delivery styles. In Computers & Education,
Vol. 50, No. 3. (April 2008), S. 640-651.

C. Süße und U. Glowalla: Evaluation der E-Lecture “E1perimentalphysik für Human-,
Veterinär- und Zahnmediziner”. Online: www.physik.uni-
giessen.de/dueren/EvaluationElectureDueren.pdf
(10.06.2009)

L. Schulze, M. Ketterl, C. Gruber und K.-C. Hamborg: Gibt es mobiles Lernen mit Podcasts? –
Wie Vorlesungsaufzeichnungen genutzt werden. Proceedings DeLFI 2007:5. e-Learning
FachtagungInformatik der Gesellschaft für Informatik e.V. Online:
http://subs.emis.de/LNI/Proceedings/Proceedings111/gi-proc-111-020.pdf (10.06.2009)

T. Traphagan: Class Lecture Webcasting, Fall 2004 and Spring 2005: A Case Study. Program
Evaluation Report. Online: http://www.ute1as.edu/academic/diia/research/reports/
webcasteval_report_fl04-spr05.pdf
(10.06.2009)

M. Toro-Troconis et al.: Clinical e-lecture programmes at Imperial College London. The
Academy Subject Centre for Medicine, Dentistry and Veterinary Medicine Newsletter 01, Nr.
16, Frühjahr 2008, S. 14-15. Online:
http://www.medev.ac.uk/e1ternal_files/pdfs/01_newsletter/0116_lo_res.pdf (15.06.2009)

J. Williams, J. und F. Michael: Perpetual Connectivity: Lecture Recordings and Portable Media
Players. In C. Montgomerie und J. Seale (Hrsg.), Proceedings of World Conference on
Educational Multimedia, Hypermedia and Telecommunications 2007 (S. 3083-3091).
Chesapeake, VA: AACE.

E. Whitney und M.A. Pessina: Does Availability of Audio Podcasts Enhance the Classroom
E1perience for First Year Dental Students? International Journal of Instructional Technology &
Distance Learning. (8) 5, Online: http://itdl.org/Journal/Aug_08/article03.htm (11.06.2009)

B. Zupancic und H. Horz: Lecture Recording and Its Use in a Traditional  University Course.
Proceedings of the 7th annual conference on Innovation and technology in computer science
education. 24 – 28.

Quelle

Rohs, M. & Streule, R. (2009). Untersuchungen zum Einsatz von eLectures an Hochschulen – Sichtung eines Forschungsfeldes. In A. Schwill & N. Apostolopoulos (Hrsg.), Lernen im Digitalen Zeitalter – Workshop-Band DeLFI2009 (S. 189-196). Berlin: Logos Verlag.

Bookmark and Share

Banking 2.0 – Lernen mit Social Software

Unter dem Titel “Banking_2.0 -Lernen mit Social Software” haben ich gestern mit Urs Gröhbiel (Hochschule für Wirtschaft, FHNW) und Peter Lautenschlager (Institut für Schweizerisches Bankenwesen, UZH) einen Workshop in Zürich durchgeführt. Dieser Workshop war gleichzeitig das Ende eines Projekt, das ich mit Urs gemeinsam mit einer Schweizer Grossbank begleitet haben.

Im Laufe des Projekt haben wir immer wieder nach anderen Beispielen für den Einsatz von Web 2.0 zum Lernen im Bankenbereich gesucht. Da wir kaum fündig wurden,  war es Ziel mit diesem Workshop direkt mit  Experten über dieses Thema zu diskutieren (u.a. Antje Stobbe, Deutsche Bank Research; Daniel Stoller-Schai, UBS; Martina Göhring, CentreStage; Jochen Robes, HQ).

Spannend macht das Thema die Situation, dass es einen hohen Druck auf Finanzdienstleister gibt, sich mit dem Web 2.0 auseinanderzusetzen. Auf der einen Seite scheinen Web 2.0-Anwendungen sehr gut geeignet zu sein, die Kommunikation mit den Kunden zu intensivieren und so durch die Bankenkrise verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Auf der anderen Seite gibt es eine Fülle von Web 2.0-Anwendungen im Finance Bereich (siehe hier), die für Kunden interessante Alternativen zu Bankdienstleistungen darstellen. Allgemein scheinen Banken aber nicht das Umfeld zu sein, das für offene Kommunikation a la Web 2.0 geeignet ist. Damit ist ein gewisses Spannungsverhältnis gegeben, in dem sich Befürworter und Gegner gegenüberstehen.

Interessanter Weise beginnt der (legendäre) Artikel “Enterprise 2.0: The Dawn of Emergent Collaboration (2006)” von Andrew McAffee mit einem Beispiel aus einer Bank. Banken scheinen also nicht Innovationsscheu gegenüber Web 2.0 zu sein. Es gibt heute ca. 2oo Banken die Twittern und viel Beispiele für Banken die Wikis oder Blogs einsetzen oder in Second Life aktiv sind (siehe hier, hier und hier). Aber kann dies verallgemeinert werden? Leider gibt es nur wenig empirische Studien, die den Einsatz von Web 2.0 bei Banken bzw. im Finanzsektor untersucht haben (Fraunhofer IAO, ibiResearch u.a.). Diese haben dann oft nur einen geringen Stichprobenumfang. Tendenziell ist diesen Studien jedoch zu entnehmen, dass zwar die Potentiale von Web 2.0 im Banken- und Versicherungsbereich sehr hoch eingeschätzt werden, in der Realität aber nur ca. 20-40% der Banken Web 2.0 einsetzen. Insgesamt muss die Branche also als eher zurückhaltend gegenüber Social Software eingestuft werden.

Dokumentiert ist vor allem der Einsatz von Web 2.0 für die interne und externe Kommunikation. Findet man dazu – nach einiger Recherche – noch eine Reihe von Fallbeispiele, sucht man für das Lernen mit Social Software in dieser Branche nahezu vergebens. Zumindest mit einem engen Verständnis von (organisiertem) Lernen. Betrachtet man Kommunikation auch als Bestandteil informellen Lernens, sieht es etwas anders aus. Aber dies ist schon ein der grundlegenden Fragen. Kann man Banking 2.0 als Beschreibung für den Einsatz von Web 2.0 in der Kundenkommunikation  mit internem Lernen unter Einsatz von Web 2.0 verbinden oder gar gleichsetzen? Streng genommen handelt es sich dabei sicherlich um zwei unterschiedliche Einsatzszenarien und aus Erfahrung kann selbst innerhalb eines Unternehmens der Einsatz im Marketing sehr gut klappen, während es in der Bildung überhaupt nicht funktioniert. Dabei spielt sicherlich auch die Unternehmens- und Lernkultur eine Rolle, d.h. ob Lernen und Weiterbildung vornehmlich in Kursen und Seminaren stattfindet und die Mitarbeiter das auch so gewohnt sind, oder ob Lernen im oben formulierten Sinne breiter verstanden wird und auch von den Führungskräften unterstützt wird. Dann kann Web 2.0 auch eine Brückenfunktion zwischen Kommunikation- und Bildungsbereich, zwischem formellem und informellem Lernen haben.

Allgemein zeigte sich für mich, dass es eher grundlgende Probleme, wie z.B. die zur Verfügung stehende Zeit ist, die sich hinderlich auf den Einsatz von Web 2.0 im Bankenbereich (aber sicherlich auch darüber hinaus) auswirkt. Breit wurden auch Reputationsrisiken durch die Nutzung von Web 2.0 und die besondere Bedeutung korrekter Informationen genannt. Wie aber von einem Teilnehmer bemerkt wurde, ist es was anderes ob ich Social Software privat oder in einem Unternehmen einsetze. Grundlegende Prinzipien – die Philosophie von Web 2.0 – die im Netz durchaus von Bedeutung ist, kann im Unternehmen nicht gelten. Hier muss sich Web 2.0 an das Unternehmen anpassen. Und das heisst unter Umständen zum Beispiel auch  “Organisation”, “Verpflichtende Teilnahme oder Beiträge” und/oder “Redaktionelle Bearbeitung der Beiträge”.

Als Ergebnis des Workshops kann festgehalten werden, dass auch das Gespräch mit den anwesenden ExpertInnen gezeigt hat, dass die Banken noch im “Experimentierstadium” bei der Nutzung von Web 2.0 sind. Das gilt sowohl für den Bereich der Kommunikation und Information, als auch besonders für das Lernen. Aufgrund veränderter Nutzergewohnheiten als auch einer rasanten Entwicklung von Web 2.0-Anwendungen im Finanzbereich ausserhalb von Banken (z.B. P2P-Kreditpalttformen) könnte der Druck zur Veränderung schnell steigen und vielleicht wird in diesem Zusammenhang auch der Einsatz von Social Software zum Lernen breiter diskutiert werden.

Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Sie sollen nach Möglichkeit in eine Publiation unserer Projektergebnisse einfliessen, die dieses Jahr erscheinen soll.

Ergänzung:

Rückblick von Martina Göhring 1 & 2

Bookmark and Share

Video | Verknüpfung von Lehre und Forschung

Endlich ist es nun fertig, unser Video. Schon im Herbst letzten Jahres entstand die Idee dazu, und dann ging es an die Herstellung – für mich ein spannender Prozess, das Entstehen dieser Videos, die man mittlerweile ja aus dem Internet kennt, auch mal selbst zu produzieren. Und ich finde, für einen ersten Aufschlag gar nicht schlecht. Aber um was geht es eigentlich?

Die Verknüpfung von Lehre und Forschung ist für die Universität orientierende Leitidee und umfassende Strategie. Diese realisiert sich durch verschiedene Massnahmen in einzelnen Lehrveranstaltungen, bei der Konzeption von Studienprogrammen oder bei der Lehrstrategie und Lehrentwicklung der Universität insgesamt.

Die Etappen des Forschungsprozesses und die dabei entstehenden Produkte sind zentrale Orientierungspunkte von Lehre und Studium. In der Orientierung der Lehre an der Forschung finden auch universitäre Formen von Leistungsnachweisen oder Formate von Lehrveranstaltungen ihre Begründung. (Quelle)

Hier nun also das Video:

Wir haben dabei auch versucht, in der visuellen Darstellung Lehre und Forschung miteinander zu verbinden, und den Vortrag als verbindendes Element gewählt. Dieser ist sowohl in Lehr- als auch in Forschungssituationen relevant. Viel Spass also beim “Entwickeln” unserer Folien ;-)

Bookmark and Share

EduCamp HH 2010 | Bildungsforschung 2.0 – Anspruch und Wirklichkeit

Das EduCamp 2010 in Hamburg rückt immer näher. Und wir sind auch dabei – nicht nur passiv, nein auch aktiv. Mit Silvia, Tamara, Tobias und Alex werde ich eine Session anbieten zum Thema Bildungsforschung 2.0 – Anspruch und Wirklichkeit (Tamara hat hier schon davon berichtet). Um was geht es uns eigentlich mit dem Thema, das nur bedingt sexy ist? Wir haben folgende Ausschreibung formuliert:

In diesem Workshop wollen wir Zukunftsszenarien einer innovativen, forschungsorientierten Bildungswissenschaft entwickeln. Dabei fragen wir kritisch: Wodurch zeichnet sich eine Bildungswissenschaft 2.0 aus? Wie können wir praxisrelevante und gleichzeitig wissenschaftlich hochwertige Forschung betreiben? Und: Welche Kompetenzen müssen junge Nachwuchsforscher mitbringen bzw. entwickeln, um eine solche Forschung zu betreiben?

Dabei geht es aber nicht nur um Zukunftsszenarien, sondern auch darum, die jetzige Bildungsforschung zu reflektieren, verschiedene Methoden zu betrachten, zu systematisieren und zu sammeln. Ausgangspunkt für unsere Überlegungen ist dabei folgende Betrachtung:

Unserer Meinung nach lässt sich die Bildungsforschung derzeit grob in zwei “Lager” unterteilen: Auf der einen Seite die empirische Bildungsforschung, die häufig in quasiexperimentellen Designs umgesetzt wird und eher auf Grundlagenforschung ausgerichtet ist. Auf der anderen Seite eine eher praxologische Bildungsforschung. Hier lassen sich Arbeiten ausmachen, die an der konkreten Gestaltung von Bildungskontexten ansetzen (aktuell häufig zum Einsatz von Web 2.0 in der Bildung). Forschung in diesem Bereich basiert oftmals auf nicht-repräsentativen Umfragen oder Einzelfallberichten und hat meist eher deskriptiven Charakter (z.B. Berichte über Implementationen von Technologien).
Der „Bildungswissenschaftler 2.0“, wie wir ihn derzeit sehen, ist tendenziell bestrebt, innovative Trends aufzunehmen und möglichst schnell in der Bildungspraxis zu erproben. Dies kann dazu führen, dass (technologische) Entwicklungen nur oberflächlich reflektiert und auf wissenschaftliche Erkenntnisse der Bildungsforschung bezogen werden.

Somit möchten wir  am Entwurf einer , innovativen (Bildungs-)Forschung arbeiten, die beiden Ansprüchen − dem einer methodisch etablierten Forschung und dem der Integration innovativer Medien und Methoden in die Bildungspraxis − gerecht werden kann.

Mehr Informationen mit einem ersten Vorschlag für Arbeitsgruppen findet sich hier. Ich bin gespannt, wer sich in Hamburg zu uns gesellt, um weiter an diesem Thema zu denken.

Bookmark and Share