Innovationspreis: Digitale Medien zur gesellschaftlichen Integration

Innovationspreis: Digitale Medien zur gesellschaftlichen Integration

Welchen Beitrag können eigentlich digitale Lernangebote zur gesellschaftlichen Intregration leisten? Diese Frage stellt sich nicht nur vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssituation, sondern auch angesichts der immer noch bestehenden Bildungsschere auch in Deutschland.  Stellt beispielsweise der freie Zugang zu Bildungsressourcen im Netz eine Möglichkeit dar, Lernchancen für Benachteiligte zu eröffnen? Welche Rolle spielen z.B. Sprachen-Apps für die Integration von Flüchtlinge? Bieteten Lernangebote im Internet einen niedrigschwelligen Zugang zu Bildungsangebote für bisher wenig erreichte Zielgruppen? Vor diesen Hintergrund widmet sich der diesjähringe Innovationspreis des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) dem Thema:

Digitale Medien zur gesellschaftlichen Integration

Mit dem Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird, zeigt und würdigt das DIE seit 1997 nicht nur die innovativen Leistungen der Erwachsenenbildung, sondern verdeutlicht auch die wichtige Rolle dieses Bildungsbereichs in einer dynamischen Gesellschaft.

In diesem Jahr sucht das DIE Bildungs- und Lernangebote, die sich an marginalisierte Zielgruppen richten oder die durch ihre mediendidaktische Gestaltung oder medientechnologische Umsetzung Zielgruppen ansprechen, die bisher von der Erwachsenenbildung kaum erreicht wurden. Zu den Voraussetzungen für die Bewerbung gehört, dass die Bildungsangebote innovativ sind, bereits in der Praxis eingesetzt wurden und der Erwachsenenbildung neue Impulse geben.

Eine Jury aus renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Medienpädagogik, der Erwachsenenbildung, der beruflichen Bildung sowie Integrationsfachleuten wird die Preisträger in einem zweistufigen Verfahren ermitteln. Mitglieder der Jury sind:

  • Prof. Dr. Helmut Bremer (Universität Duisburg-Essen)
  • Katja Friedrich (medien+bildung.com)
  • Dr. Lutz Goertz (mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH, Essen)
  • Prof. Dr. Katrin Kraus (FH Nordwestschweiz, Pädagogische Hochschule)
  • Prof. Dr. Halit Öztürk (Universität Münster)
  • Dr. Jochen Robes (Berater Human Resources/www.weiterbildungsblog.de) und
  • Jun.-Prof. Dr. Matthias Rohs (TU Kaiserslautern/DIE).

Die feierliche Preisverleihung findet am 5. Dezember 2016 in Bonn im Rahmen des „DIE Forum Weiterbildung 2016“ statt.

Bewerben Sie sich bis zum 7. März 2016 mit einem Kurzprofil. Die vollständige Ausschreibung und Teilnahmeunterlagen finden Sie unter: www.die-bonn.de/innovationspreis

Rückblick: Zukunftsforum Bildungsforschung „Lehrerbildung im Fokus“

Rückblick: Zukunftsforum Bildungsforschung "Lehrerbildung im Fokus"

Es ist zwar schon ein paar Tage her, aber dennoch möchte ich noch kurz einen Rückblick auf das Zukunftsforum Bildungsforschung „Lehrerbildung im Fokus“ geben, welches Ende November in Heidelberg stattfand und sich vor allem mit der Erforschung der Lehrerbildung beschäftigte. Somit passte es hervorragend, um unser Projekt „FideS – Forschungsorientierung in der Studieneingangsphase (Schwerpunkt Lehrerbildung)“ weiter voranzutreiben. So haben Gianpiero und ich ein Symposium zum Thema “ Forschendes Lernen in der Studieneingangsphase: eine Phase des Aufbaus von Denk-und Handlungsweisen im Lehramtsstudium?“ (Beschreibung) angeboten. Unterstützt haben uns dabei Dana-Kristin Mah und Dirk Ifenthaler (Uni Potsdam) mit einem Beitrag zu „Forschungskompetenz von (Lehramts-)Studierenden in der Studieneingangsphase“ sowie Katja Kantsteiner und Team  (PH Weingarten) mit einem Beitrag zu „‘Das Ohr‘ an den Schüler*innen“ – eine Spielart Forschenden Lernens“. Leider musste dieser Input aufgrund Krankheit ausfallen, weswegen für Diskussionen und Gianpiero Beitrag zu „Forschendes Lernen in der ersten, universitären Ausbildungsphase als Professionalisierungseffekt“ mehr Zeit blieb.

Die beiden Inputvorträge waren so unterschiedlich, dass sie aus meiner Perspektive sehr schön die Breite von Forschungsmöglichkeiten und -perspektiven auf Forschendes Lernen in der Lehrerbildung zeigten. Während der Beitrag von Dana-Kristin Mah verstärkt auf konkrete Forschungskompetenzen und deren Einschätzungen durch Studierende einging, versuchte Gianpiero, diese eher in der Haltung von Studierenden biographisch und bildungstheoretisch zu fassen. In den anschliessenden Diskussionen wurde genau dieses Spannungsfeld beleuchtet. Diskussionen gab es darüber hinaus zur (oft im Projekt gehörten) Frage, ob denn Studierende von Anfang an forschen sollen und was denn „Forschen“ eigentlich genau für die Lehrerbildung in Abhängigkeit der Fachkulturen bedeutet: Geht es um ein Forschen an sich, oder um die Entwicklung und Ausbildung eines forschenden Habitus und Forschung ist dann biographisches Element oder Modus? Welche Rolle haben Krisenerfahrungen und Statuspassagen im Lehramtsstudium? Wir haben leider aufgrund der kurzen Zeit nur ein Bruchteil diskutieren und nach meinem Gefühl mehr Fragen aufgeworfen wie beantwortet, so dass die Diskussionen in der Pause noch lange weitergingen.

Alles in allem hat sich für mich der Besuch des Zukunftsforums gelohnt: Wir haben ein für uns wichtiges Thema diskutiert und neuen Input erhalten. Erhellend war es auch zu sehen, wie die Erforschung der Lehrerbildung methodologisch gerahmt wird und welche Themen und Methoden als relevant eingeschätzt werden bzw. wo es Lücken gibt. Ich denke, ein Blick in den Tagungsband macht dies an der ein oder anderen Stelle deutlich. Gefreut habe ich mich daher, dass auch ‚alternative‘ Formen wie Design-Based Research (DBR) diskutiert wurden.

Erschienen: Tagungsband Lehrer.Bildung.Medien

Erschienen: Tagungsband Lehrer.Bildung.Medien

Letztes Jahr im Oktober hat in Kaiserslautern die Tagung Lehrer.Bildung.Medien stattgefunden (Tagungdokumentation hier). Nun ist auch die Publikation zur Tagung erschienen (Inhaltsverzeichnis).

In der Verlagsankündigung haben wir folgenden Schwerpunkt gesetzt: Digitale Medien gehören inzwischen zur Diskussion um eine angemessene Bildung nachfolgender Generationen, die durch eine zunehmende Mediatisierung des Alltags immer mehr Eigendynamik erhält. Schulen werden damit mehr und mehr vor Anforderungen gestellt, digitale Medien zu integrieren und sich gegenüber medialen Handlungspraktiken zu öffnen. Geht es um die Gestaltung von medialen Bildungsräumen in der Schule, werden dabei vor allem Fragen hinsichtlich der Professionalisierung von Lehrpersonen, angemessener Bildungskonzepte oder der Entwicklung von Schule virulent. Im Fokus des vorliegenden Bandes stehen deshalb sowohl zentrale Diskurse zu den Herausforderungen, die sich bezüglich der Digitalisierung für Lehrerbildung und Schule ergeben, als auch konkrete Beispiele aus der Unterrichtspraxis zur Nutzung und Auseinandersetzung mit digitalen Medien. Insgesamt wird so ein Einblick in die Konstellation „Lehrer.Bildung.Medien“ gewährt, der gleichermaßen theoretische, empirische und praxisorientierte Aspekte betrifft.

Wir haben versucht, die Beiträge der Tagung unterschiedlich zusammen zu fassen: Im ersten Teil finden sich Artikel, die die Lehrerbildung und Medien mehr unter die Lupe nehmen. Der zweite Teil des Tagungsbandes versammelt Beiträge, die stärker die Schule in den Blick nehmen, während der letzte Teil sich vor einigen auf konkrete Unterrichtspraxis und Medien bezieht, in dem auch Lehrerinnen und Lehrer sowie Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktik zu Wort kommen.

Alles in allem gibt der Tagungsband meiner Meinung nach einen schönen Überblick über unterschiedliche Diskurse und Themenbereiche im Feld der Lehrerbildung in, mit und durch Medien. Wir danken daher an dieser Stelle allen Autorinnen und Autoren sowohl für ihren Tagungsbeitrag als auch für Ihre ausgearbeitete Version, die diesen Tagungsband erst ermöglicht haben.

Literatur: Schiefner-Rohs, M.; Goméz Tutor, C. & Menzer, C. (2015). Lehrer.Bildung.Medien – Herausforderungen für die Entwicklung von Schule(n). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.