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Anteil informellen Lernens steigt

Der Trendbericht zum Weiterbildungsverhalten in Deutschland 2014 (BMBF 2015) zeigt einen deutlichen Anstieg des Anteils informellen Lernens im Vergleich zu 2012 um 6 % (ebd., S. 60).

 

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Der Anstieg ist dabei in Ost- und Westdeutschland, über alle Erwerbsstati, berufliche Stellungen, Bildungsniveaus, Geschlechter und Altersgruppen zu verzeichnen (Ausgenommen die 18 – 24-Jähringen, bei denen der Anteil gleich geblieben ist). Ungleichheiten (beispielsweise zwischen den Bildungsniveaus und der beruflichen Stellung) blieben jedoch bestehen.

Thematisch gab es einen deutlichen Rückgang im Themenfeld „Natur, Technik, Computer“, während bei den anderen Themenfeldern die Beteiligung ungefähr gleich geblieben ist.

Ebenfalls zurückgegangen ist der Lernanteil über Lesen von Fachzeitschriften oder Büchern (von 42 % auf 37 %), während Langebote über Computer und Internet  zugenommen hat (von 25 % auf 29 %). Diese Entwicklungen könnten auch in der zunehmenden Medienkonvergenz begründet liegen.

Zu beachten ist bei den Statistiken natürlich immer die definitorische Abgrenzung. Beim AES sieht diese wie folgt aus (Bilger et al. 2013, S. 19).

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Quelle:
Bilger, F., Gnahs, D., Hartmann, J., & Kuper, H. (2013). Weiterbildungsverhalten in Deutschland: Resultate des Adult Education Survey 2012. Bielefeld: W. Bertelsmann.

BMBF – Bundesministerium für Bildung und Forschung (2015). Weiterbildungsverhalten in Deutschland: AES 2014 Trendbericht. Online: http://www.bmbf.de/pubRD/BMBF_Trendbericht_AES2014_2015-03-16.pdf

 

2 Kommentare

  1. Mir scheint, dass die Fragestellungen in dieser Studie an einigen Punkten etwas weiterentwickelt werden müssen.

    „Ebenfalls zurückgegangen ist der Lernanteil über Lesen von Fachzeitschriften oder Büchern (von 42 % auf 37 %), während Langebote über Computer und Internet zugenommen hat (von 25 % auf 29 %). Diese Entwicklungen könnten auch in der zunehmenden Medienkonvergenz begründet liegen.“

    Nicht nur wissenschaftliche Zeitschriften, sondern auch Fachzeitschriften und Bücher haben weitgehende digitale Äquivalente, Repräsentanzen oder auch Ergänzungen im Internet bzw. können über verschiedenste Distributionskanäle auf verschiednen mobilen Devices rezipiert werden.

    Die intendierte Aussage, dass die Rezption von „Gedrucktem“ abnimmt und die Zeit im Netz zunimmt kann man m.E. so stehen lassen. Allerdings ist der Aussagewert von „Lernangebote über Computer und Internet“ doch noch sehr vage. Der Vergleich von Medium (Internet) auf der einen und Gattungsbezeichnung mit der Gleichsetzung der analogen Produktform (Fachzeitschrift/Bücher) auf der anderen Seite greift doch zu kurz, um hier nicht auf eine Ebene zu kommen mit „Quelle? Internet!“.

    Positiv formuliert: Für die Forschung bleibt noch viel zu tun!

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