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Bildung in Häppchen ?

Gabi Reinmann-Rothmeier greift in Ihrem Forschungsbericht m.E. nach einen sehr wichtigen Punkt auf: nämlich den der Bildung. In einer Zeit, in der Informationen und Wissen immer weiter modularisiert werden (siehe Learning Objects) kommt auch eine Behandlung in einer Tiefe und Breite, die Bildung nun mal haben sollte, abhanden.

„Ich behaupte einmal, dass im technischen und ökonomischen Bereich erst das Wis-sen und nun die Bildung eher eine Marketing-Strategie symbolisieren als Ausdruck eines Bemühens um Neupositionierung der Bildungsidee in unserer Gesellschaft zu sein. Fragen der Bildung aufzugreifen, das ist für mich kein Marketing-Trick, sondern das ist mir ein echtes Anliegen: Persönliche Erfahrungen aus der Gestaltung eines Bachelor- und Master-Studiengangs sowie unmittelbare Einblicke in den Aufbau ei-ner privaten virtuellen Fachhochschule decken sich mit Informationen, die man aus verschiedenen Quellen zu diesem Thema immer wieder zu hören und zu lesen be-kommt: Mit einem fast schon sklavisch anmutenden vorauseilenden Gehorsam wer-den Forderungen aus der globalen und regionalen Wirtschaft befolgt, die sich in Prinzipien wie Flexibilisierung, Modularisierung und Verkürzung von Studienzeiten niederschlagen. Es gibt gute Gründe für diese Forderung, aber ich frage mich: Soll-ten wir als Vertreter der Universität nicht hellhöriger und kritischer sein, wenn diese Prinzipien inzwischen zu den wichtigsten Evaluationskriterien von Akkreditierungsin-stituten zählen? Dürfen Universitäten so etwas wie einen Bildungsanspruch ohne zu zögern zu den alten Akten legen? Was ist das für eine Nachhaltigkeit, die die Bildung des Einzelnen darauf reduziert, in einem knappen Zeitrahmen ein bestimmtes Soll an Leistungspunkten zu erfüllen? (Reinmann-Rothmeier, 2005, S. 17/18)

Genau diese Modularisierung und Häppchenbildung von Lernen ist aber neuerdings „in“. Die didaktische Funktion von Weblogs für das informelle Lernen ist gut nachvollziehbar.

Allerdings folgt im Rahmen der Bedeutung von “Microcontent” für eine “Personal Knowledge History” (Berger) eine Zersplitterungstendenz von Wissen, die nicht nur Learning Objects, sondern auch Blogs bestimmt.
Denn, wie Peter Baumgartner anmerkt: „Die kurzen Beiträge („Microcontent“) lassen sich im Unterschied zu komplexen Theorien nicht nur leichter diskutieren, sondern haben oft auch einen persönlichen Erfahrungsbezug. Diese Idee der Personal Knowledge („Persönlichen Erkenntnis“) von Michael Polanyi steht im krassen Gegensatz zum Ansatz eines Karl Poppers („Objective Knowledge“)“

Dabei wird die Arbeit, eine kohärente Wissensstruktur aufzubauenauf den Rezipienten abgeschoben (i.S. Konstruktivismus durchaus zu rechfertigen, aber hat der Nutzer überhaupt das Wissen und die Fähigkeit dazu??)

To be continued …

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