Einführung in die Erwachsenenbildung

Einführung in die Erwachsenenbildung

So, nun ist es da: Die Einführung in die Grundlagen, Probleme und Perspektiven der Erwachsenenbildung. Rolf Arnold hatte Ekkehard Nuissl hatte und mich eingeladen, seine erstmals vor fast 30 Jahren (1988) erschienene Einführung zu aktualisieren und zu überarbeiten. Selbst ohne tiefere Betrachtungen der Analyse digitaler Medien (auf welche ich in dem Buch „Lernen und Bildung Erwachsener“ von Horst Siebert näher eingegangen bin) ist das Thema in der Breite auch in einer Einführung kaum zu greifen. Dennoch ist uns ein m.E. aktueller Überblick über die Grundlagen der Erwachsenenbildung gelungen. Dabei werden folgende Themenfelder angesprochen:

  1. Geschichte und gesellschaftliche Voraussetzungen der Erwachsenenbildung
  2. Recht, Institutionen und Finanzierung
  3. Didaktik der Erwachsenenbildung
  4. Die vier Seiten des Bedarfs
  5. Profession – Professionalisierung – Professionalität in der Erwachsenenbildung
  6. Arbeiten und Lernen

Arnold, R., Nuissl, E., & Rohs, M. (2017). Erwachsenenbildung. Eine Einführung in Grundlagen, Probleme und Perspektiven. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

Zu beziehen über den lokalen Buchhandel – think global – act local! – zu einem wie ich finde sehr günstigen Preis von 19.80  Euro

 

Publikationshinweis | Forschungsorientierung und Schulpraktika in der Lehrer*innenbildung

Publikationshinweis | Forschungsorientierung und Schulpraktika in der Lehrer*innenbildung

Im Projekt FideS bearbeiten wir den Schwerpunkt der Lehrer*innenbildung. Hierzu haben wir Ende des letzten Jahres einen vertieften Blick in die Umsetzung von Forschungsorientierung in Schulpraktika geworfen. Daher freuen wir uns nun, dass unser Artikel zur Gestaltung forschender Schulpraktika im Herausgeberband von Urban Fraefel und Andrea Seel mit dem Titel „Konzeptionelle Perspektiven Schulpraktischer Studien“ erschienen ist.

Im Klappentext des Buches heißt es:

„Die schul- bzw. berufspraktischen Studien befinden sich in einem Transformationsprozess. Sie verstehen sich heute nicht mehr als jene Instanz, die das Anwenden theoretischer Modelle und Konzepte sowie das Einüben bevorzugter Praktiken sicherzustellen hat; sie definieren sich vielmehr als jene Disziplin an der Schnittstelle der akademischen und beruflichen Welt, die dafür sorgt, dass multiple Perspektiven und Wissensressourcen zu einem zukunftsfähigen Professionswissen von Lehrpersonen verschmelzen. Neue konzeptionelle Perspektiven wie die Partnerschaftsmodelle mit Schulen, der Aufschwung von Langzeitpraktika oder die grundlegenden Umbauten ganzer Praxisphasen zeigen, dass „Lernen in der Praxis“ im Rahmen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung eine überaus große Dynamik entwickelt hat. Dies ist Anlass genug, um diesen Band schwerpunktmäßig konzeptionellen Fragen der schul- bzw. berufspraktischen Studien zu widmen.“

Wir haben uns – ausgehend von unserem Projekt FideS – damit beschäftigt, wie Schulpraktika im Modus forschenden Lernens gestaltet werden. Anhand einer Fallbetrachtung wurden aus den formalen Gestaltungskonzepten einzelner Hochschulen Rückschlüsse auf die Relationierung von Wissenschaft und Praxis in der Lehrpersonenbildung gezogen. Von diesen Ergebnissen ableitend diskutieren wir Gestaltungsformen und weisen auf Desiderate in der Gestaltung und Erforschung forschenden Lernens im Kontext schulpraktischer Studien der Lehrpersonenbildung hin.

Quelle: Favella, G.; Hermann, A.-C., Schiefner-Rohs, M. (2017). Zur Gestaltung forschender Schulpraktika im Spannungsfeld zwischen Wissenschafts- und Berufsorientierung. Empirische Erkundungen bildungspolitischer Direktive. In: U. Fraefel & A. Seel (Hrsg.), Schulpraktische Professionalisierung: Konzeptionelle Perspektiven. Buchreihe Schulpraktischer Professionalisierung (S. 119-134). Waxmann Verlag (Link)

Lesetipp | Schwerpunktheft «Lehren»

Lesetipp | Schwerpunktheft «Lehren»

Jahresendstimmung … Zeit, auch die Stapel vom Schreibtisch abzuarbeiten. Dabei habe ich heute das Jahresheft des Friedrich Verlags (wieder) entdeckt. Und bevor das Jahr nun mit großen Schritten auf das Ende zugeht, wird es Zeit, dieses zumindest noch kurz hervorzuheben. Einen Hinweis ist das Themenheft auf jeden Fall wert, denn es stellt das „Lehren“ in den Vordergrund. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Lehren nicht gerade en vogue ist … So bemerkt die Redaktion dazu:

In der didaktischen Diskussion um die so genannte Neue Lernkultur ist es still geworden um den Begriff „Lehren“, der doch die Tätigkeiten eines ganzen Berufsstands beschreibt. Beschworen wird das Bild des Lernbegleiters, Coaches und Ermöglichers – das Lehren verblasst hinter diesen neuen Zuschreibungen. Was steckt dahinter? Ist Lehren kein Thema mehr?

Lehren ist nach wie vor ein Kernthema, besonders seit der Hattie-Studie. Denn: Trotz der Hinwendung zum Lernen – den Lernbüros, der Kompetenzraster, des Outcome – wird tagtäglich in den Klassenräumen gelehrt. Lehren findet tagein, tagaus an deutschen Schulen statt – mal gut eingebettet in eine Unterrichtsdramaturgie, oft aber auch als „Mono-Lehr-Kultur“. Lehren ist nach wie vor zentraler Teil der pädagogischen Professionalität von Lehrerinnen und Lehrern. Es umfasst ein spezifisches Handlungsrepertoire, das den Lernerfolg der Schüler entscheidend beeinflusst. Mit diesem Thema setzt das Friedrich Jahresheft einen neuen Akzent, der die Bedeutung des Lehrens in der Diskussion um guten Unterricht und Professionalität klärt.“ (Quelle)

Diese Fokussierung auf Lehren gelingt in diesem Jahresheft durch  Vielschichtigkeit (siehe Inhaltsverzeichnis). Es zeigt gut die unterschiedlichen Perspektiven, die man gewinnt, wendet man den Blick vom Lernen auch zum Lehren als Kerngeschäft von Lehrerinnen und Lehrern. So ist es ja beispielsweise immer wieder erstaunlich, dass wir so viele Begrifflichkeiten dafür haben, die alle aber etwas anderes meinen, worauf Matthias Trautmann und Beate Wischer in ihrem Text mit Bezug auf Koller (2012, S. 5) hinweisen:

„Informieren, Instruieren, Unterrichten, Unterweisen, An-, Hin- und Einführen, Lenken, Wecken, Auffordern, Appellieren und Anregen (…) sowie Darbieten und Darstellen, Präsentieren, Erzählen, Berichten und Schildern, schließlich auch Vergleichen und Unterscheiden, Begründen, Beweisen, Klären, klarstellen, Erklären und Aufklären“ (Trautmann & Wischer, 2016, S. 5)

Was also macht den Unterschied aus und wie verhält sich Lehren zu anderen Aufgaben von Schule, aber auch von Lehrenden? Diesen Fragen widmet sich das Themenheft. Denn: Meist haben wir ein sehr enges Bild von Lehren im Kopf, man ist schon fast geneigt, hier die „bösen“ Worte der Pädagogik nach Reichenbach zu bemühen. Dass Lehren aber durchaus relevante Kategorie von Schule ist, zeigt das Themenheft facetten- und abwechlsungsreich. Eine klare Leseempfehlung, falls an Weihnachten kein Buch unter dem Baum liegt 😉