erschienen: Forschungsperspektiven auf Digitalisierung in Hochschulen

Das hätten wir (Sandra Hofhues, Sandra Aßmann, Taiga Brahm und ich) uns bei der Planung unseres Schwerpunktheftes nicht träumen lassen: Es erscheint genau dann, als die Hochschulen weitgehend auf Home-Office umgeschaltet haben und seid Wochen eine Digitalisierung des Sommersemesters 2020 diskutiert wird. Von daher könnte der Zeitpunkt für eine Ausgabe zu Forschungsperspektiven auf Digitalisierung in Hochschulen nicht passender sein. Denn dadurch wird nochmals eine Facette betont, die aktuell vor lauter Pragmatik fast unterzugehen scheint: zum einen eine Reflexion des bisherigen Erkenntnisstandes zu Digitalisierung in Hochschulen, zum anderen aber auch die darin liegenden Forschungsperspektiven. Denn die Auseinandersetzung mit Digitalisierung in den Hochschulen ist nicht so neu, wie viele aktuell betonen, sondern wird seit fast 30 Jahren auch mit millionenschwerer Förderung vorangetrieben. Schade also, dass es so wenig in die Hochschulöffentlichkeit gelangt ist und sichtbar wurde, so dass nun in Windeseile Notfallpläne aktiviert, Linklisten zusammengestellt oder Tools besprochen werden. Dabei gibt es mehr als eine Lösung für die aktuellen Herausforderungen, von der auch nicht nur Lehrende betroffen sind, sondern die Hochschulen als ganzes adressieren. Oder, wie wir es im Editorial formuliert haben:

Insofern handelt es sich um eine bleibende Herausforderung, bei allen Beiträgen (nicht nur in dieser Ausgabe) im Blick zu behalten, welche Art der und welcher Bereich von (Hochschul-)Entwicklung (…) jeweils angesprochen sind. Viele Beiträge machen eigene Vorschläge, wie sie en détail gelesen werden können und sollen. Andere haben technische und/oder gesellschaftliche Entwicklungsprozesse im Blick, wenn sie die Organisation Hochschule in Forschung und Lehre betrachten. Wiederum andere stellen dar, wer von Digitalisierung an Hochschulen betroffen ist – eben nicht nur einzelne Akteure wie Hochschulleitungen, Medieneinrichtungen oder Lehrende und Studierende, sondern alle Akteur*innen sind gemeinsam und in Interaktion miteinander angesprochen und demnach involviert (z. B. BRAHM et al, 2016; GETTO & KERRES, 2017; SCHIEFNER-ROHS & HOFHUES, 2018). Folglich bringt Digitalisierung in einer Perspektive auf Lehr-Lern- sowie Organisations- und Geschäftsprozesse mit sich, auch die generellen und konkreten Anforderungen an Hochschulen zu benennen (weiterführend HECHLER & PASTERNACK, 2017). 

Von daher gibt es wohl kaum einen passenderen Zeitpunkt, über Digitalisierung der Hochschule (und nicht nur der Lehre) intensiver nachzudenken als in jenen Tagen. Vielleicht hilft ja der ein oder andere Artikel bei der Reflexion, wir wünschen auf jeden Fall viel Spaß bei der Lektüre und bedanken uns sowohl bei den Beitragenden, bei den Gutachter*innen und natürlich bei Michael Raunig von der ZFHE für die tolle Begleitung.

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