Die diesjährige Swiss E-Learning Conference (SELC) stand unter dem Motto Workplace Learning. Ich wurde gebeten, dazu einen Vortrag zu unseren Erfahrungen bei der Telekom Ausbildung zu halten. Da habe ich gerne zugesagt, war doch der Einladende Daniel Stoller-Schai. Den habe ich im letzten Jahr zu einem ähnlichen Thema zu einem Vortrag auf die Learntec eingeladen So schliesst sich dann Kreis 🙂 Interessierte mich das Thema im letzten Jahr vor allem vor dem Hintergrund meiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Lernen im Arbeitsprozess, war es dieses Jahr die eigene „Betroffenheit“, da wir bei der Telekom Ausbildung arbeitsprozessorientiert … oder -integriert ausbilden. Da fängt es schon an: Was ist eigentlich workplace learning. Im Prinzip sagt der Begriff nicht viel mehr, als dass am Arbeitsplatz gelernt wird. Das kann man auf der einen Seite so deuten, dass anhand von realen Problemstellungen erfahrunsbasiert Kompetenzen angeeignet werden. Oder man kann es so deuten, dass am Arbeitsplatz ein Artikel zum Thema Kernenergie gelesen wird – ist ja auch nicht unwichtig. Der Begriff workplace learning – übersetzt man ihn einfach – würde nicht viel mehr sagen, als dass am Arbeitsplatz gelernt wird. Er macht dabei keine Aussage, ob dies innerhalb der Arbeitszeit ist oder irgendetwas mit der Arbeit zu tun hat. Das wird allenfalls mitgedacht. Nimmt man den Begriff mal auseinander, so zeigen sich verschiedene Abstufungen, in denen Lernen und Arbeiten miteinander verbunden sind, und zwar bezüglich Ort, Zeit und Gegenstand. örtlich kann das Lernen am Arbeitsplatz (dann workplace learning), in der Nähe des Arbeitsplatzes (also z.B. in einem Ruheraum oder einem speziellen Lernraum abseits des eigentlichen Arbeitsplatzes oder Lernumgebung im Arbeitsumfeld) oder aber gänzlich davon getrennt sein (z.B. in einer Bildungseinrichtung). Zeitlich kann das Lernen in unmittelbarem Zusammenhang zur Arbeit bzw. einem Problem, zeitlich versetzt dazu (z.B. am Abend oder dann, wann sich das nächste Mal Zeit dazu anbietet) oder aber gänzlich davon getrennt stattfinden (z.B. auch in Vorbereitung auf eine Arbeitsanforderung, ohne dann man weiss, ob und wann diese Anforderung auftauchen wird. Bezüglich des Gegenstands kann es die Arbeit selbst sein, eine Simulation oder Übung, die sich auf die Arbeit bezieht, oder ein theoretischer Gegenstand, der mit der Arbeit zu tun hat. Auch im letzten Fall ist der Bezug zur Arbeit vorhanden, jedoch in abstrakter Form und damit weniger eng als in den ersten beiden Fällen.

Angesichts dieser Differenzierung gibt es sehr unterschiedliche Formen der Verbindung von Lernen und Arbeiten, die auch in unterschiedlicher Form durch E-Learning untertützt werden können.

Bezogen auf die Lernziele in der Telekom Ausbildung ist die gesamte Spannweite relevant, wobei der Fokus auf den engen Bezug zwischen Arbeiten und Lernen liegt. E-Learning-Lösungen, die in diesem Fall Anwendung finden müssen, sind in Bezug auf die Inhalte eher kleinteilig, bieten konkrete Lösungen  und sind prozessorieniert dargestellt. Hinzu kommt die besondere Bedeutung der Kommunikation, insbesondere für die Lernunterstützung zwischen Ausbilder und Auszubildenden/Studierenden. Eine Auswahl der eingesetzten Unterstützungsmöglichkeiten sieht wie folgt aus:

Diese Angebote werden auf der Lernplattform gebündelt, auf der auch andere Angebote zur Verfügung stehen, die individuell und bedarfsorientiert durch die Auszubildenden und Studierenden genutzt werden können.

Dies ein kleiner Einblick in die Präsentation. Spannend waren auch die anderen Beiträge, auch wenn der Eindruck entsteht, dass das „goldene Ei“ für workplace learning noch nicht gefunden wurde bzw. die Suche nach den Konzepten noch nicht abgeschlossen ist.

Vollständige Präsentation

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