Eine neue Ausgabe der MedienPerspektiven ist erschienen, unter anderem mit einem Artikel von Katrin Busemann und Christoph Gscheidle zum Thema «Web 2.0: Communitys bei jungen Nutzern beliebt». Untersucht wurden aber nicht nur Jugendliche. Obwohl die meisten Ergebnisse zu erwarten waren, gibt es dennoch einige, die mich überrascht haben:

  • Berufliche Netzwerke werden insgesamt eher wenig genutzt (S.359)
  • Bei Jugendlichen kommt es schon zu einer habitualisierten Mediennutzung, vor allem bei YouTube, Wikipedia und privaten Communities (S. 361)
  • virtuelle Spielewelten (worunter die Autoren SL fassen) werden kaum genutzt (S. 361)

Wie bei den letzten Studien zeigt sich auch 2009, dass die breite Masse eher konsumierend im Web 2.0 unterwegs ist, die Partizipation hält sich weiterhin stark in Grenzen. Einzig in privaten Communities wächst die Beteiligung, die die Autoren auf die persönlichen Kontakte dahinter zurückführen.

Ein wichtiger Aspekt ist allerdings die von den Autoren proklamierte habitualisierte Mediennutzung. In ihrem Schlussresümee greifen sie explizit die Frage der Generation und deren Mediennutzungsstrategie auf und fragen, ob sich die Mediennutzung auch mit dem Alter verschiebt. Dies werden spätere Untersuchungen zeigen, auf die ich sehr gespannt bin. Ich frage mich an dieser Stelle nur, ob man diese habitualisierten Verhaltensweisen wirklich so einfach über Mediennutzungsfragen eruieren kann, denn aus meinem Verständnis ist das Habituskonzept breiter als auf eine Nutzung verengt zu werden. Generell scheint mir im Moment das Habitus-Konzept zu oft zu verkürzt gebraucht zu werden und so Gefahr zu laufen, zum „pädagogischen Kitsch“ (Reichenbach, 2002) zu werden.

Literatur

Reichenbach, R. (2003) : Pädagogischer Kitsch. Antrittsvorlesung an der WWU Münster. Münster: unveröffentlichtes Manuskript.

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