Jahresende | Rückblick in Publikationsform

Obwohl man eigentlich im Herbst erntet, ist für uns dieses Jahr der Dezember der Monat, in dem vieles von dem, was uns in den letztzen Monaten beschäftigt hat, nun auch seine offizielle Form findet. So kann ich kurz vor Jahresende auf einige Erscheinungen aus unserem Team aufmerksam machen:

Ganuz frisch erschienen ist unser Artikel Eye-Viewing als Verfahren der erziehungswissenschaftlichen Medienforschung. Fokussierte Videographie mit Eye-Tracking-Technologie am Beispiel der Erforschung von medienbezogenen Praktiken in Schule und Unterricht in der ZQF – Zeitschrift für Qualitative Forschung

Zusammenfassung Im folgenden Beitrag soll an Fällen aus der Schul- und Unterrichtsforschung gezeigt werden, wie es ein neues qualitatives Verfahren schafft, durch eine Fokussierungsbewegung an stärker ‘objektivierten’ – und somit von der eigenen Zuschreibung distanzierteren – Daten zu kommen, ohne die Setzung durch das Feld vorwegzunehmen. Hierzu nutzt das Verfahren die Eye-Tracking-Technologie als Ergänzung videographischer Feldzugänge. Die vor allem aus der quantifizierenden Eye-Movement-Forschung der Psychologie und Psycholinguistik bekannte Technologie birgt für ethnographisch angelegte Studien hohes Innovationspotenzial. Der folgende Beitrag skizziert dieses Potenzial, indem er unter dem Stichwort des Eye-Viewing das so entstehende Verfahren näher beschreibt. Dabei wird Fokussierte Videographie (eine an ethnographische Verfahren der Videodatenerhebung angelehnte Methode) durch Eye-Tracking-Technologie so ergänzt, so dass ein «Sehen durch die Augen Anderer» ermöglicht wird. Mittels Kombination von Aufzeichnungen aus Videokameras und Eye-Tracking-Brillen werden audiovisuelle Daten produziert, die die Perspektive der jeweiligen Akteur*innen viel stärker als bisher der Analyse zugänglich macht. Dies kann v.a. in der Erforschung medienbezogener Praktiken einen Beitrag leisten. Volltext: PDF Leseprobe

Zusammenfassung: Zum Thema „Einsatz digitaler Medien in Schule und Unterricht“ gibt esviele, v. a. quantitative Studien, aber wenige untersuchen aus qualitativ-rekonstruierender Perspektive, wie genau Lehrer*innen in ihrem Arbeitsalltag in, mit und durch digitale Medien agieren. Das Projekt EduGraphie bearbeitet einen Teil dieser Datenlücke, indem es mittels fokussierter Videographieund Eye-Tracking-Technologie, dem sogenannten Eye-Viewing, pädagogische, medienbasierte Praktiken von Lehrer*innen ethnographisch-rekonstruierend in den Blick nimmt. Der Beitrag stellt das Projekt mit seinen theoretischen Grundlagen sowie die in ihm explorierten methodischen Neuerungen vor und gibt exemplarisch Einblicke in erste Datenerhebungen und -analysen. Hierzu werden beide Perspektiven (theoretisch-methodische Grundlagen sowie Projektverlauf) im Beitrag miteinander in Bezug gesetzt, um einen umfassenden Einblick in das Forschungsprojekt zu geben und erste Ergebnisse vorzustellen.

Und auch im Aid-Projekt waren wir fleißig. So erschien in den letzten Wochen hier der Beitrag  Mapping research approaches to data practices in schools:

Digital data have a major impact on school practices and play a central role for teachers, including their pedagogical practice. From a research perspective, the question arises how data practices and data-related transformation processes in schools can be studied. Therefore, the aim of this paper is to methodically review research approaches and underlying methodological assumptions about data practices in schools based on a systematic review. The focus is on social science research designs, social science research instruments, and knowledge production methods. The article provides an overview of previous research practice in this area and concludes with possible implications for future research.

Wir freuen uns nun auf weitere Projekte im neuen Jahr wie die Arbeit an unseren Herausgeber*innenbänden zu “Ein-Blicke” in die Schule. Perspektiven auf Videographie und Ethnographie pädagogischer Praktiken und Medien und Vermessene Bildung, nutzen  aber die nächsten Tage einmal, um ein wenig durchzuschnaufen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.