{"id":1070,"date":"2009-11-01T22:15:50","date_gmt":"2009-11-01T21:15:50","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=1070"},"modified":"2009-11-01T22:13:25","modified_gmt":"2009-11-01T21:13:25","slug":"silver-surfer-senioren-im-internet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/silver-surfer-senioren-im-internet\/","title":{"rendered":"Silver Surfer &#8211; Senioren im Internet"},"content":{"rendered":"<p>Irgendwann im Fr\u00c3\u00bchjahr diesen Jahres habe ich mich dazu entschlossen bei der<a href=\"http:\/\/www.seniorenuni.uzh.ch\/index.html\" target=\"_blank\"> Seniorenuniversit\u00c3\u00a4t der Universit\u00c3\u00a4t Z\u00c3\u00bcrich<\/a> einen Kurs zum Thema &#8222;<a href=\"http:\/\/www.seniorenuni.uzh.ch\/services\/events.html#15\" target=\"_blank\">Silver Surfer &#8211; Senioren im Internet<\/a>&#8220; anzubieten. Mein Ziel war es, &#8222;das Internet aus dem Blickwinkel \u00c3\u00a4lterer Menschen&#8220; zu betrachten. Soweit das Vorhaben. Die Motivation lag f\u00c3\u00bcr mich zum einen darin, mit einer Zielgruppe zu arbeiten, mit denen ich es bisher noch nicht zu tun hatte. Zum anderen bereite ich ein Projekt vor, in dem es um den Einsatz von Web 2.0 in dem es um die Weiterbildung \u00c3\u00a4lterer Arbeitnehmer geht. Der Kurs sollte daher auch der Einarbeitung in das Thema dienen.<\/p>\n<p>In der Vorbereitung kamen dann einige Fragen, wie z.B. was macht eigentlich eine Seniorenuniversit\u00c3\u00a4t aus? Was ist Ihr Anspruch? Was unterscheidet die Angebote von z.B. Computerkursen? Wenn man sich ein wenig im Netz umschaut, findet man eine ganze Reihe von Seniorenuniversit\u00c3\u00a4ten (in der Schweiz neben Z\u00c3\u00bcrich z.B. auch in Bern und Luzern). Das diese nicht immer auch was mit einer Universit\u00c3\u00a4t zu tun haben muss, zeigt z.B. die <a href=\"http:\/\/www.seniorenuni-sh.ch\/\" target=\"_blank\">Seniorenuniversit\u00c3\u00a4t Schaffhausen<\/a>. Die <a href=\"http:\/\/www.unilu.ch\/deu\/seniorenuniversitaet_4958.aspx\" target=\"_blank\">Seniorenuniversit\u00c3\u00a4t Luzern<\/a> formuliert dabei den Anspruch einer Seniorenuniversit\u00c3\u00a4t als eine &#8222;Senioren- und Seniorinnenbildung auf Hochschulniveau&#8220;. Das war auch ungef\u00c3\u00a4hr das, was ich mir vorgenommen habe.<\/p>\n<p>F\u00c3\u00bcr das Thema &#8222;Senioren im Internet&#8220; bedeutet dies nicht weniger als den Anspruch der Reflexion des eigenen Internetverhaltens der TeilnehmerInnen. Daf\u00c3\u00bcr habe ich mich z.B. ein wenig in den Nutzerstatistiken umgesehen. Interessant war in diesem Zusammenhang z.B. der aktuelle <a href=\"http:\/\/www.initiatived21.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/NONLINER2009.pdf\" target=\"_blank\">(N)Onliner Atlas<\/a>. Daraus ein paar Ergebnisse:<\/p>\n<p>14-29j\u00c3\u00a4hrge: 91.3% (2008) &#8211; 94.5% (2009)<br \/>\n30-49j\u00c3\u00a4hrige: 81.5% (2008) &#8211; 85% (2009)<br \/>\n50Plus: 40.3% (2008) &#8211; 44.9% (2009)<\/p>\n<p>Wie wir auch in der Diskussion mit den Studierenden (ich meine hier jetzt die Senioren) festgestellt haben, sind Kategorisierungen wie die gerne und oft verwendeten 50Plus wenig hilfreich. Dies heisst z.B., dass Berufst\u00c3\u00a4tige und Rentner hier nicht unterschieden werden. Dabei f\u00c3\u00bchrt gerade die Arbeit wohl noch am ehesten dazu, sich auch im Alter mit dem Computer oder dem Internet auseinanderzusetzen bzw. auseinander setzen zu m\u00c3\u00bcssen. So zeigt sich, dass mit zunehmendem Alter die Unterschiede in der Nutzung exponentiell zunehmen.<\/p>\n<p>Von Marketingseite wird die Zielgruppe der Senioren gerne in den Fokus genommen. Zwar ist der Anteil der Onliner in der Altergruppe 50+ am geringsten, dennoch wir ihnen hohe Kaufkraft zugeschrieben:<\/p>\n<blockquote><p>\u00e2\u20ac\u017eAn den 10 Mio. Euro, die 2006 durch den Onlineversandhandel umgesetzt wurden, haben Senioren einen bedeutenden Anteil, denn Silversurfer bestellen deutlich mehr als der Bev\u00c3\u00b6lkerungsdurchschnitt im Internet.\u00e2\u20ac\u0153 (<a href=\"http:\/\/www.seniorenmarketing-online.de\/senioren_im_internet.htm\" target=\"_blank\">Quelle<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Das man dies auch deutlich differenzierter sehen kann, beweist Gerhard Naegele vom Forschungsgesellschaft f\u00c3\u00bcr Gerontologie:<\/p>\n<blockquote><p>\u00e2\u20ac\u017eEs gibt immer mehr reiche, gutsituierte Alte, aber es wird in Zukunft auch mehr \u00c3\u00b6konomisch schlechter gestellte Alte geben.\u00e2\u20ac\u0153 (<a href=\"http:\/\/www.wirtschaftsfaktor-alter.de\/wa\/startseite-aktuelles\/show\/wir-muessen-weg-von-stereotypen\/detail.html\" target=\"_blank\">Quelle<\/a>).<\/p><\/blockquote>\n<p>Da Senioren unter Umst\u00c3\u00a4nden nicht so mobil sind wie j\u00c3\u00bcngere Menschen, bietet das Internet viele Vorteile. Neben dem Online-Shopping sind es auch andere Dienste, wie E-Banking oder der Austausch mit anderen Menschen, der durch das Internet erleichtert wird. (Die Frage der Bedeutung realer sozialer Kontakte m\u00c3\u00b6chte ich hier mal ausklammern, mit dem Hinweis darauf aber auch deren Bedeutung betonen.) Die Frage der &#8222;Vorteile&#8220; der Nutzung wird aber zunehmend \u00c3\u00bcberlagert durch die &#8222;Nachteile&#8220; der Nicht-Nutzung, von denen gerade auch Senioren betroffen sind, da sie die Bev\u00c3\u00b6lkerungsgruppe sind, die am wenigsten im Netz sind. Diese Nachteile fangen bei preisg\u00c3\u00bcnstigen Online-Shopping an und h\u00c3\u00b6ren beim Nicht-Zugang zu Informationen auf.<\/p>\n<p>Was sind aber Gr\u00c3\u00bcnde, warum Senioren so wenig im Internet sind? Wie eine Schweizer <a href=\"http:\/\/www.bakom.admin.ch\/dokumentation\/Newsletter\/01315\/01967\/01990\/index.html?lang=de\" target=\"_blank\">Untersuchung des Bundesamtes f\u00c3\u00bcr Kommunikation<\/a> zeigt, k\u00c3\u00b6nnen es z.B. \u00c3\u201engste sein, Unsicherheiten. Dies sind auch Punkte gewesen, die im Kurs oft von den Senioren angesprochen wurden. Was die Usability betrifft, habe ich zwei Aussagen gefunden: Die einen sagen, dass die Anforderungen an eine gute Gestaltung eher allgemein sind und Senioren hier Anforderungen haben, die anderen Anf\u00c3\u00a4nger auch haben &#8211; und wor\u00c3\u00bcber sich auch fortgeschrittene Nutzer freuen (z.B. \u00c3\u00bcbersichtliche Gestaltung, klare Benennung von Eingagebm\u00c3\u00b6glichkeiten, R\u00c3\u00bcckmeldungen bei Aktionen). Im Gegensatz zu anderen Altersgruppen wird aber behauptet, dass sich Senioren Probleme mit der Nutzung oft selbst zuschreiben. Und nicht zuletzt ist wohl auch eine Vorliebe f\u00c3\u00bcr pers\u00c3\u00b6nliche Kommunikation auszumachen. Aber empirisch gute Studien habe ich nicht dazu gefunden.<\/p>\n<p>So habe ich also die Teilnehmer am ersten Tag mit einer Reihe von Studien zur Internetnutzung von Senioren konfrontiert. Dabei habe ich dann auch \u00c3\u00b6fter auch Abfragen unter den Teilnehmern gemacht, wobei sich zum einen gezeigt hat, dass diese auf der einen Seite viel weiter fortgeschritten waren, als ich dachte (z.B. Nutzungsdauer des Internet und genutzte Anwendungen). Zum anderen waren aber auch die Unterschiede in den Voraussetzungen besonders gross und die Erwartungen daher auch sehr unterschiedlich. So habe ich mich dann entschlossen im zweiten Teil eher konkrete Angebote f\u00c3\u00bcr Senioren zu zeigen, wobei das was f\u00c3\u00bcr Senioren interessant ist f\u00c3\u00bcr anderen nicht uninteressant sein muss und umgekehrt.<\/p>\n<p>Es war eine wirklich spannende Erfahrung und ein sehr angenehmes Arbeiten (P\u00c3\u00bcnktlichkeit, Ruhe und hohe Motivation!). Momentan wird zwar viel \u00c3\u00bcber die Digital Natives diskutiert, aber vielleicht w\u00c3\u00a4re es gar nicht so schlecht, auch intensiver \u00c3\u00bcber die Internetrandgruppen zu sprechen und sich dort f\u00c3\u00bcr mehr Kompetenz und Zugang zum Internet einzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwann im Fr\u00c3\u00bchjahr diesen Jahres habe ich mich dazu entschlossen bei der Seniorenuniversit\u00c3\u00a4t der Universit\u00c3\u00a4t Z\u00c3\u00bcrich einen Kurs zum Thema &#8222;Silver Surfer &#8211; Senioren im Internet&#8220; anzubieten. 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