{"id":1086,"date":"2009-11-08T11:05:47","date_gmt":"2009-11-08T10:05:47","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=1086"},"modified":"2009-11-08T11:12:41","modified_gmt":"2009-11-08T10:12:41","slug":"herbsttagung-kommission-medienpaedagogik-dgfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/herbsttagung-kommission-medienpaedagogik-dgfe\/","title":{"rendered":"Herbsttagung Kommission Medienp\u00c3\u00a4dagogik (DGfE)"},"content":{"rendered":"<p>Diese Woche war ich in Dortmund auf der <a href=\"http:\/\/www.ifs.tu-dortmund.de\/herbsttagung2009\/\" target=\"_blank\">Herbsttagung der Kommission Medienp\u00c3\u00a4dagogik<\/a> der DGfE. Thema der Tagung lautete <strong>&#8222;Qualit\u00c3\u00a4tsentwicklung und Qualit\u00c3\u00a4tssicherung: Bildungs- und Lernprozesse mit (digitalen) Medien in der Schule und medienp\u00c3\u00a4dagogische Professionalisierung&#8220;<\/strong>. Sehr gespannt bin ich nach Dortmund gereist, war ich doch bisher noch nie auf einer Tagung dieser Kommission, deren Arbeit ich bisher dennoch intensiv verfolgt habe.<\/p>\n<p>Nach einer turbulenten Anreise habe ich es doch noch geschafft, das Doktorandenforum zu besuchen, was sich im Rahmen von Vernetzung sehr gelohnt hat. Dazu gibt es an sp\u00c3\u00a4terer Stelle mehr Informationen. Was mir inhaltlich auffiel, war die grosse Bedeutung, die das Konzept des medialen Habitus in der Arbeit der meisten Doktoranden einnimmt. Hier wird es in n\u00c3\u00a4chster Zeit einige spannende Arbeiten geben, die sich n\u00c3\u00a4her mit dem medialen Habitus von Lehrenden auseinandersetzen.<\/p>\n<p>Dann begann die Tagung mit vielen Beitr\u00c3\u00a4gen, so dass ich hier nur auf eine Auswahl eingehen kann:<\/p>\n<p>Den Beitrag von<strong> Joke Voogt<\/strong> (Universit\u00c3\u00a4t Twente, Niederlande)\u00c2\u00a0<em>Are teachers ready to teach in the information society? \u00e2\u20ac\u201c An international perspective <\/em>(<a href=\"http:\/\/www.ifs-dortmund.de\/ht\/abstracts\/abstract_voogt.pdf\" target=\"_blank\">Abstract<\/a>) kann man eigentlich mit drei Schlagworten zusammenfassen: skill, will and access. Wie sich aufgrund der Auswertungen der SITES Studien zeigte, liegt es genau daran: &#8222;Enhancing an educator\u00e2\u20ac\u2122s <em>will<\/em>, <em>skill<\/em> and <em>access to<\/em> technolgy tools will in turn lead to higher stages of classroom technology integration&#8220;. Sie stellte weiterhin das Konzept der Teacher Leaders vor, von denen der Medieneinsatz abh\u00c3\u00a4ngt (was nicht immer die gleiche Person wie der oder die ICT-Verantwortliche sein muss).<\/p>\n<p>Mehr Informationen auch \u00c3\u00bcber weitere Ergebnisse finden sich\u00c2\u00a0 im <a href=\"http:\/\/books.google.ch\/books?id=X2dIYc5PpTkC&amp;pg=PP1&amp;dq=International+Handbook+of+Information+Technology+in+Primary+and+Secondary+Education&amp;client=firefox-a#v=onepage&amp;q=&amp;f=false\" target=\"_blank\">International Handbook of Information Technology in Primary and Secondary Education<\/a>.<\/p>\n<p>Danach hielt\u00c2\u00a0 <strong>Margaret Cox<\/strong> vom\u00c2\u00a0 King\u00e2\u20ac\u2122s College London, UK<em> <\/em>unter dem Titel <em>Researching IT in education<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.ifs-dortmund.de\/ht\/abstracts\/abstract_cox.pdf\" target=\"_blank\">Abstract<\/a>) einen spannenden Vortrag, in dem sie vor allem auf die Entwicklung der ICT-Forschung einging (wie schon an der GMW auch hier ein Beitrag, der auch ein wenig die Historie aufgezeigt hat). Spannend war vor allem ihr Statement, dass man in England weg kommt von der individuellen Nutzung des Computers im Klassenraum, hin zu einer gemeinsamen Nutzung (z.B. mit SmartBoards).\u00c2\u00a0 Gefallen hat mir, dass sie aber auch die Finger auf die Wunden gelegt hat und einige Studien kritisch reflektierte, so z.B. die Untersuchung \u00c3\u00bcber &#8222;Web 2.0 Technologies for learning at key stages 3 and 4 in and out schools&#8220;<a href=\"http:\/\/www.lsri.nottingham.ac.uk\/web2.0\/\"> http:\/\/www.lsri.nottingham.ac.uk\/web2.0\/<\/a> in der die zeitliche Einordnung der Aktivit\u00c3\u00a4ten vergessen wurde.<\/p>\n<p>In einem Video wies sie nochmals auf die Medienwelten Jugendlicher hin, die sich mit Medien \u00c3\u00a4ndern (1. Beitrag):<br \/>\n<object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"560\" height=\"340\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/MuBkSlSExjQ&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"560\" height=\"340\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/MuBkSlSExjQ&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\"><\/embed><\/object><br \/>\n<strong>Renate Schulz-Zander<\/strong>, IFS, TU Dortmund sprach \u00c3\u00bcber <em>Bildungs- und Lernprozesse mit digitalen Medien in der Schule<\/em> und berichtete \u00c3\u00bcber einige spannende Ergebnisse aus ihren Projekten, z.B. Lehrerkooperation mit Medien. Auch hier zeigen sich bisher eher traditionelle Konzepte: h\u00c3\u00a4ufig gibt es einen Austausch von Materialien und Information, selten gibt es kollaboratives Arbeiten, Ko-Konstruktion von p\u00c3\u00a4dagogischem und didaktischem Wissen oder professionelle Lerngemeinschaften. Zusammenfassend kann man sagen, dass es durch Medien keine grundlegende Ver\u00c3\u00a4nderung der Kooperation gibt, aber digitale Medien  bestehende Kooperationen vertiefen und  die Kommunikation erleichtern.<\/p>\n<p>Sehr spannend (auch f\u00c3\u00bcr meinen Vortrag) war der Beitrag von <strong>Heinz Moser<\/strong>, PH Z\u00c3\u00bcrich zum Thema <em>Bildungsstandards<\/em>. Er ordnete kurz das Thema Bildungsstandards ein und bezog es dann auf Standards in der Medienbildung.<\/p>\n<p>Er nannte folgende Gr\u00c3\u00bcnde f\u00c3\u00bcr Standards<\/p>\n<blockquote><p>&#8211; <strong>f\u00c3\u00a4cher\u00c3\u00bcbergreifender Ansatz<\/strong> (statt der Abh\u00c3\u00a4ngigkeit von individuellen Interessen der Lehrpersonen erfolgt systematischer kompetenzorientierter Aufbau von F\u00c3\u00a4higkeiten, Grundwissen als Voraussetzung f\u00c3\u00bcr Medienanwendung)<br \/>\n&#8211; <strong>Kompetenzorientierung<\/strong> Kompetenzen sind zentral<br \/>\n&#8211; <strong>Bildungspolitische Trend<\/strong> (Entwicklung von Standards in Kernf\u00c3\u00a4chern, Medienkompetenz als Schl\u00c3\u00bcsselkompetenz), Harmonisierung des Bildungswesens -&gt; Anspruch f\u00c3\u00bcr besser Verankerung im Bildungswesen, Anerkennung als zentraler Bildungsgegenstand, &#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Dennoch thematisierte er auch Probleme bei Bildungsstandards, so z.B. das Deduktionsproblem hinter dem Konzept der Bildungsstandards, die Normativit\u00c3\u00a4t oder\u00c2\u00a0 Gefahr von Standards als prim\u00c3\u00a4re Lernziele (Bildungsstandards \u00e2\u20ac\u201c Lehrpl\u00c3\u00a4ne) mit dem Hinweis auf Amerika, wo ein Trend zum <em>Teaching to the Test<\/em> und zur Verschulung schon nachweisbar ist.<\/p>\n<p>Er sprach von zwei Modellen von Bildungsstandards und nannte es zum einen das Klieme-Modell: Kompetenzen als disziplin\u00c3\u00a4res Wissen, dom\u00c3\u00a4nenspezifisch und als zweites das dispositionsorientierte Modell aus der Erwachsenenp\u00c3\u00a4dagogik (Erpenbeck), wobei er sich im Bereich der Medienbildung f\u00c3\u00bcr das zweite Modell aussprach. Kompetenzen w\u00c3\u00a4ren demnach Medienreflexion und Einbezug in die eigene Identit\u00c3\u00a4tskonzept, Handlungsf\u00c3\u00a4higkeit, Selbstorganisiertes Handeln aufgrund von Medienwissen sowie Kommunikationsf\u00c3\u00a4higkeit vermittels Medien.<\/p>\n<p>Der erste Tag wurde von<strong> Heidi Schelhowe<\/strong>, Universit\u00c3\u00a4t Bremen<em> <\/em>mit dem Vortrag <em>Kompetenzen in einer digital gepr\u00c3\u00a4gten Kultur &#8211; Zum Bericht der Expertenkommission des BMBF zur Medienbildung<\/em> beendet. Hier berichtetet sie \u00c3\u00bcber die Erstellung der <a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/pub\/kompetenzen_in_digital_kultur.pdf\" target=\"_blank\">BMBF-Expertise<\/a>.<\/p>\n<p>Am n\u00c3\u00a4chsten Tag stand im ersten Vortrag die Perspektive Norwegens im Vordergrund: <strong>Rune Krumsvik<\/strong>, Universit\u00c3\u00a4t Bergen, Norwegen referierte in seinem Vortrag <em>The digital challenges to school and teacher education in Norway: some urgent questions and the search for some answers<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.ifs-dortmund.de\/ht\/abstracts\/abstract_krumsvik.pdf\" target=\"_blank\">Abstract<\/a>) \u00c3\u00bcber Medienp\u00c3\u00a4dagogik in Norwegen.<\/p>\n<p>In einer Session berichtete <strong>Dominik Petko<\/strong>, PH Zentralschweiz-Schwyz, \u00c3\u00bcber <em>Faktoren der Entwicklung des ICT-Einsatzes in Schulen: Quantitative Befunde aus zwei Schweizer Bestandsaufnahmen <\/em>(<a href=\"http:\/\/www.ifs-dortmund.de\/ht\/abstracts\/abstract_petko.pdf\" target=\"_blank\">Abstract<\/a>) und hielt spannende Zahlen parat. Zum einen nutzen Lehrpersonen den Computer vor allem zur Vorbereitung des Unterrichts (wie auch andere deutsche Studien schon zeigten), zum anderen liegt der mangelnde ICT Einsatz im Unterricht nach Auskunft der ICT-Verantwortlichen vor allem an der mangelnden ICT-didaktischen Kompetenz. Nicht so sehr die technische Kompetenz, sondern vor allem Fragen der Integration in den Unterricht sind zentral f\u00c3\u00bcr den Einsatz.\u00c2\u00a0 F\u00c3\u00bcr mich spannend war die Aussage, dass der ICT-Lehrplan signifikante Unterschiede im Einsatz hervorruft, Lehrpl\u00c3\u00a4ne sind also nicht nur &#8222;Papiertiger&#8220;, sondern haben durchaus einen Effekt.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Ich war zum ersten Mal auf der Kommissionstagung und muss sagen, ich fand es eine sehr spannende Tagung: ich habe das Gef\u00c3\u00bchl, dass sich die Gr\u00c3\u00a4ben zwischen Medienp\u00c3\u00a4dagogik und E-Learning (wie ich <a href=\"http:\/\/gabi-reinmann.de\/?p=1435#comment-6807\" target=\"_blank\">hier<\/a> noch geschrieben habe) so langsam aufweichen und man zumindest von Seiten der Medienp\u00c3\u00a4dagogik auf andere Bereiche zugeht und man wirklich an einer Zusammenarbeit und einem Austausch interessiert ist.<\/p>\n<p>Weiterhin machte es das &#8222;famili\u00c3\u00a4re&#8220; Format der Tagung sehr einfach, neue Kontakte zu schliessen, auch wenn man den ein oder die andere schon von fr\u00c3\u00bcher oder aus dem Netz kannte (nicht zu untersch\u00c3\u00a4tzen die Twitterer, die unter #KMP09 die Tagung begleiteten und die ich z.T. auch zum ersten Mal sah).<\/p>\n<p>Noch eines ist mir aufgefallen: der grosse Diskurs und die Diskussionskultur: die Moderatoren achteten strikt auf die Zeit, und zu jedem! Beitrag, in dem ich sass, gab es am Schluss ca. 5-10 Minuten Diskussion und R\u00c3\u00bcckfragen. Dies kenne ich von anderen Tagungen z.T. sehr anders \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Alles in allem eine Tagung, die sich f\u00c3\u00bcr mich sehr gelohnt hat, nicht nur aufgrund der wertvollen R\u00c3\u00bcckmeldungen zu meiner Arbeit (doch dazu in einem zweiten Posting mehr). Generell hatte ich das Gef\u00c3\u00bchl, dass die Kommission auch sehr\u00c2\u00a0 an Arbeiten des Nachwuchses interessiert ist und diese sehr konstruktiv diskutiert und involviert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche war ich in Dortmund auf der Herbsttagung der Kommission Medienp\u00c3\u00a4dagogik der DGfE. Thema der Tagung lautete &#8222;Qualit\u00c3\u00a4tsentwicklung und Qualit\u00c3\u00a4tssicherung: Bildungs- und Lernprozesse mit (digitalen) Medien in der Schule und medienp\u00c3\u00a4dagogische Professionalisierung&#8220;. Sehr gespannt bin ich nach Dortmund gereist, war ich doch bisher noch nie auf einer Tagung dieser Kommission, deren Arbeit ich bisher [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1086","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mandyschiefner"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1086","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1086"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1086\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1105,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1086\/revisions\/1105"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1086"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1086"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1086"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}