{"id":11,"date":"2005-07-26T12:18:00","date_gmt":"2005-07-26T12:18:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandyschiefner.ch\/blog\/archives\/847"},"modified":"2005-07-26T12:18:00","modified_gmt":"2005-07-26T12:18:00","slug":"lernen-will-gelernt-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/lernen-will-gelernt-sein\/","title":{"rendered":"Lernen will gelernt sein"},"content":{"rendered":"<p>Ein interessanter Artikel zum Thema Zukunft des e-learning:<\/p>\n<p>&#8222;Auf den Lernenden und seine Lernmethode ma\u00c3\u0178geschneiderte Lehrinhalte \u00c3\u00bcber das Netz zu vermitteln klingt ph\u00c3\u00a4nomenal. Blo\u00c3\u0178 haben die Verk\u00c3\u00bcnder des E-Learnings nicht bedacht, dass Lernende nicht immer zu den &#8222;early adoptern&#8220; der IT-Szene z\u00c3\u00a4hlen.<\/p>\n<p>Die Idee, sangen die deutschen Pop-Buben Tocotronic einst, ist gut &#8211; aber die Welt noch nicht bereit. Und damit, meint Oliver Holle, tr\u00c3\u00a4fen die Hamburger Musiker auch in seinem Metier voll ins Schwarze: Die Welt, erkl\u00c3\u00a4rt Holle, tickt anders, als es mancher Entwickler gerne h\u00c3\u00a4tte. Und man k\u00c3\u00b6nne, erkl\u00c3\u00a4rt der Leiter des Researchstudios Smart Agents, eben mit der besten Idee nicht fordern, dass die Welt sich ihren Rahmenbedingungen gef\u00c3\u00a4lligst anpasst. Aber gerade in der IT-Szene sei es mitunter schwer, diese Binsenweisheit durchzusetzen: &#8222;Da m\u00c3\u00bcssen Hausaufgaben gemacht werden.&#8220;<\/p>\n<p>Holle hat sie gemacht. Und orientiert sich l\u00c3\u00a4ngst vom reinen E-Learning-Markt weg. Hin zu anderen, mehr an der Basis verankerten Themen: &#8222;Die Bed\u00c3\u00bcrfnisse gro\u00c3\u0178er Firmen und Institutionen liegen oft immer noch darin, die <b>interne Kommunikation und den Austausch zwischen Stabsstellen und Experten<\/b> zu optimieren. Das haben viele noch nicht im Griff.&#8220; Und erst wenn derartige Zores beseitigt seien, k\u00c3\u00b6nne man &#8222;sich mit voller Kraft der Thematik des E-Learnings widmen.&#8220; Wie gut die Idee ist, ist bekannt: E-Learning ist die dezentrale, individuell terminisierbare und auf Bed\u00c3\u00bcrfnisse, Lernmethoden und -zeiten des Users abgestimmte Vermittlung von Wissen \u00c3\u00bcber das Web. Prinzip: &#8222;Effizient erarbeiten statt Lektionen absitzen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Vorteile f\u00c3\u00bcr Lehrende und Lernende liegen auf der Hand. Egal ob f\u00c3\u00bcr Schulen, Universit\u00c3\u00a4ten, Verwaltungsbeh\u00c3\u00b6rden, Unternehmen oder Communitynetzwerke: Auf eigenen Lernplattformen ma\u00c3\u0178geschneiderte Aus-, Weiter-und Fortbildungsmodule und -programme zu installieren, die zum einen multimedial und interaktiv das Erarbeiten von Inhalten erm\u00c3\u00b6glichen und zum anderen vom Lehrenden oder Vortragenden st\u00c3\u00a4ndig upgedated, modifiziert oder neu arrangiert werden k\u00c3\u00b6nnen, klingt zu sch\u00c3\u00b6n, um nicht als bildungspolitischer Traum zu gelten. Gerade in einer Gesellschaft, die sich &#8222;lebenslanges Lernen&#8220; auf die Fahnen schreibt. Und: E-Learning kann funktionieren &#8211; zahlreiche amerikanische wie europ\u00c3\u00a4ische Beispiele zeigen es. Pharmahersteller, Aufzugsbauer oder Fahrzeughersteller prahlten in den vergangen Jahren mit ihren zukunftsweisenden Versionen zum Thema.<\/p>\n<p>Universit\u00c3\u00a4ten kooperierten mit aus dem Boden schie\u00c3\u0178enden Software- und Content-Schmieden. Im &#8222;kleinen&#8220;, nicht kommerziellen Bereich haben Weblogs und Wikis l\u00c3\u00a4ngst auch Bildungsfunktionen \u00c3\u00bcbernommen &#8211; und Bildungspolitiker schw\u00c3\u00a4rmten sogar in \u00c3\u2013sterreich &#8211; vor und nach Pisa &#8211; davon, wie und dass E-Learning die Bildungswelt revolutionieren w\u00c3\u00bcrde.<br \/>\nBlo\u00c3\u0178 &#8211; und das nur als kleine Anmerkung: Wie sieht es eigentlich an den Schulen und bei den Sch\u00c3\u00bclern daheim tats\u00c3\u00a4chlich mit der Hardware und der Netzanbindung aus? Eben. Die Welt tickt halt anders &#8211; aber &#8222;Hype&#8220; versteht heute jede Unterrichtsministerin.<br \/>\nHolle vergleicht den mit jener Jubelstimmung, die dem Zauberwort &#8222;Internet&#8220; lange anhaftete: &#8222;Da glaubte man an das Web als eigenst\u00c3\u00a4ndigen Kommunikations- oder Marketingkanal &#8211; mittlerweile hat man erkannt, dass es sich als Teil eines integrierten Systems besser nutzen l\u00c3\u00a4sst.&#8220;<br \/>\nUnd dass Monokulturen in Bereichen, in denen auch &#8211; oder vor allem &#8211; Nichtspezialisten mit f\u00c3\u00bcr &#8222;early adopter&#8220; simplen Gadgets arbeiten sollen, oft den gegenteiligen Effekt haben: &#8222;In den letzten zehn Jahren&#8220;, analysiert Theo Hug vom Innsbrucker Institut f\u00c3\u00bcr Erziehungswissenschaften und Leiter des Researchstudios E-Learning Environments, &#8222;wurden so viele IT-Versprechen abgegeben, dass viele Firmen und Benutzer es Leid wurden, sich mit tats\u00c3\u00a4chlich oft unausgereiften L\u00c3\u00b6sungen auseinander zu setzen.&#8220; Und nun, wo &#8222;gute, neue und elegante L\u00c3\u00b6sungen verf\u00c3\u00bcgbar&#8220; sind, m\u00c3\u00bcsse man eben vielfach verlorenes Terrain erst wieder gewinnen.&#8220;<\/p>\n<p>(Hug: &#8222;Manche Sch\u00c3\u00bcler, die auf ihren Rechnern daheim etwa den Umgang mit Spielumgebungen, die sich auch in Lernprogrammen wiederfinden, l\u00c3\u00a4ngst gewohnt sind, tun sich mit Dingen leicht, die in jedem KMU schlicht unanwendbar sind&#8220;) viel st\u00c3\u00a4rker ber\u00c3\u00bccksichtigen: &#8222;Je allt\u00c3\u00a4glicher die Nutzung verschiedenster Medien geht, umso leichter wird es, E-Learning in den Alltag zu transportieren.&#8220; Zum einen durch die verst\u00c3\u00a4rkte Anwendung von mobilen, kosteng\u00c3\u00bcnstig, leistungsstarken und f\u00c3\u00bcr alle Nutzer verst\u00c3\u00a4ndlichen Endger\u00c3\u00a4ten. Zum anderen aber durch die sinnvolle Kombination und Integration verschiedenster Medien. Hug: &#8222;Man muss formale und integrierte Lernprozesse verbinden. Da geht es um die Interaktion von kulturellen und technologischen Prozessen. \u00c3\u0153ber diese Dinge wird noch viel zu wenig nachgedacht.&#8220; Aber das, betont der IT-P\u00c3\u00a4dagoge, sei eine Lektion, die viele IT-K\u00c3\u00b6pfe erst lernen m\u00c3\u00bcssten. Per E-Learning oder anders: &#8222;Technik als Selbstzweck steht oft sehr schnell sehr alt da &#8211; auch wenn sie ganz neu ist.<br \/>\n(Thomas Rottenberg\/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23. 5. 2005)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein interessanter Artikel zum Thema Zukunft des e-learning: &#8222;Auf den Lernenden und seine Lernmethode ma\u00c3\u0178geschneiderte Lehrinhalte \u00c3\u00bcber das Netz zu vermitteln klingt ph\u00c3\u00a4nomenal. 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