{"id":1147,"date":"2009-12-02T23:22:00","date_gmt":"2009-12-02T22:22:00","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=1147"},"modified":"2009-12-02T23:22:00","modified_gmt":"2009-12-02T22:22:00","slug":"e-portfolios-staerkung-des-prozesses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/e-portfolios-staerkung-des-prozesses\/","title":{"rendered":"E-Portfolios: St\u00c3\u00a4rkung des Prozesses"},"content":{"rendered":"<p>Letzte Woche hat in Hamburg die Campus Innovation stattgefunden, diesmal mit dem Schwerpunkt E-Portfolios. An zahlreichen Stellen ist schon berichtet worden. Ich konnte leider nicht anwesend sein und habe die Diskussion nur \u00c3\u00bcber twitter und die Blogberichterstattung verfolgt. Dabei m\u00c3\u00b6chte ich zwei Artikel rausgreifen, die mich zum Denken angeregt haben und gut mit unseren Erfahrungen an der Arbeitsstelle f\u00c3\u00bcr Hochschuldidaktik zu verkn\u00c3\u00bcpft sind: zum einen der Artikel von <a href=\"http:\/\/gabi-reinmann.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/Artikel_Hamburg_CampInnovation_final.pdf\" target=\"_blank\">Gabi<\/a> und Silvia zum anderen den von <a href=\"http:\/\/www.frank-vohle.de\/node\/209\" target=\"_blank\">Frank<\/a>. Er schreibt in seinem Weblog:<\/p>\n<blockquote><p>Was IST also ein Portfolio? Sicherlich nicht das Erscheinungsbild (Gesicht) z.B. Pr\u00c3\u00a4sentations-, Showcase etc. Portfolio, sicherlich nicht die Technologie wordpress, Mahara oder drupalEd. Sondern? Ehe man hier wieder in eine allgemeine Beschreibung der Methode (sammeln, reflektieren, selektieren, pr\u00c3\u00a4sentieren) oder auch Taxonomie abdriftet, f\u00c3\u00a4nde ich es zur Erdung und Kl\u00c3\u00a4rung der Diskussion gut, wenn wir in Zukunft von \u00e2\u20ac\u017edicht beschrieben Beispielen\u00e2\u20ac\u0153 h\u00c3\u00b6ren k\u00c3\u00b6nnen (von der Perspektive wie bei <a href=\"http:\/\/www.weiterbildungsblog.de\/\">Joachim Robes<\/a>), die in der Praxis einen darstellbaren Mehrwert erzeugen. Das h\u00c3\u00a4tte den Vorteil, dass wir weniger \u00c3\u00bcber theoretische &#8222;Rahmungen&#8220;, Kooperationspartner und Didaktik-W\u00c3\u00bcnschen h\u00c3\u00b6ren w\u00c3\u00bcrden (Redundanzen), sondern mehr in die konkreten Erfahrungen und Interaktionen \u00e2\u20ac\u017evor Ort\u00e2\u20ac\u0153 eintauchen k\u00c3\u00b6nnten, die \u00e2\u20ac\u00a6 einen UNTERSCHIED machen! Also Beispiele und diese dann mit der Lupe und in \u00e2\u20ac\u017eslow motion\u00e2\u20ac\u0153 betrachten. Ich bin der festen \u00c3\u0153berzeugung, dass genau diese Hinwendung zu Beispielen (Empirie) und damit zu k o n k r e t e n didaktischen Anforderungen in der Dom\u00c3\u00a4ne x,y,z die theoretische Diskussion stimulieren und die verwendeten Begriffe mit Inhalt f\u00c3\u00bcllen w\u00c3\u00bcrde. Am Ende darf es jedenfalls nicht passieren, dass jemand berechtigter Weise fragt: Was ist ein Portfolio? \u00e2\u20ac\u00a6 und alle im Raum zwar hundert Rahmungen, aber kein Bild im Kopf haben. (Frank Vohle, <a href=\"http:\/\/www.frank-vohle.de\/node\/209\" target=\"_blank\">E-Portfolio &#8230; der wunde Punkt<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Nun es sicherlich fraglich, ob die Praxis diese Aufgabe \u00c3\u00bcberhaupt leisten kann oder ob man hier nicht ein nebeneinander von Theorie und Praxis ben\u00c3\u00b6tigt. F\u00c3\u00bcr mich ist jedoch die Grundfrage, die Frage nach dem Wesen des Portfolios eine zentrale. Dies ist aber aus unserer bisherigen Erfahrung nicht so einfach. Aber zuerst eine kurze Erkl\u00c3\u00a4rung unseres Hintergrunds:<\/p>\n<p>Eines unserer hochschuldidaktischen Weiterbildungsprogramme wird mit der Erstellung eines Lehrportfolio abgeschlossen. Haben die Dozierenden dies bisher immer als dicken Ordner angelegt, haben wir nun dieses Jahr die ersten Erfahrungen mit E-Portfolios gemacht &#8230; und es hat uns an vielen Stellen zum Denken gegeben, unter anderem auch die Frage, was das Portfolio denn nun genau ist (bis hin zur Frage, wie sich eine \u00c2\u00abBewertung\u00c2\u00bb mit der elektronischen Variante ver\u00c3\u00a4ndert).<\/p>\n<p>Wir haben gemerkt, dass der Begriff des Portfolios, vor allem f\u00c3\u00bcr die elektronische Variante, nicht sehr passend ist, suggeriert er doch eine irgendwie geartete Mappe. Doch um die Mappe geht es aus unserer Erfahrung nur sehr sekund\u00c3\u00a4r, vor allem, wenn man am Schluss im virtuellen Raum gar keine Mappe mehr hat. Das eigentlich wichtige ist der Prozess des Sammelns und Reflektierens &#8211; und es ist eigentlich egal, ob am Schluss ein Showcase-, Bewertungs- oder was auch immer f\u00c3\u00bcr ein Portfolio generiert wird. Hier finde ich die Software-\u00c3\u0153berlegung im Hintergrund noch eine einsichtige Parallele: Man kann (z.B. mit Mahara) aus seinen bisher gesammelten Artefakten dann unterschiedliche Ansichten generieren &#8230; und genau darauf kommt es meiner Meinung nach an. Wir sollten den Blick ein St\u00c3\u00bcck weit weg vom Produkt hin auf den Prozess lenken. Dies ist nat\u00c3\u00bcrlich schwierig, da der Prozess a) etwas kontinuierliches ist, der nicht auf ein Seminar oder eine Lehrveranstaltung begrenzt ist und b) wenig sichtbar ist. Aber genau hier liegen aus unseren Erfahrungen die Potenziale &#8211; zumindest f\u00c3\u00bcr unseren Bereich der Teaching-ePortfolios.<\/p>\n<p>Betrachtet man Portfolios als Prozess (sicherlich keine neue Forderung), dann stellt sich die Anforderungen, diesen Prozess sozusagen zum Alltag werden zu lassen und in unserem Fall Dozierende schon von Anfang an mit dem Prozess vertraut zu machen, so dass es zu einem Sammeln und Reflektieren \u00c3\u00bcber die gesamte Zeit kommt (und nicht auf ein Seminar oder \u00c3\u00a4hnliches beschr\u00c3\u00a4nkt bleibt). Und hier kommen die Probleme ins Spiel, die Gabi in ihrem Artikel angerissen hat: over-scripting, over-action and over-reflection. Hier erscheint uns die einzige M\u00c3\u00b6glichkeit, die Autonomie der Dozierenden zu st\u00c3\u00a4rken: es ist (zumindest uns) egal, wann sie was wie mit welcher Absicht sammeln. Wir schreiben Ihnen ja auch nicht vor, welche Gedanken uns Textstellen sie wie f\u00c3\u00bcr ihre Forschung dokumentieren und reflektieren. Diese Analogie zur Forschung, allerdings unter einer anderen Konnotation wie Gabi sie verwendet, war in unserer bisherigen Arbeit hilfreich.<\/p>\n<p>Wie und wo Forschende ihre Gedanken ordnen, ob sie einen Zettelkasten oder citavi oder sonst ein Produkt nutzen. Jedoch ist beim Forschen diese Denkleistung und die Hintergrundarbeit (zumindest f\u00c3\u00bcr die Geistes- und Sozialwissenschaften) eine Hauptaufgabe, in die man fr\u00c3\u00bch schon sozialisiert wird. Ob dieses Gedankenkonstrukt dann als Artikel oder Pr\u00c3\u00a4sentation ver\u00c3\u00b6ffentlicht wird, ist erst einmal (zumindest auf den Prozess gesehen) nebens\u00c3\u00a4chlich. Ich bin mir im Klaren, dass dieser Vergleich an einigen Stellen hinkt, aber f\u00c3\u00bcr uns macht er nochmals deutlich, an welchen Stellen gerade im Lehrbereich bisher Unterschiede gemacht werden.<\/p>\n<p>Dieses Bild ist nat\u00c3\u00bcrlich nur in unserem sehr eingeschr\u00c3\u00a4nkter Blick auf E-Portfolios brauchbar: bei uns geht es nicht im klassischen Sinne um Assessment von Leistungen (wie im Artikel von Gabi), sondern um die Unterst\u00c3\u00bctzung der Dozierenden in Lehr-Lernfragen und die Reflexion \u00c3\u00bcber Lehre. Insofern sind auch andere &#8222;Ziele&#8220; mit dem Prozess verbunden. Dennoch ist f\u00c3\u00bcr mich auch die Frage, ob man das Assessment nicht ein wenig mehr in die Eigenverantwortung der Studierenden legen k\u00c3\u00b6nnte (analog zu den eigentlich 1970 formulierten und heute immer noch revolution\u00c3\u00a4r anmutenden Vorschl\u00c3\u00a4ge der Bundesassistentenkonferenz).<\/p>\n<p>Ich bin mir klar, dass ich mit diesem Beitrag eventuell auch mehr Fragen generiert als beantwortet habe, aber es ist f\u00c3\u00bcr uns in diesem Projekt auch noch vieles offen, es bleibt also weiter spannend \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche hat in Hamburg die Campus Innovation stattgefunden, diesmal mit dem Schwerpunkt E-Portfolios. An zahlreichen Stellen ist schon berichtet worden. Ich konnte leider nicht anwesend sein und habe die Diskussion nur \u00c3\u00bcber twitter und die Blogberichterstattung verfolgt. 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