{"id":1394,"date":"2010-07-24T14:54:35","date_gmt":"2010-07-24T14:54:35","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=1394"},"modified":"2010-07-24T14:59:33","modified_gmt":"2010-07-24T14:59:33","slug":"extreme-working-extreme-learning","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/extreme-working-extreme-learning\/","title":{"rendered":"eXtreme working &#8211; eXtreme learning?"},"content":{"rendered":"<p>Der Titel der Publikation mag auf den ersten Blick etwas reisserisch wirken, dabei ist er eigentlich nur abgeleitet von &#8222;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Extreme_Programming\" target=\"_blank\">eXtreme programming<\/a>&#8222;, einer Methode der Softwareentwicklung, die in erstaunlicher Weise das Lernen unterst\u00c3\u00bctzt, ohne das dieser Gedanke so explizit bei der Entwicklung des Ansatzes im Mittelpunkt stand. Aber der Reihe nach:<\/p>\n<p>&#8222;<a href=\"http:\/\/www.waxmann.com\/index.php?id=buecher&amp;no_cache=1&amp;L=0&amp;tx_p2waxmann_pi1[buch]=BUC120847&amp;cHash=9af13da308\" target=\"_blank\">eXtreme working &#8211; eXtreme learning?: Grenzg\u00c3\u00a4nge zwischen Arbeiten und Lernen<\/a>&#8220; ist der Ergebnisbericht eines Wirtschaftsmodellversuch, gef\u00c3\u00b6rdert durch das Bundesministerium f\u00c3\u00bcr Bildung und Forschung BMBF und begleitet durch das Bundesinstitut f\u00c3\u00bcr Berufbildung BIBB. Ziel des Modellversuchs war die Erforschung und Entwicklung von Lernformen f\u00c3\u00bcr kleine und mittelst\u00c3\u00a4ndige Unternehmen in der IT-Branche. Das Projekt basierte dabei u.a. auf einer Studie vom Dehnbostel, Molzberger und Overwien (2003) zu informellen Lernformen in IT-Unternehmen.<\/p>\n<p>Das Buch beleuchtet, wie in der IT-Branche Lernen und Arbeiten miteinander verbunden sind, so dass eine Trennung dieser Bereiche kaum mehr m\u00c3\u00b6glich ist. Anhand vieler Beispiele wird dabei gezeigt, wie diese Verschmelzung konkret aussieht und wie sie auch so gestaltet werden kann.<\/p>\n<p>Ein Beispiel daf\u00c3\u00bcr ist das oben schon erw\u00c3\u00a4hnte eXtreme programming, eine Form des Pair-Programming, bei dem zwei Entwickler gemeinsam an einem Computer und einen Code arbeiten. Eine irre Erfahrung schon beim zusehen. Entwicklung und Reflexion der Ergebnisse sind hier aufs engste miteinander verwoben. Oft begegnet sind uns auch in expliziter oder eher impliziter Form Gesch\u00c3\u00a4ftsf\u00c3\u00bchrungstandems, also eine Gesch\u00c3\u00a4ftsf\u00c3\u00bchrung, die aus einem kaufm\u00c3\u00a4nnischem und einem technischen Gesch\u00c3\u00a4ftsf\u00c3\u00bchrer bestand. Auch dies f\u00c3\u00bcr uns ein Ansatz, der die Reflexion des eigenen Tuns in hohem Masse unterst\u00c3\u00bctzt. Und noch ein dritten Beispiel, was eigentlich viele kleine Beispiele sind, die wir Lernspots genannt haben: Kleine Reflexionsanl\u00c3\u00a4sse, die gezielt in den Arbeitsalltag integriert sind und als Reflexionsfolie f\u00c3\u00bcr das eigene Tun dienen sollen, wie z.B. Kaffeetassen mit Fragen wie &#8222;Wer k\u00c3\u00b6nnte das Problem sonst noch l\u00c3\u00b6sen?&#8220; oder &#8222;Genug getestet?&#8220; oder kleinen Applikationen, die die Teamstimmung darstellen. Diese Elemente wurden dabei nie bewusst als Lernunterst\u00c3\u00bctzung implementiert, tragen aber dazu bei Erfahrungen zu reflektieren und Lernen zu unterst\u00c3\u00bctzen.<\/p>\n<p>Lernen, so vielleicht als kleinen Fazit, ist notwendiger Bestandteil in allen Firmen gewesen, die wir begleitet haben. Alle Firmen haben viel getan um Lernen zu unterst\u00c3\u00bctzen, ohne dass ihnen das bewusst war und dass man auf den ersten Blick von Lernen sprechen w\u00c3\u00bcrde. Lernen wurde im Arbeitsprozess gef\u00c3\u00b6rdert und Formen der Lernunterst\u00c3\u00bctzung sind deshalb im Arbeitsprozess zu finden. F\u00c3\u00bcr die Gestaltung von Lernen in kleinen und mittelst\u00c3\u00a4ndischen IT-Unternehmen heisst dies: Lernen viel konsequenter aus dem Blickwinkel der Arbeit zu betrachten und vor allem das informelle Lernen zu f\u00c3\u00b6rdern.<\/p>\n<p>Unsere Erfarung zeigt, das Lernen in den begleiteten Unternehmen immer ein Thema war, dass mit Schulungen in Verbindung gebracht wurde, selten mit den vielen kleinen und gr\u00c3\u00b6ssere Initiativen, die das Lernen im Arbeitsprozess unterst\u00c3\u00bctzt haben. Die Diskussion um Lernen im Arbeitsprozess ist bei ihnen noch nicht angekommen &#8211; und dies ist kein Vorwurf an die Unternehmen, sondern an die Wissenschaft, die es nicht schafft ihre Ergebnisse auch dieser Zielgruppe zu kommuniziern. Vor diesem Hintergrund haben wir eine neue Form der Publikation unserer Ergebnisse gesucht und versucht, unsere Ergebnisse in einem ansprechendem Format mit einer verst\u00c3\u00a4ndlichen Art zu dokumentieren. Leider erweckt diese Stil schnell den Eindruck unwissenschaftlichen Schreibens, worin vielleicht auch der Grund gesehen werden muss, warum das Buch erst drei Jahre nicht ver\u00c3\u00b6ffentlicht wurde, bis wir es jetzt schliesslich selbst in die Hand genommen haben &#8211; dann leider ohne finanzielle Mittel und daher &#8222;nur&#8220; als eBook.Wir sind dennoch froh, dass das Buch nun erschienen ist und in dieser Form nun vorliegt.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" allowtransparency=\"true\" style=\"background-color:transparent\"  src=\"http:\/\/www.e-cademic.de\/product\/embeded\/isbn\/9783830923206\/version\/1\" frameborder=\"0\" width=\"220\" height=\"280\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<p>Dehnbostel,  P., Molzberger, G. &amp; Overwien, B. (2003). Informelles Lernen in modernen Arbeitsstrukturen. Dargestellt  am Beispiel von Klein- und Mittelbetrieben der IT-Branche, Schriftenreihe der Senatsverwaltung f\u00c3\u00bcr Wirtschaft, Arbeit und Frauen,  Heft 56, Berlin.<\/p>\n<p>Br\u00c3\u00bcggemann, A., Dehnbostel P. &amp; Rohs, M. (2010).\u00c2\u00a0 eXtreme working &#8211; eXtreme learning? Grenzg\u00c3\u00a4nge zwischen Arbeiten und  Lernen in der IT-Branche. M\u00c3\u00bcnster: Waxmann-Verlag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Titel der Publikation mag auf den ersten Blick etwas reisserisch wirken, dabei ist er eigentlich nur abgeleitet von &#8222;eXtreme programming&#8222;, einer Methode der Softwareentwicklung, die in erstaunlicher Weise das Lernen unterst\u00c3\u00bctzt, ohne das dieser Gedanke so explizit bei der Entwicklung des Ansatzes im Mittelpunkt stand. 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