{"id":1453,"date":"2010-09-15T20:20:17","date_gmt":"2010-09-15T20:20:17","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=1453"},"modified":"2010-09-15T20:26:50","modified_gmt":"2010-09-15T20:26:50","slug":"gmw-2010-digitale-medien-fuer-forschung-und-lehre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/gmw-2010-digitale-medien-fuer-forschung-und-lehre\/","title":{"rendered":"GMW 2010 | Digitale Medien f\u00c3\u00bcr Forschung und Lehre"},"content":{"rendered":"<p>Nun ist sie wieder vorbei, die GMW Tagung und traditionell folgt an dieser Stelle ein R\u00c3\u00bcckblick.<\/p>\n<p>Gestartet ist die GMW mit einem neuen Format der PreConference: <strong>EduCamp meets GMW<\/strong> (hier der <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=R42h5zRYOTU\" target=\"_blank\">tolle Film<\/a> der Studierenden der Universit\u00c3\u00a4t Augsburg, der das Konzept sehr gut veranschaulicht). Ich habe mit Sandra eine Session angeboten, die sich aus einem vergangenen <a href=\"http:\/\/bit.ly\/9N9vnP\" target=\"_blank\">Blogbeitrag<\/a> entwickelt hat. Hier gibt es eine <a href=\" http:\/\/bit.ly\/9COnT0\" target=\"_blank\">Dokumentation<\/a>, die einen Einblick gibt, wie die Diskussion in ungef\u00c3\u00a4hr gelaufen ist. Spannend war f\u00c3\u00bcr mich, dass sich wirklich keine\/r an der Metapher des Liebhabermarkts gerieben hat. Ist gute Lehre wirklich nur was f\u00c3\u00bcr Liebhaber? Die Session mit Alex zum <a href=\"http:\/\/osr.lernen-unibw.de\/\" target=\"_blank\">Open Study Review<\/a>,\u00c2\u00a0dem Tool zur Sammlung bildungswissenschaftlicher Studien, ist leider nicht zustande gekommen, daf\u00c3\u00bcr haben wir das Thema am Mittwoch in einer Posterpr\u00c3\u00a4sentation pr\u00c3\u00a4sentiert (s.u.).<\/p>\n<p>Nach der Keynote war dann ich an der Rolle. Ich habe \u00c3\u00bcber <a href=\"http:\/\/www.gmw10.ch\/programm\/hauptkonferenz\/sessions\/session-c-vernetztes-und-forschendes-lernen\/forschendes-lernen-und-medien-ein-beispiel-aus-den-geschichtswissenschaften.html\" target=\"_blank\">digitale Medien und forschendes Lernen<\/a> gesprochen. Nach dem Vorstellen unseres Modells zum forschenden Lernen (einen Blick und ein Video findet sich <a href=\"http:\/\/www.afh.uzh.ch\/schwerpunkte\/universitaereDidaktik\/ForschungLehre\/orientierenderGesamtrahmen.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>) habe ich vor allem die Medienfrage im Forschenden lernen thematisiert, die sich m.E. nach in dreifacher Art stellt:<\/p>\n<ul>\n<li>Medien (und Medienwechsel) als Lern- und Forschungsgegenstand und somit als <strong>Gegenstand der Reflexion<\/strong><\/li>\n<li>Medien des Forschenden Tuns, des wissenschaftlichen Austauschs, als <strong>Kommunikationsform von Forschung<\/strong><\/li>\n<li>Medien des Lernens an Universit\u00c3\u00a4ten, zum <strong>Aufbau medialer Kompetenz<\/strong> als Teil akademischer Pers\u00c3\u00b6nlichkeit<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dabei habe ich dann folgende Thesen in den Raum gestellt, zu denen es auch einige positive Reaktionen und Anregungen gab:<\/p>\n<p><strong>These 1: Digitale Medien<\/strong> eignen sich vor allem zur <strong>Unterst\u00c3\u00bctzung des Prozesses und zur Zusammenarbeit<\/strong> von forschenden Studierenden. Vor allem\u00c2\u00a0Web 2.0-Medien bieten die Chance, aus Studierende\/r auch in die Scientific Community zu wachsen. Dennoch ist es wichtig, dass nicht der gesamte Prozess des Forschenden Lernens \u00c3\u00b6ffentlich gemacht wird &#8211; denn (forschendes) Lernen hat auch viel mit Fehlern zu tun, die nicht unbedingt \u00c3\u00b6ffentlich im Internet dokumentiert sein sollten. Es braucht auch in Lernsettings gesch\u00c3\u00bctzte R\u00c3\u00a4ume.<\/p>\n<p><strong>These 2: <\/strong>Die Darstellung der <strong>Ergebnisse <\/strong>forschenden Lernens dagegen geschieht h\u00c3\u00a4ufig<strong> in \u00e2\u20ac\u017etraditionellen\u00e2\u20ac\u0153 Medien<\/strong>. Es war eher verwunderlich, dass sich Studierende in der Lehrveranstaltung meist f\u00c3\u00bcr traditionelle Formen der Ver\u00c3\u00b6ffentlichung der Forschungsergebnisse votierten. Anscheinend gibt es eine\u00c2\u00a0unterschiedliche \u00e2\u20ac\u017eWertigkeit\u00e2\u20ac\u0153 von Medien (vgl. auch den Bericht von Harley et al. 2010, auf den ich <a href=\"http:\/\/2headz.ch\/blog\/2010\/02\/web-2-0-nichts-fuer-die-wissenschaft\/\" target=\"_blank\">hier<\/a> schon hingewiesen habe). Zusammen mit dem Publikum haben wir kurz \u00c3\u00bcberlegt, woran es liegen kann: ist es die Forschungspolitik, die bestimmte Formen von Publikationen fordert, und \u00c3\u00bcbertr\u00c3\u00a4gt sich das auch auf Studierende? Ist es etwas &#8222;Haptisches&#8220;, dass das In-der-Hand-halten eines Buches etwas anderes ist als ein Online-Artikel? Oder liegt es doch daran, dass Studierende gewisse Vorstellungen davon haben, was Wissenschaft ist &#8211; n\u00c3\u00a4mlich ein Professor, der irgendwas vorliest, und das Wissen steht in einem Buch; eine gewisse Vorstellung davon, wie Wissenschaft aussieht, die auch fr\u00c3\u00bch schon durch Medien gepr\u00c3\u00a4gt wird?<\/p>\n<p>Die Gefahr des forschenden Lernens besteht meines Erachtens nach darin, dass man eher &#8222;systemst\u00c3\u00bctzend&#8220; wirkt und wissenschaftliches Kapital reproduziert. Somit k\u00c3\u00b6nnen auch f\u00c3\u00bcr neue Generationen von potenziellen Forschenden kaum Ver\u00c3\u00a4nderungen mittels digitaler Medien in der Wissenschaft wirksam werden. Wenn Studierende schon auf traditionelle Formen der Publikation und der Darstellung von Forschungsergebnissen pochen, wo ist dann die Wissenschaft auf dem Weg in die n\u00c3\u00a4chste Gesellschaft (Baecker, 2007)?<\/p>\n<p>Aus dem Publikum kamen durchaus spannende R\u00c3\u00bcckmeldungen zu meinem Vortrag: Zum einen sollte nochmals genauer geschaut werden, welche Rolle (digitale) Medien zum Aufbau wissenschaftlicher Kompetenz leisten k\u00c3\u00b6nnen. Ebenso ist noch offen, wie sich Wissenschaft sowie Wissenschafts- und Forschungskommunikation mit Hilfe digitaler Medien ver\u00c3\u00a4ndern. Gut ankn\u00c3\u00bcpfen l\u00c3\u00a4sst sich auch hier die Diskussion von Basti Hirsch zum Thema <a href=\"http:\/\/piratepad.net\/leitmedienwechsel\" target=\"_blank\">Leitmedienwechsel<\/a>, die auf der Preconference gef\u00c3\u00bchrt wurde.<\/p>\n<p>Im <strong>Learning Caf\u00c3\u00a9<\/strong>, das ich moderierte, stand der Austausch und die Kommunikation mit digitalen Medien im Vordergrund. Dabei wurden unterschiedliche Themenbereiche gestreift: von der Kommunikation unter Wissenschaftlern durch Peer-Review oder auf Tagungen bis hin zu Kommunikation mit Studierenden zur Verminderung des Dropouts bis zur Kommunikation unter E-Learning Interessierten. Da der Zeitplan aus dem Ruder lief, habe ich die Zusammenfassung schnell auf einem OHP gemacht (zum Vergr\u00c3\u00b6ssern das Bild anklicken). Mehr Informationen gibt es dann sicherlich in den Blogs der einzelnen Experten und Expertinnen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/LC.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1460 alignnone\" title=\"LC\" src=\"http:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/LC-273x300.jpg\" alt=\"\" width=\"273\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/LC-273x300.jpg 273w, https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/LC-932x1024.jpg 932w, https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/LC.jpg 948w\" sizes=\"auto, (max-width: 273px) 100vw, 273px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/LC.jpg\"><\/a>Am Mittwoch habe ich dann nach der wie immer kritischen Keynote von Rolf Schulmeister zusammen mit Gabi Reinmann und Alexander Florian unser Open Study-Review (Arbeitstitel) in der <strong>Interaktiven Postersession<\/strong> vorgestellt. In diesem Projekt haben wir ein Tool entwickelt, das sowohl in der Forschung als auch in der (forschenden) Lehre verwendet werden kann, um bildungswissenschaftliche Studien zug\u00c3\u00a4nglich zu machen und Studierende zum Lesen bildungswissenschaftlicher Studien ausbildet (mehr Informationen dazu findet man in unserem <a href=\"http:\/\/gabi-reinmann.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/StudyReview_GMW10.pdf\" target=\"_blank\">Paper<\/a>).\u00c2\u00a0Zusammengefasst verfolgen wir das Ziel, ein Online-Instrument zu entwickeln und zu erproben, mit dem die Recherche empirischer Studien erleichtert und didaktisch fruchtbar gemacht werden kann. Dabei war es sehr spannend, mit den Teilnehmenden das Projekt zu diskutieren und zum Beispiel zu erfahren, dass der Titel irref\u00c3\u00bchrend ist, da es ja kein Review im eigentlichen Sinne ist, sondern eher eine strukturierte Sammlung. Wir werden sicherlich die ein oder andere Idee umsetzen. Wichtig ist aber: wir suchen immer noch Personen, die es mit uns testen wollen. Wenn also Interesse besteht, einfach auf Gabi, Alex oder mich zukommen &#8211; oder <a href=\"http:\/\/osr.lernen-unibw.de\/\" target=\"_blank\">hier<\/a> vorbeischauen. <\/p>\n<p>Aber nun zur spannenden Frage: <strong>Was bleibt von der GMW 2010? <\/strong>Ich habe wie immer viele nette Leute getroffen und spannende Gespr\u00c3\u00a4che gef\u00c3\u00bchrt, auch wenn es aufgrund paralleler Tagungen dieses Jahr nicht so viele bekannte Gesichter waren wie sonst. Umso mehr freut es mich, dass n\u00c3\u00a4chstes Jahr die Delfi und die GMW Tagung wieder zusammen stattfinden werden, diesmal in Dresden. Auch wird es wohl einige Initiativen aus dem neuen Vorstand geben. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf neue Ideen und deren Umsetzung.<br \/>\nWas mir diese Jahr vor allem auffiel, waren die z.T. sehr unterschiedlichen Beitr\u00c3\u00a4ge. Viele Beitr\u00c3\u00a4ge, die ich geh\u00c3\u00b6rt habe, waren deskriptive Beschreibungen der Praxis, meist ohne theoretische Verortung. Diese braucht es auch nicht immer und an jeder Stelle, jedoch sollte dies vorher klar sein, damit man als Teilnehmende weiss, worauf man sich einl\u00c3\u00a4sst. Vor allem auch in der Preconference gab es vor allem episodische Ergebnisse der einzelnen Teilnehmenden, f\u00c3\u00bcr eine umfassende Diskussion und Auseinandersetzung reichte aber die Zeit nicht. Ich habe die Vermutung, dass es unter anderem auch an der dispersen Zielgruppe der GMW liegt. So kommen Praxisbeispiele, politisch motivierte Statements, theoretische Aspekte sowie z.T. Werbeveranstaltungen f\u00c3\u00bcr Tools ungefiltert nebeneinander. Hier w\u00c3\u00a4re meiner Meinung nach zu \u00c3\u00bcberlegen, ob man nicht noch st\u00c3\u00a4rker pr\u00c3\u00bcft, f\u00c3\u00bcr wen ein Beitrag \u00c3\u00bcberhaupt ist und dies explizit ank\u00c3\u00bcndigt, z.B. mit Praxisbeispiel. Sandra schlug in einem Gespr\u00c3\u00a4ch die Struktur eines allgemein-theoretischen Inputs mit anschliessenden Praxisbeispielen vor, ich k\u00c3\u00b6nnte mir auch einen Track &#8222;Praxis&#8220; gut vorstellen, ich denke, hier kann man unterschiedlich spielen. Die Gefahr sehe ich ein wenig darin, dass sich die GMW von einer wissenschaftlichen Tagung hin zu einer eher praxisorientierten Tagung entwickelt &#8211; hier sollte m.E. nochmals \u00c3\u00bcberlegt werden, welche Zielgruppe man anspricht &#8211; oder die Zielgruppen auch in den Formaten st\u00c3\u00a4rker zu trennen. Vielleicht h\u00c3\u00a4ngt dieser Wechsel aber auch mit einer Ver\u00c3\u00a4nderung von E-Learning an Universit\u00c3\u00a4ten zusammen: die Zeit grosser Forschungsprojekte im E-Learning Bereich ist vorbei, jetzt wird E-Learning zu einem &#8222;normalen&#8220; Teil von Lehre &#8211; und somit \u00c3\u00a4ndern sich vielleicht auch Tagungen, die sich mit E-Learning besch\u00c3\u00a4ftigen.<\/p>\n<p>Ansonsten gab es wie immer spannende Gespr\u00c3\u00a4che rund um das Thema E-Learning bzw. digitale Medien. Auch die Tagungsorganisation hat reibungslos funktioniert, hierf\u00c3\u00bcr auch nochmals ein grosser Dank an das <a href=\"http:\/\/www.gmw10.ch\/tagung\/organisation.html\" target=\"_blank\">gesamte Team<\/a>. Da das Thema der Formate von Tagungen auch w\u00c3\u00a4hrend der Tagung diskutiert wurde, bin ich mir sicher, dass es n\u00c3\u00a4chstes Jahr eine spannende Veranstaltung in Dresden geben wird. Ich jedenfalls freu mich drauf. Und um meinen ROI von Tweets werde ich mich vielleicht auch dann und wann mal k\u00c3\u00bcmmern \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun ist sie wieder vorbei, die GMW Tagung und traditionell folgt an dieser Stelle ein R\u00c3\u00bcckblick. Gestartet ist die GMW mit einem neuen Format der PreConference: EduCamp meets GMW (hier der tolle Film der Studierenden der Universit\u00c3\u00a4t Augsburg, der das Konzept sehr gut veranschaulicht). 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