{"id":1575,"date":"2011-02-21T10:31:09","date_gmt":"2011-02-21T10:31:09","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=1575"},"modified":"2011-02-21T19:29:52","modified_gmt":"2011-02-21T19:29:52","slug":"plagiate-und-wissenschaftliche-redlichkeit-im-zeichen-der-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/plagiate-und-wissenschaftliche-redlichkeit-im-zeichen-der-zeit\/","title":{"rendered":"Plagiate und &#8222;Wissenschaftliche Redlichkeit im Zeichen der Zeit&#8220; &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Eine passendere \u00c3\u0153berschrift f\u00c3\u00bcr meinen Artikel <a href=\"http:\/\/www.afh.uzh.ch\/aboutus\/publikationen\/G_4_7_Schiefner.pdf \" target=\"_blank\">&#8222;Wissenschaftliche Redlichkeit im Zeichen der Zeit&#8220;<\/a> h\u00c3\u00a4tte ich im Moment nicht finden k\u00c3\u00b6nnen. Man kommt in den Medien nicht mehr vorbei: das Thema Plagiat in wissenschaftlichen Arbeiten wird auf allen Kan\u00c3\u00a4len thematisiert, von der Tageszeitung bis hin zu Talkshow-Runden. Dabei geht es vor allem darum, ob nun plagiiert worden ist oder nicht. Weniger besch\u00c3\u00a4ftigt man sich bisher in meiner Einsch\u00c3\u00a4tzung mit der Frage, wie denn das Plagiieren zu verhindern w\u00c3\u00a4re. W\u00c3\u00a4hrend \u00c2\u00a0ich in den vielen Artikeln in der S\u00c3\u00bcddeutschen am Wochenende vergeblich das Thema der Betreuung (im aktuellen Plagiatsfall von Doktoranden) gesucht habe, wurde es zumindest bei Anne Will kurz thematisiert. Denn bei der Ausbildung spielt auch die Betreuung von Abschlussarbeiten eine grosse Rolle, denn:<\/p>\n<blockquote><p>\u00e2\u20ac\u017eUniversit\u00c3\u00a4tslehrer tragen auch f\u00c3\u00bcr die wissenschaftliche Arbeit der Studierenden Verantwortung. Sie haben daher den Studierenden fr\u00c3\u00bch- zeitig die Grunds\u00c3\u00a4tze wissenschaftlicher Arbeit vorzuleben und zu vermitteln. Sie haben Sorge daf\u00c3\u00bcr zu tragen, dass der wissenschaftliche Nachwuchs die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis lernt. Studierende und wissenschaftlicher Nachwuchs sind f\u00c3\u00bcr das Erkennen wissenschaftlichen Fehlverhaltens zu sensibilisieren.\u00e2\u20ac\u0153 (Deutscher Hochschulverband 2000)<\/p><\/blockquote>\n<p>Sp\u00c3\u00a4testens bei der aktuellen Diskussion hat man als Hochschullehrer einen aktuellen Anlass zur Thematisierung, doch was bleibt, wenn die Diskussion um Guttenberg abflacht? Ich habe mich in einem <a href=\"http:\/\/www.afh.uzh.ch\/aboutus\/publikationen\/G_4_7_Schiefner.pdf\" target=\"_blank\">Artikel<\/a> f\u00c3\u00bcr das Neue Handbuch Hochschullehre mit diesem Thema besch\u00c3\u00a4ftigt und versucht, verschiedene M\u00c3\u00b6glichkeiten aufzuzeigen, von der Themenwahl bis zum Design von Aufgaben, die das Plagiieren erschweren sollen.\u00c2\u00a0Generell sollte die Diskussion aber meines Erachtens nach weiter gehen, als sich nur auf Plagiate zu fokussieren: Im Fokus steht generell die Frage nach dem Aufbau von wissenschaftlicher Redlichkeit, auch wenn man nach dem Abschluss nicht im Bereich der Wissenschaft bleibt. Der Schluss des Artikels bildete ein Pl\u00c3\u00a4doyer f\u00c3\u00bcr gemeinsame Verantwortung:<\/p>\n<blockquote><p>Der Aufbau von kritischem Denken und wissenschaftlicher Redlichkeit ist ein Grundziel akademischer Bildung und muss sowohl in Forschungs- als auch in Lehrprozessen thematisiert werden. Aus diesem Grund stellt das Postulat des forschenden Lernens f\u00c3\u00bcr diese Vermittlung erhebliche Vorteile dar: Aus der Verbindung von Forschung und Lehre heraus sind Studierende auch immer (Nachwuchs-)Forschende und somit ein wertvolles Gegen\u00c3\u00bcber f\u00c3\u00bcr Lehrende sowie erfahrene Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Somit kann der Aufbau wissenschaftlicher Redlichkeit nicht durch Sanktionen geschehen. Didaktisch geschickte Unterrichts- und Assessmentformen sowie die Betreuung Studierender sind Pfeiler in der Baustelle der akademischen Kompetenz (&#8230;).<br \/>\nAus diesem Grund sollte es bei der Vermittlung kritischem Denken bzw. dem Aufbau akademischer Redlichkeit vor allem um ein Mitein- ander, und nicht ein Gegeneinander gehen. Doch meist spitzt sich gerade das Plagiatsthema zu einem Grabenkampf zu \u00e2\u20ac\u201c man sieht es oft schon am milit\u00c3\u00a4rischen Vokabular: Es geht um \u00e2\u20ac\u017ePlagiatsbek\u00c3\u00a4mpfung\u00e2\u20ac\u0153, \u00e2\u20ac\u017ePlagiatsj\u00c3\u00a4ger\u00e2\u20ac\u0153 oder um \u00e2\u20ac\u017eEnttarnung\u00e2\u20ac\u0153 der Studierenden. Schlagzeilen lauten \u00e2\u20ac\u017eJetzt wird zur\u00c3\u00bcckgegoogelt (Kurzer 2006) oder \u00e2\u20ac\u017ePlagiate. Die Professoren schlagen zur\u00c3\u00bcck\u00e2\u20ac\u0153 (Leffers 2002). Der Jargon ist unver- kennbar. Es reicht allerdings nicht aus, nur dem Internet, der Google- Buchsuche oder den Studierenden die Schuld in die Schuhe zu schieben \u00e2\u20ac\u201c Wissenschaft besteht aus einer Community, und die muss gemeinsam Verantwortung dar\u00c3\u00bcber \u00c3\u00bcbernehmen, wie akademische Redlichkeit aufgebaut und bewahrt werden kann.<\/p><\/blockquote>\n<p>Von daher bin ich (wie viele andere) sehr gespannt, wie sich die Universit\u00c3\u00a4t Bayreuth verh\u00c3\u00a4lt.<\/p>\n<p>Literatur: Schiefner, M. (2010). Wissenschaftliche Redlichkeit im Zeichen der Zeit. Hochschuldidaktische Perspektiven im Umgang mit Plagiaten. In B. Behrend, H.-P. Voss &amp; J. Wildt. (Hrsg.),<em> Neues Handbuch Hochschullehre<\/em>., S. 1-22. Berlin: Raabe Verlag.URL: <a href=\"http:\/\/www.afh.uzh.ch\/aboutus\/publikationen\/G_4_7_Schiefner.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.afh.uzh.ch\/aboutus\/publikationen\/G_4_7_Schiefner.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine passendere \u00c3\u0153berschrift f\u00c3\u00bcr meinen Artikel &#8222;Wissenschaftliche Redlichkeit im Zeichen der Zeit&#8220; h\u00c3\u00a4tte ich im Moment nicht finden k\u00c3\u00b6nnen. Man kommt in den Medien nicht mehr vorbei: das Thema Plagiat in wissenschaftlichen Arbeiten wird auf allen Kan\u00c3\u00a4len thematisiert, von der Tageszeitung bis hin zu Talkshow-Runden. 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