{"id":1583,"date":"2011-03-17T07:54:36","date_gmt":"2011-03-17T07:54:36","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=1583"},"modified":"2011-03-17T07:59:34","modified_gmt":"2011-03-17T07:59:34","slug":"artikel-social-software-und-universitaeten-eine-kritische-analyse-des-status-quo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/artikel-social-software-und-universitaeten-eine-kritische-analyse-des-status-quo\/","title":{"rendered":"Artikel | Social Software und Universit\u00c3\u00a4ten: eine kritische Analyse des Status quo"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.vs-verlag.de\/Buch\/978-3-531-17708-3\/Medien---Bildung.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"margin: 5px;\" title=\"Medien &amp; Bildung\" src=\"http:\/\/www.vs-verlag.de\/images\/shop\/medium\/978-3-531-17708-3.jpg\" alt=\"Cover\" width=\"126\" height=\"179\" \/><\/a>Nun ist es endlich erschienen, das Buch &#8222;<a href=\"http:\/\/www.vs-verlag.de\/Buch\/978-3-531-17708-3\/Medien---Bildung.html\" target=\"_blank\">Medien &amp; Bildung<\/a>&#8222;, das die Vortr\u00c3\u00a4ge rund um die Ringvorlesung an der Universit\u00c3\u00a4t Hamburg im Jahr 2008 zusammenfasst. So findet sich in diesem Buch auch ein Artikel von mir, in dem ich mich mit der Integration von Social Software in Universit\u00c3\u00a4ten auseinandersetze. Die Schwierigkeit des Themas lag f\u00c3\u00bcr mich darin, dass das Thema im Jahr 2008 (<a href=\"http:\/\/mms.uni-hamburg.de\/blogs\/medien-bildung\/?s=Schiefner\" target=\"_blank\">hier<\/a> geht es zum Vortrag von mir) &#8222;aktueller&#8220; war als es dann im Jahr 2010, als ich den Artikel schrieb. So habe ich versucht, zum einen Beispiele f\u00c3\u00bcr die Integration von Social Media in verschiedene Bereiche der Universit\u00c3\u00a4t darzustellen, zum anderen aber auch diese kritisch zu beleuchten, denn viele der Beispiele kommen aus dem &#8222;Beispiel-Stadium&#8220; nicht heraus und bleiben eher Einzelf\u00c3\u00a4lle. Eine wirkliche Durchdringung hat noch nicht stattgefunden. So komme ich zu folgendem Fazit:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Obwohl Universit\u00c3\u00a4ten und Web 2.0-Prinzipien an vielen Stellen sehr gut zusammenzupassen scheinen, kann man (noch) nicht von einem Durchbruch im Bereich der Nutzung von Web 2.0 an Universit\u00c3\u00a4ten ausgehen. Diese Erkenntnis ist allerdings nicht neu: Schon 2005 beklagt sich Butler, dass Wissenschaftler die neue Technologie verschlafen. F\u00c3\u00bcnf Jahre sp\u00c3\u00a4ter, eine gef\u00c3\u00bchlte \u00e2\u20ac\u00baEwigkeit\u00e2\u20ac\u00b9 im digitalen Zeitalter, ist man nur an wenigen Stellen wirklich weiter. Doch liegt dies wohl nicht unbedingt an der Technologie, sondern eher an der Institution. Dirk Baecker merkt kritisch an, \u00c2\u00bbdass der Geist und Idee der Universit\u00c3\u00a4t sich am besten dadurch charakterisieren lassen, dass sie vom jeweils nicht mehr dominierenden Kommunikationsmedium schw\u00c3\u00a4rmen\u00c2\u00ab (Baecker 2007: 104).<br \/>\nVielleicht braucht man aber in der Diskussion um Social Software in der Wissenschaft eine st\u00c3\u00a4rkere Verbindung zwischen dem Einsatz von Social Software in den Wissenschaften und dem Einsatz von Social Software in der Institution Universit\u00c3\u00a4t als Expertenorganisation. Als Expertenorganisation ist die Universit\u00c3\u00a4t eine besondere Form der Organisation (vgl. Pellert 1999). Referenzpunkt der Forschenden ist weniger die Institution als die fachlichen Peergroups. Zumindest im Bereich der Forschung \u00e2\u20ac\u00bafunktioniert\u00e2\u20ac\u00b9 die Peer-Forschung aber sehr traditionell (vgl. Abschnitt 3.4). Birgt Social Software also nur f\u00c3\u00bcr die Lehre und institutionelle Probleme einen Mehrwert, w\u00c3\u00a4hrend in der Wissenschaft Social Software keine Rolle spielt? Ich denke nein. Schon unter dem Aspekt von for- schungsbasierter Lehre wird diese Trennung obsolet, hier kommt die Auswahl und der Nutzen von Medien aus beiden Bereichen zusammen \u00e2\u20ac\u201c wobei zu fragen ist, welche Funktion welches Medium \u00c3\u00bcbernimmt bzw. welche Rolle Social Software da spielen kann. Wird forschendes Lernen n\u00c3\u00a4mlich mit Medien unterst\u00c3\u00bctzt, haben die Studierenden die Gelegenheit, zum einen in eine Scientific Community zu wachsen, zum anderen das Feld der Medien und Wissenschaftskommunikation zu reflektieren: Sie lernen nicht nur das Forschen am eigenen Forschungsgegenstand, sondern auch den Habitus der wissenschaftlichen Kommunikation (vgl. Schiefner\/Tremp\/Bihrer 2010). Durch eine st\u00c3\u00a4rkere Verbindung der Nutzung von Social Software in beiden Bereichen k\u00c3\u00b6nnen Impulse zur Ver\u00c3\u00a4nderung von Universit\u00c3\u00a4t und Wissenschaft gegeben werden: Somit kann Social Software zum einen in der Lehre, zum anderen in der Forschung zur L\u00c3\u00b6sung von Problemen eingesetzt werden, in denen es um Ko-Orientierung und kollektive Intelligenz, Partizipation und Dynamisierung, Interaktion und Kommunikation sowie um Authentizit\u00c3\u00a4t und virtuelle Gemeinschaft geht. Zeitgleich ist ein Zusammenspiel von klassischen und \u00e2\u20ac\u00baneuen\u00e2\u20ac\u00b9 Medien immer wieder neu zu denken und zu reflektieren. Diese wechselseitige Durchdringung des Medieneinsatzes im Rahmen des forschenden Lernens k\u00c3\u00b6nnte Ver\u00c3\u00a4nderungen auf beiden Seiten bewirken (und der Bildung medialer Monokulturen entgegenwirken). Um es provokant mit Dirk Baecker zu formulieren: \u00c2\u00bbDie Universit\u00c3\u00a4t ist prim\u00c3\u00a4r nicht eine St\u00c3\u00a4tte der wissenschaftlichen Forschung, sondern eine Sozialisationsagentur f\u00c3\u00bcr die Heranf\u00c3\u00bchrung des Nachwuchses an die komplexen Fragen von Welt, Leben und Gesellschaft\u00c2\u00ab (Baecker 2006: 3) \u00e2\u20ac\u201c und eben auch an mediale Kommunikationsformen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: Schiefner, M. (2011). <a href=\"http:\/\/www.springerlink.com\/content\/g4461630q3371058\/\" target=\"_blank\">Social Software und Universit\u00c3\u00a4ten. Eine kritische Analyse des Status Quo<\/a>.  In T. Meyer, R. Appelt, C.Schwalbe, W.-H. Tan (Hrsg.). Medien &amp;  Bildung \u00e2\u20ac\u201c Institutionelle Kontexte und kultureller Wandel (S. 307-323).  Wiesbaden: VS Verlag f\u00c3\u00bcr Sozialwissenschaften.<\/p>\n<p>Das Thema wird mich sicherlich weiterhin besch\u00c3\u00a4ftigen &#8211; Jetzt bin ich jedoch erst einmal gespannt auf die anderen Artikel rund um das Thema Medien &amp; Bildung \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun ist es endlich erschienen, das Buch &#8222;Medien &amp; Bildung&#8222;, das die Vortr\u00c3\u00a4ge rund um die Ringvorlesung an der Universit\u00c3\u00a4t Hamburg im Jahr 2008 zusammenfasst. So findet sich in diesem Buch auch ein Artikel von mir, in dem ich mich mit der Integration von Social Software in Universit\u00c3\u00a4ten auseinandersetze. 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