{"id":1600,"date":"2011-03-29T21:23:33","date_gmt":"2011-03-29T21:23:33","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=1600"},"modified":"2011-03-29T21:23:33","modified_gmt":"2011-03-29T21:23:33","slug":"forschendes-lernen-im-bachelor-studium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/forschendes-lernen-im-bachelor-studium\/","title":{"rendered":"Forschendes Lernen im Bachelor-Studium?"},"content":{"rendered":"<p>Experiment beendet. Nun ist sie vorbei, meine Lehrveranstaltung zum Thema \u00c2\u00ab\u00c3\u2013ffentliche Wissenschaft \u00e2\u20ac\u201c Wissenschaft 2.0\u00c2\u00bb &#8211; Zeit, einen R\u00c3\u00bcckblick zu geben und Fazit zu ziehen. Denn auch f\u00c3\u00bcr mich war das Seminar eine neue Herausforderung \u00e2\u20ac\u201c und dies lag am Settinar, das man mit folgenden Tags bezeichnen kann: Blockseminar, Bachelor-Studierende, forschendes Lernen, Integration von Web 2.0 Medien. Also jede Menge Herausforderungen und Wagnisse.<\/p>\n<p>Inhaltlich haben wir uns im Rahmen des Seminars mit Wissenschaft und die ver\u00c3\u00a4nderte \u00c3\u2013ffentlichkeit mit Web 2.0 auseinandergesetzt. Nach einigen inhaltlichen und forschungsmethodischen Anmerkungen meinerseits wurden die Studierenden dann ins sprichw\u00c3\u00b6rtlich kalte Wasser geworfen: Ziel war eigenst\u00c3\u00a4ndige Auseinandersetzung mit dem Thema durch das Durchf\u00c3\u00bchren einer eigenen Studie: inklusive der Formulierung einer Forschungsfrage mit Untersuchungsdesign \u00e2\u20ac\u201c und das im Bachelor-Studium bei wenig Vorkenntnissen im Bereich Forschungsdesign. Also eigentlich nicht so ganz einfach. Obwohl ich vielerlei Bedenken hatte, haben die Studierenden die Herausforderung angenommen. So gab es insgesamt drei Gruppen mit einem eigenen Untersuchungsdesign, das in einer Studie m\u00c3\u00bcndet (aufgrund der Freigabe kann ich bisher nur von zwei Studien berichten):\u00c2\u00a0Bettina Reim und Annette Robbins untersuchten unter dem Titel \u00e2\u20ac\u017eIm Dienst der Wissenschaft &#8211; Eine empirische Untersuchung am Beispiel Twitter\u00e2\u20ac\u0153 die Nutzung von Twitter durch wissenschaftliche Organisationen. Ihre Forschungsfragen lauteten daher: &#8222;Welche\tKommunikationsziele\tverfolgen\tdie\twissenschaftlichen Organisationen mit der Nutzung von Twitter? und\u00c2\u00a0Welche \u00c3\u201ehnlichkeiten oder Unterschiede innerhalb der untersuchten Organisationen ergeben sich aus der Analyse der Kommunikationsziele?&#8220;\u00c2\u00a0Kevin Krause und Julia Schuhwerk widmeten sich der Analyse popul\u00c3\u00a4rwissenschaftliche Print-Magazine im Web 2.0 und untersuchten, wie Printmagazine Web 2.0 Technologien nutzen.<br \/>\nHerausgekommen sind im ganzen drei unterschiedliche, aber jeweils f\u00c3\u00bcr sich spannende Untersuchungen, die die Studierenden eigenverantwortlich und selbstst\u00c3\u00a4ndig durchgef\u00c3\u00bchrt haben. Die Ergebnisse sind sehr spannend und zeigen die Vielfalt auf, die der Themenbereich bietet.\u00c2\u00a0Aber das Vorgehen und die Arbeiten selbst zeigten auch Schwierigkeiten, die im Rahmen von eigenen, selbst durchgef\u00c3\u00bchrten Studien lauern. Dies haben alle Teilnehmenden am eigenen Leib erfahren m\u00c3\u00bcssen, beispielsweise durch mangelnde Teilnahme an Frageb\u00c3\u00b6gen, wenig R\u00c3\u00bcckmeldung, nachtr\u00c3\u00a4gliche Anpassungen des Forschungsdesigns usw. Hier war es meine Aufgabe, Studierende zu begleiten und auch immer wieder mit ihnen zusammen an Alternativen zu denken. Ich hoffe, dass diese Prozesse jedoch von den Studierenden nicht als Scheitern, sondern vor allem auch als Lernchance begriffen wurden: Sie hatten in dem Seminar Gelegenheit, forschend zu lernen \u00e2\u20ac\u201c mit allen seinen H\u00c3\u00b6hen und Tiefen. Und daher macht es auch nichts, wenn es z.T. nicht unbedingt Ergebnisse gibt \u00e2\u20ac\u201c denn auch keine Ergebnisse sind Ergebnisse, worauf Christian im Rahmen der Diskussion um Signifikanz letztens in einem sch\u00c3\u00b6nen <a href=\"http:\/\/crossyard.wordpress.com\/2011\/01\/13\/signifikanz-relevanz\" target=\"_blank\">Blogbeitrag<\/a> nochmals aufmerksam machte.<\/p>\n<p>Medial begleitet wurde die Lehrveranstaltung durch die M\u00c3\u00b6glichkeit, zusammen einen Blog zu f\u00c3\u00bchren, zum Beispiel, um sich gegenseitig vom Vorgehen zu berichten, dieses zu reflektieren oder sich gegenseitig auszutauschen. Diese M\u00c3\u00b6glichkeit wurde allerdings wenig bis gar nicht genutzt, was Fragen meinerseits aufwarf: Warum bloggen Studierende nicht? Liegt es am didaktischen Setting? Liegt es an den F\u00c3\u00a4higkeiten? Fragen \u00c3\u00bcber Fragen, die mich w\u00c3\u00a4hrend des Semesters besch\u00c3\u00a4ftigen (und auch Anlass f\u00c3\u00bcr einige Reflexionen waren, beispielsweise mit Sandra Hofhues zum Thema der <a href=\"https:\/\/cast.switch.ch\/vod\/clips\/pu95vbj7g\/flash.html\" target=\"_blank\">digitalen Leistungsnachweise<\/a>). Auch in der Lehre funktioniert nicht alles, also habe auch ich \u00e2\u20ac\u201c \u00c3\u00a4hnlich wie die Studierenden in ihren Untersuchungen \u00e2\u20ac\u201c einige Schrauben drehen m\u00c3\u00bcssen und die Aufgabe des Bloggens in eine Reflexionsaufgabe abgewandelt mit der Arbeitsaufgabe, das Seminar oder das Bloggen zu reflektieren. Und das funktionierte, die Studierenden berichteten theoretisch von verschiedenen Szenarien des Bloggens. Hier klafft eine grosse L\u00c3\u00bccke zwischen der theoretischen Auseinandersetzung und der praktischen Anwendung. Studierende konnten sehr wohl Vorteile des Bloggens auch f\u00c3\u00bcr das Lernen (theoretisch) darlegen, haben davon aber praktisch wenig Gebrauch gemacht.<\/p>\n<p>Mein erstes Fazit: Das Seminar war f\u00c3\u00bcr mich herausfordernd und spannend in zwei Richtungen: Zum einen in der konsequenten Umsetzung des forschenden Lernens mit Bachelor-Studierenden und zum anderen in der Auseinandersetzung mit Web 2.0 Tools in der Lehre \u00e2\u20ac\u201c die immer wieder auch f\u00c3\u00bcr \u00c3\u0153berraschungen sorgen \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Experiment beendet. Nun ist sie vorbei, meine Lehrveranstaltung zum Thema \u00c2\u00ab\u00c3\u2013ffentliche Wissenschaft \u00e2\u20ac\u201c Wissenschaft 2.0\u00c2\u00bb &#8211; Zeit, einen R\u00c3\u00bcckblick zu geben und Fazit zu ziehen. 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