{"id":1616,"date":"2011-04-01T21:11:38","date_gmt":"2011-04-01T21:11:38","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=1616"},"modified":"2011-04-01T21:11:38","modified_gmt":"2011-04-01T21:11:38","slug":"kompetenzanforderungen-in-globalisierte-it-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/kompetenzanforderungen-in-globalisierte-it-unternehmen\/","title":{"rendered":"Kompetenzanforderungen in globalisierte IT-Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p>Am 25.M\u00c3\u00a4rz fand in M\u00c3\u00bcnchen ein Expertenforum des Projekts &#8222;<a href=\"http:\/\/www.globe-pro.de\/\" target=\"_blank\">GlobePro &#8211; Gobal erfolgreich durch professionelle Dienstleistungsarbeit<\/a>&#8220; statt. Zwei Aspekte haben mich bewogen dort hinzufahren: Zum einen der Fokus der Betrachtungen auf die IT-Branche, zum anderen die Tatsache, dass es ein Projekt von <a href=\"http:\/\/www.isf-muenchen.de\/mitarbeiter\/3\/Andreas-Boes\" target=\"_blank\">Andreas Boes<\/a> und Andrea Baukrowitz vom ISF M\u00c3\u00bcnchen ist, deren Arbeiten ich seit ca. 10 Jahre verfolge &#8211; die sich aber\u00c2\u00a0 schon seit den 90er Jahren (u.a. <a href=\"http:\/\/www.isf-muenchen.de\/pdf\/softwarealsarbeit.pdf\" target=\"_blank\">Boes &amp; Baukrowitz 1994: Software als Arbeit gestalten<\/a>) mit Kompetenzanforderungen der IT-Branche auseinander setzen.<br \/>\nIm Gegensatz zu vielen anderen Veranstaltungen von BMBF-gef\u00c3\u00b6rderten Forschungsprojekten waren diesmal ausgesprochen viele Wirtschaftsvertreter anwesend, vornehmlich aus dem Bereich Personalentwicklung sowie von den Sozialpartnern. Abei habe ich viele alte Bekannte gesehen, die auch an der Entwicklung und Umsetzung des<a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/pub\/it-weiterbildung_mit_system.pdf\" target=\"_blank\"> IT-Weiterbildungssystems<\/a> beteiligt waren. Dies war wohl auch kein Zufall, scheint es doch enge Bande zwischen diesen beiden Bereichen zu geben. So hat Globe Pro z.B. die Brosch\u00c3\u00bcre zum <a href=\"http:\/\/www.globe-pro.de\/cms\/upload\/PDFs\/Broschuere_e-CF_d-GP.pdf\" target=\"_blank\">europ\u00c3\u00a4ischen IT-Kompetenzrahmen eCF<\/a> herausgegeben und &#8211; zumindest der Workshop den ich am Nachmittag besucht habe &#8211; war stark durch die Vorstellung der Hintergr\u00c3\u00bcnde zur Entwicklung IT-Weiterbildungssystem und eCF gepr\u00c3\u00a4gt.<br \/>\nAber fangen wir vor vorne an, mit dem Beitrag von Andreas Boes, der nicht nur denken sondern auch unterhaltsam reden kann. (Es ist lange her, dass ich einem Vortrag zwei Stunden lang begeistert zugeh\u00c3\u00b6rt habe.) Die <a href=\"http:\/\/www.globe-pro.de\/cms\/upload\/PDFs\/110325_GlobePro-Expertenforum_final.pdf\" target=\"_blank\">Vortragsfolien<\/a> und das &#8222;Basisheft zur Internationalisierung von IT-Dienstleistungen&#8220; bieten sicherlich eine gute Grundlage um die Grundlagen und (vorl\u00c3\u00a4ufigen) Ergebnisse des Projekts nachzuvollziehen. Diese m\u00c3\u00b6chte ich daher hier nur holzschnittartig wiedergeben:<br \/>\nIm Rahmen der Globalisierung wurde zun\u00c3\u00a4chst davon ausgegangen, dass Dienstleistungen (also auch IT-Dienstleistungen)\u00c2\u00a0 nicht internationalisierbar, sondern in Produktion und Konsumtion \u00c3\u00b6rtlich und zeitlich gebunden. Diese Ansicht hat sich mit der Diskussion um Offshoring und Nearshoring &#8211; also der Verlagerung von IT-Dienstleistungen (z.B. nach Indien) ver\u00c3\u00a4ndert. Zwar gab es zun\u00c3\u00a4chst auch Tendenzen, die Verlagerung der Dienstleistungen &#8211; u.a. aufgrund von QUalit\u00c3\u00a4tsm\u00c3\u00a4ngeln &#8211; wieder r\u00c3\u00bcckg\u00c3\u00a4ngig zu machen, aktuell zeigt sich aber, dass sich diese Entwicklung in der Breite duchgesetzt hat. Die &#8222;Globalisierung 2.0&#8220; (Boes) erweitert die klassische Globalisierung von Waren und G\u00c3\u00bcter um den Bereich Dienstleistungen und betrifft insbesondere die Software-Entwicklung, &#8222;Shared Services&#8220; (Buchhaltung, Reisekostenabrechnung etc.) und F&amp;E-Abteilungen. Die I&amp;K-Technologie selbst hat diese Globalisierung dabei erst m\u00c3\u00b6glich gemacht. Globalisierungsf\u00c3\u00a4hig sind damit alle Dienstleistungen, die vornehmlich auf digitalen Informationen und Informationssysteme beruhen. Die IT-Branche steht damit auch im Fokus der Globalisierung von Dienstleistungen.<br \/>\nDie globale Zusammenarbeit ver\u00c3\u00a4ndert sich dabei dahingehend, dass die global erbrachten Dienstleistungen immer weniger einem Komplexit\u00c3\u00a4ts- und Anforderungsgef\u00c3\u00a4lle (Anspruchvolle T\u00c3\u00a4tigkeiten in Industriel\u00c3\u00a4nder, einfache T\u00c3\u00a4tigkeiten in Schwellenl\u00c3\u00a4nder) folgt. In L\u00c3\u00a4ndern wie Inden haben sich auf der Welle der Globalisierung erfolgreiche\u00c2\u00a0 Unternehmen entwickelt, die nun auch h\u00c3\u00b6herwertige Dienstleistungen erbringen wollen und k\u00c3\u00b6nnen. In der Folge prognostizieren Boes u.a. ein &#8222;global integriertes Unternehmen&#8220; mit einer internationalen Erbringung des IT-Dienstleistungsportolios. Globalisierung betrifft dabei nicht nur grosse Unternehmen, sondern ist auch ein Thema f\u00c3\u00bcr jedes KMU. Diese Entwicklung konnte ich bereits vor ca. 5 Jahren bei der Beratung von IT-Kleinunternehmen (&lt;10 MA), die Teile der Softwareentwicklung nach Russland ausgelagert hatten.<br \/>\nDiese Entwicklung erfordert auch Lernstrategie, die sich nicht mit den einfachen Konzepten der &#8222;Interkulturellen Kompetenz&#8220; beantworten lassen. MItarbeiter\/innen in einer global integrierten Unternehmen m\u00c3\u00bcssen in internationalen Team zusammenarbeiten, kulturelle Unterschiede verstehen, wahrnehmen und damit umgehen k\u00c3\u00b6nnen, Englisch nicht nur theoretisch beherrschen und auch die IT zum verteilten Arbeiten nutzen k\u00c3\u00b6nnen. Es bedarf aber auch eines gemeinsamen, organisationalen Lernens und gerade hier werden wohl die gr\u00c3\u00b6sseren Herausforderungen gesehen. Das was zu grossen Teilen in den meisten Unternehmen schon innerhalb eines Sprach- und Kulturraums nur bedingt funktioniert muss dann international funktionieren, um mit den Entwicklungen &#8211; gerade in der IT &#8211; mithalten zu k\u00c3\u00b6nnen. Grundlende Voraussetzung darf\u00c3\u00bcr ist eine Vertrauenskultur. Das Vertrauen steht gerade im Zuge der Globalisierung auf dem Pr\u00c3\u00bcfstand, wenn die Gefahr besteht, dass Arbeitspl\u00c3\u00a4tze ins Ausland verlagert werden.<br \/>\nWas heisst das nun f\u00c3\u00bcr die betriebliche Ausbildung? Auf der einen Seite auf diese Entwicklungen vorzubreiten, nicht nur sprachliche und interkulturelle Kompetenz ins Visier zu nehmen, sondern auch die F\u00c3\u00a4higkeit zum verteilten Arbeiten. Damit ist nicht nur die F\u00c3\u00a4higkeit im Umgang mit IT gemeint, sondern &#8211; mal wieder &#8211; die soziale Kompetenz adressiert. Diese bei den Auszubildenden zu entwickeln erfordert mehr denn je ein Lernen im Arbeitsprozess und in internationalen Projekten, sowie eine Reflexion der Erfahrungen um ein Bewusstsein \u00c3\u00bcber die oft feinen kulturellen Unterschiede zu bekommen. Diese Sensibilit\u00c3\u00a4t wird es zuk\u00c3\u00bcnftig brauche, um in zunehmend gleichberechtigten Partnerschaften funktionierende Kooperationen zu realisieren. Wenn sich daran der wirtschaftliche Erfolg der Zukunft bemisst, wird gerade dieser Bereich zu einer Schl\u00c3\u00bcsselkompetenz der Zukunft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 25.M\u00c3\u00a4rz fand in M\u00c3\u00bcnchen ein Expertenforum des Projekts &#8222;GlobePro &#8211; Gobal erfolgreich durch professionelle Dienstleistungsarbeit&#8220; statt. 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