{"id":1733,"date":"2011-06-06T06:25:27","date_gmt":"2011-06-06T06:25:27","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=1733"},"modified":"2011-06-06T06:56:10","modified_gmt":"2011-06-06T06:56:10","slug":"chomsky-und-die-kompetenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/chomsky-und-die-kompetenz\/","title":{"rendered":"Chomsky und die Kompetenz"},"content":{"rendered":"<p>Noam Chomsky ist zu <a href=\"http:\/\/www.portal.uni-koeln.de\/index.php?id=3523\" target=\"_blank\">zwei Vorlesungen<\/a> an der <a href=\"http:\/\/www.portal.uni-koeln.de\/nachricht+M59af8ccfbc4.html\" target=\"_blank\">Universit\u00c3\u00a4t K\u00c3\u00b6ln<\/a>. Mal sehen, ob er auch auf die <em>(linguistic) competence<\/em> eingeht. Sch\u00c3\u00b6n w\u00c3\u00a4re es ja, obwohl es dieses Anlasses zur Auseinandersetzung mit dem Kompetenzbegriff\u00c2\u00a0 wohl nicht bedarf. Auf der einen Seite mag man den Begriff nicht mehr h\u00c3\u00b6ren, auf der anderen Seite ist er so zentral in der aktuellen Bildungs!diskussion, dass man einfach nicht umhinkommt. Die Problematik besteht dabei &#8211; nach wie vor\u00c2\u00a0 &#8211; darin, dass es, \u00c3\u00a4hnlich wie beim &#8222;informellen Lernen&#8220;, keine einheitliche Begriffsdefinition gibt\/geben kann. Weiterhin ist der Begriff oft zu wenig durchdrungen bzw. hinterfragt. Das trifft sowohl f\u00c3\u00bcr Unternehmen zu, in denen der Begriff mit unterschiedlichster Konotation verwendet wird &#8211; was zu entsprechenden Problemen in der Vereinheitlichung der damit verbundenen Instrumente f\u00c3\u00bchrt &#8211; als auch f\u00c3\u00bcr die Wissenschaft, in der man auch oft den Eindruck gewinnen kann, dass bekannte Argumentationmuster und Referenzen kritiklos \u00c3\u00bcbernommen werden. Die Definitionen h\u00c3\u00b6ren sich (oberfl\u00c3\u00a4chlich) betrachtet auch alle \u00c3\u00a4hnlich und schl\u00c3\u00bcssig an und Differenzen erscheinen (manchmal) marginal. Verf\u00c3\u00bchrung und Verf\u00c3\u00bchrbarkeit erg\u00c3\u00a4nzen sich hier wunderbar.<\/p>\n<p>Wenn es nicht auch praktisch so bedeutsam w\u00c3\u00a4re, k\u00c3\u00b6nnte ich mich leicht damit abfinden &#8211; es gibt ja viele Beispiele daf\u00c3\u00bcr, wie ein Begriff durch seine Popularit\u00c3\u00a4t an Sch\u00c3\u00a4rfe verliert. Im Rahmen der Kompetenzerfassung wird das Verst\u00c3\u00a4ndnis von Kompetenz dann (logisch) sehr wichtig und eine Auseinandersetzung unumg\u00c3\u00a4nglich (sehr lesenswert dazu auch Kaufhold 2006). Wissenschaftliche &#8222;Grabenk\u00c3\u00a4mpfe&#8220; sind (zumindest in der beruflichen Bildung) die Folge.<\/p>\n<p>Ich will diese Debatte hier nicht ausf\u00c3\u00bchren, dazu gibt es reichlich Literatur und jeder mag sich sein Teil denken, was wie zu messen oder zu bewerten ist. Ich habe in letzter Zeit viel dazu gelesen, wobei mich aber ein Artikel von Matthias Vonken besonders zum Nachdenken angeregt hat (Vonken 2011). Darin betont er, dass dem Begriff der Kompetenz, dem im Gegensatz zur funktionalen! &#8222;Qualifikation&#8220; die &#8222;Pers\u00c3\u00b6nlichkeitsentwicklung&#8220; ins Stammbuch geschrieben wurde, sich immer mehr von dieser Komponente wegbewegt, &#8222;hin zu einem Konglomerat von F\u00c3\u00a4higkeiten, Fertigkeiten und Pers\u00c3\u00b6nlichkeitseigenschaften, die einen ausgesprochen deutlichen Verwertungsaspekt besitzen.&#8220; (Vonken 2011, S. 22). Dar\u00c3\u00bcber w\u00c3\u00a4re gerade in Hinblick auf die allseits abgenickte Bedeutung personaler Kompetenzen (siehe nur Finanzkrise) und der allgemeinen Bef\u00c3\u00a4higung zum Umgang mit Unsicherheit noch mal nachzudenken.<\/p>\n<p>Vonken versteht Kompetenz\u00c2\u00a0 &#8222;als etwas, das zur kreativen Benutzung eines umfangreichen Handlungsregelwerks bef\u00c3\u00a4higt, um mit sich \u00c3\u00a4ndernden Verh\u00c3\u00a4ltnissen umzugehen &#8230; Bei Chomsky war das lediglich auf Sprache bezogen. Sprachkompetenz bedeutet die Verf\u00c3\u00bcgung \u00c3\u00bcber ein grammatisches Regelwerk zur Erzeugung vielf\u00c3\u00a4ltiger Sprache und zur Reaktion auf vielf\u00c3\u00a4ltige Sprechaktangebote. Auf Handeln \u00c3\u00bcbertragen hei\u00c3\u0178t das, dass Kompetenz die Erzeugung kreativer Handlungen begr\u00c3\u00bcndet und das Bew\u00c3\u00a4ltigen unsicherer bzw. unbekannter Situationen, also Aktion und Reaktion im Bereich des Handelns.&#8220; (ebd., S. 30).<\/p>\n<p>&#8230; und amit sind wir auch wieder bei Chomsky angelangt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Kaufhold, M. (2006). Kompetenz und Kompetenzerfassung. Analyse und Beurteilung von Verfahren der Kompetenzerfassung. VS Verlag: Wiesbaden.<\/p>\n<p>Vonken, M. (2011). Kritische Anmerkungen zum Kompetenzbegriff. In: Bethschneider, M., H\u00c3\u00b6hns, G. &amp; M\u00c3\u00bcnchhausen, G. (Hrsg.), Kompetenzorientierung in der beruflichen Bildung (S. 21-32). W. Bertelsmann Verlag: Bielefeld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noam Chomsky ist zu zwei Vorlesungen an der Universit\u00c3\u00a4t K\u00c3\u00b6ln. Mal sehen, ob er auch auf die (linguistic) competence eingeht. 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