{"id":1778,"date":"2011-07-05T20:01:56","date_gmt":"2011-07-05T20:01:56","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=1778"},"modified":"2011-07-05T20:01:56","modified_gmt":"2011-07-05T20:01:56","slug":"kritische-burger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/kritische-burger\/","title":{"rendered":"Kritische B\u00c3\u00bcrger &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; sollten eigentlich das Ziel jeglicher Bildung sein. So erstaunt es umso mehr, dass es in Karlsruhe jetzt extra Weiterbildungsangebote daf\u00c3\u00bcr gibt. Hier kann man sich zum Diplom-B\u00c3\u00bcrger werden, Diplom-Patient oder Diplom-Gl\u00c3\u00a4ubiger weiterbilden lassen. Ziel ist der,<\/p>\n<blockquote><p>\u00e2\u20ac\u017eselbstbewusste(&#8230;) B\u00c3\u00bcrger, der sich nichts vormachen l\u00c3\u00a4sst, der Verantwortung \u00c3\u00bcbernimmt und reflektiert handelt\u00e2\u20ac\u0153<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit einem leisen Schmunzeln nimmt man diese Studiengangsidee von Peter Sloterdjik und Bazon Brock auf, doch in ihren Ausf\u00c3\u00bchrungen im Rahmen eines Podcasts der SWR 2 Aula, den ich mir letztens angeh\u00c3\u00b6rt habe, gibt es einige Passagen, die durchaus sehr spannend sind, z.B. auch im Verh\u00c3\u00a4ltnis von Wissenschaft und Gesellschaft. Generell steht ein Konzept von Bildung im Fokus, bei dem es vor allem um kritische B\u00c3\u00bcrger geht \u00e2\u20ac\u201c also ein Hauptanliegen, das eigentlich alle mit Lehren und Lernen in dieser Gesellschaft Besch\u00c3\u00a4ftigten haben sollen.<\/p>\n<p>Dabei geht es im Kern um verschiedene Punkte:<\/p>\n<ul>\n<li>Menschen ihre W\u00c3\u00bcrde zur\u00c3\u00bcckzugeben oder diese aufzubauen \u00e2\u20ac\u201c ein Aspekt, der im Rahmen der schnelllebigen Gesellschaft und den wechselnden Arbeitsfeldern manchmal aus dem Blick verloren werden kann.<\/li>\n<li>Eine Betrachtung von Sozialisation unter dem Wegfall von traditionellen Kulturen<\/li>\n<li>Und um den Aufbau von M\u00c3\u00bcndigkeit, der sich beispielsweise in einem aufgekl\u00c3\u00a4rten Verh\u00c3\u00a4ltnis von Experten und Laien zeigt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gerade der letzte Punkt betrifft die Wissenschaft. So macht Bazon nochmals auf verschiedene Grundprobleme von Wissenschaft aufmerksam und pl\u00c3\u00a4diert f\u00c3\u00bcr eine gewisse L\u00c3\u00b6sung von Wissenschaftsgl\u00c3\u00a4ubigkeit. Denn Wissenschaftler wissen nicht alles ;), wie er ausf\u00c3\u00bchrt:<\/p>\n<blockquote><p>\u00e2\u20ac\u017eJe mehr jemand sich in einem Gebiet spezialisiert, also forscht beispielsweise, desto gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178er werden die Probleme. Denn forschen hei\u00c3\u0178t, in immer weitergehender Weise einen Sachverhalt im Hinblick darauf zu betrachten, was an ihm problematisch ist und was man nicht wei\u00c3\u0178, nicht beherrscht etc. Der Fortgang der Forschung f\u00c3\u00bchrt also zur immer weitergehenden Vergr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178erung aller Probleme statt zur Verringerung.\u00e2\u20ac\u0153<\/p><\/blockquote>\n<p>Und<\/p>\n<blockquote><p>\u00e2\u20ac\u017eProbleme k\u00c3\u00b6nnen prinzipiell nicht gel\u00c3\u00b6st werden, denn wenn sie gel\u00c3\u00b6st werden k\u00c3\u00b6nnten, m\u00c3\u00bcsste man sie einfach l\u00c3\u00b6sen und h\u00c3\u00a4tte gar kein Problem. Aber wir haben dauernd Probleme, eben weil sie nicht l\u00c3\u00b6sbar sind, weil alle entscheidenden Probleme gerade deswegen wichtig sind, weil sie nicht l\u00c3\u00b6sbar sind. Also ist der Wissenschaftler vom Probleml\u00c3\u00b6sungsspezialisten \u00e2\u20ac\u201c in der Einsicht, dass durch die L\u00c3\u00b6sung aller Probleme wieder neue geschaffen werden \u00e2\u20ac\u201c zu einem Problemsch\u00c3\u00b6pfer geworden, das hei\u00c3\u0178t, zu einem, der die Themen vorgibt und auf das hinlenkt, was in einer Gesellschaft extrem interessant sein muss, weil das \u00c3\u0153berleben des Sozialverbandes oder vielleicht sogar der Menschheit davon abh\u00c3\u00a4ngt.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich meine, das sind eigentlich alles Dinge, die auch in ein Hochschulstudium und in die Schule jenseits von Ausbildungsanforderungen und Arbeitsmarktf\u00c3\u00a4higkeit geh\u00c3\u00b6ren. Die Frage, die man sich ketzerisch stellt, ist die nach der Notwendigkeit einer extra Ausbildung daf\u00c3\u00bcr. Irgendwas scheint also in unserem Bildungssystem schief zu laufen, dass man f\u00c3\u00bcr diese grundlegenden F\u00c3\u00a4higkeiten und Fertigkeiten im Sinn von B\u00c3\u00bcrgerkompetenz in einem extra Studienprogramm anbieten muss.<\/p>\n<p>Wer mehr \u00c3\u00bcber diese B\u00c3\u00bcger-Akademie wissen m\u00c3\u00b6chte, der sei der <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr2\/programm\/sendungen\/wissen\/kompetent-und-selbstbewusst\/-\/id=660374\/nid=660374\/did=7957668\/1vli0cv\/index.html\">Podcast<\/a> empfohlen, den es auch hier zum <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr2\/programm\/sendungen\/wissen\/-\/id=7957670\/property=download\/nid=660374\/1bmaq6k\/swr2-wissen-20110605.pdf\" target=\"_blank\">Nachlesen<\/a> gibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; sollten eigentlich das Ziel jeglicher Bildung sein. So erstaunt es umso mehr, dass es in Karlsruhe jetzt extra Weiterbildungsangebote daf\u00c3\u00bcr gibt. 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