{"id":1850,"date":"2011-11-07T06:25:56","date_gmt":"2011-11-07T06:25:56","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=1850"},"modified":"2011-11-06T21:24:26","modified_gmt":"2011-11-06T21:24:26","slug":"herbsttagung-der-sektion-medienpadagogik-der-dgfe-ii-forschung-fur-und-mit-der-praxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/herbsttagung-der-sektion-medienpadagogik-der-dgfe-ii-forschung-fur-und-mit-der-praxis\/","title":{"rendered":"Herbsttagung der Sektion Medienp\u00c3\u00a4dagogik der DGfE II: Forschung f\u00c3\u00bcr, \u00c3\u00bcber und mit der Praxis??"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Doktorandenforum (Bericht <a href=\"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=1847\">hier<\/a>) Danach begann die Tagung, in kleinem pers\u00c3\u00b6nlichen Rahmen sehr gut organisiert von Bernd Schorb und seinem Team. Vor allem das Kulinarische bestach: von frischem Ingwer \u00c3\u00bcber tollen Milchkaffee bis hin zu selbstgebackenem Kuchen. Da machte die Tagung gleich doppelt so viel Spa\u00c3\u0178 ;-).<\/p>\n<p>Ansonsten bot die Tagung vor allem einen gro\u00c3\u0178en \u00c3\u0153berblick \u00c3\u00bcber verschiedenste medienp\u00c3\u00a4dagogische Forschungsprojekte und den dahinter liegenden methodologischen Fragestellungen: angefangen von large-scale Assessments im Bereich ICT-bezogener Kompetenzen, wie sie die ICILS Studie angedacht ist \u00c3\u00bcber medienp\u00c3\u00a4dagogische Forschungsprojekte in Anlehnung an den Design-Based-Research Ans\u00c3\u00a4tze bis hin zu rekonstruierenden Vorgehen &#8211; eine Breite davon, was alles unter medienp\u00c3\u00a4dagogischer Forschung gefasst wird, wurde hier sichtbar.<\/p>\n<p>Was mir ein wenig zu kurz kam, war eine Diskussion \u00c3\u00bcber Methodologie und Methoden. Was ist eigentlich \u00e2\u20ac\u017eErkenntnis\u00e2\u20ac\u0153 im Rahmen der medienp\u00c3\u00a4dagogischen Forschung? Klar, kann man Methoden nicht ohne die jeweiligen Projekte darstellen und thematisieren. Dennoch hat mir ein wenig der methodologische Grundlagendiskurs gefehlt \u00e2\u20ac\u201c selbst die Schlussrunde wurde eher zu einer Statement- als Diskussionsrunde. Ich hatte den Eindruck, es wurde weniger als in Z\u00c3\u00bcrich grundlegend diskutiert und auch an der ein oder anderen Stelle mal gestritten. So gab es auch zum von mir mit Spannung erwarteten Beitrag von Gabi und Werner Sesink zur \u00e2\u20ac\u017e Entwicklungsorientierte Bildungsforschung\u00e2\u20ac\u0153 (<a href=\"http:\/\/gabi-reinmann.de\/?p=2902)\">Blogbeitrag<\/a>) eher wenig Diskussion \u00e2\u20ac\u201c obwohl beide doch vor allem ein Pl\u00c3\u00a4doyer f\u00c3\u00bcr die Aufhebung von traditionellen Polarit\u00c3\u00a4ten wie Theorie-Praxis, Forschung-Anwendung oder Empirie-Hermeneutik versuchten. Vielleicht war der Vortrag einfach zu dicht, so dass alle, wie auch ich, gespannt sind, wenn die Langfassung in Papier kommt.<\/p>\n<p>Spannend war f\u00c3\u00bcr mich die Diskussion um Praxis und Theorie, die sich im Rahmen der (medien-)p\u00c3\u00a4dagogischen Forschung stellt: So stellte<a href=\"http:\/\/www.ife.rub.de\/institut\/personal\/silke-grafe\"> Silke Grafe<\/a> ein Projekt vor, in dem die Konzeptentwicklung schon als Forschungst\u00c3\u00a4tigkeit gesehen wurde: Im Fokus stand die Praxis- und theorieorientierte Entwicklung und Evaluation von Konzepten medienp\u00c3\u00a4dagogischen Handelns, die sich in folgende Phasen gliedert<\/p>\n<p>-\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Praxis- und theorierelevante Problemstellung und Reflexion<br \/>\n-\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Analyse sowie Auswahl und Weiterentwicklung theoretischer Ans\u00c3\u00a4tze<br \/>\n-\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Konzeptentwicklung<br \/>\n-\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Entwurf von Unterrichtsbeispielen<br \/>\n-\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Empirische Evaluation und Interpretation<\/p>\n<p>So gebe es zum einen bessere Verbindung von Neuheit und N\u00c3\u00bctzlichkeit mit klassischen G\u00c3\u00bctekriterien sowie eine h\u00c3\u00b6here Praxisrelevanz durch Betonung externer Validit\u00c3\u00a4t als Frage der \u00c3\u0153bertragbarkeit (nicht Repr\u00c3\u00a4sentativit\u00c3\u00a4t steht im Fokus).<br \/>\nKlar wurde aber auch bei diesen iterativen Vorgehen, dass hier ein grosses Manko in der Finanzierbarkeit liegt: Zum einen sind iterative Forschungsprojekte langwierig, so dass sie kaum im Rahmen z.B. von Qualifikationsarbeiten zu schaffen seien, zum anderen gibt es kaum F\u00c3\u00b6rdergeber, wenn Theorie und Praxis im Fokus stehen: F\u00c3\u00bcr eine theoretisch-grundlagenorientierte Ausrichtung sind diese Projekte zu praktisch, und f\u00c3\u00bcr eine praktischer ausgerichtete Forschung sind sie zu Wissenschaftlich-theoretisch.<\/p>\n<p>Horst Niesyto brachte die Probleme medienp\u00c3\u00a4dagogischer Forschungspraxis nochmals auf den Punkt:<\/p>\n<p>&#8211; Anerkennungsprobleme in der akademischen Welt, kein hoher Stellenwert von Praxisforschung<br \/>\n&#8211; Konzentration auf Medienaneignung und \u00e2\u20ac\u201cnutzungsforschung<br \/>\n&#8211; Berufsbiographische Konstellationen bei ForscherInnen<br \/>\n&#8211; Keine Erw\u00c3\u00a4hnungen von medienp\u00c3\u00a4dagogischer Praxisforschung<br \/>\n&#8211; Kein Diskurs von wiss. Standards<\/p>\n<p>Besonders spannend war f\u00c3\u00bcr mich, dass man an vielen Forschungsperspektiven auch die biographisch-wissenschaftssozialisationsbezogenen Hintergr\u00c3\u00bcnde der Forschenden sah (Werner Sesink nannte es auch so sch\u00c3\u00b6n treffend &#8222;die Wagenburg der Herkunft&#8220;). Es gibt kaum \u00e2\u20ac\u017eden\u00e2\u20ac\u0153 Medienp\u00c3\u00a4dagogen, angefangen von Forschungsmethodologien, die eher in der Kommunikationswissenschaft angesiedelt sind bis hin zu psychologisch oder aber auch handlungstheoretisch orientiert: eine breite Vielfalt war sichtbar, jedoch, so schien es, nicht unbedingt an jeder Stelle \u00c3\u00bcberwindbar.<br \/>\nF\u00c3\u00bcr alle gleich stellten sich nur Fragen des Subjekts und Gesellschaft sowie der Medien in diesem Projekt. So verwunderte es nicht, dass auch Normativit\u00c3\u00a4t, als Grundlage p\u00c3\u00a4dagogischen Handelns, vor allem in der Diskussion angesprochen wurde. Somit wird eine dezidierte Perspektive auf gesellschaftliche Normen in den Blick genommen und medienp\u00c3\u00a4dagogische Forschung sollte sich dort positionieren &#8211; bei allen Differenzen, so das Statement, kann hier eine Basis gesehen werden, die f\u00c3\u00bcr alle medienp\u00c3\u00a4dagogischen Forschungsbem\u00c3\u00bchungen der Ausgangspunkt ist &#8211; unabh\u00c3\u00a4ngig vom konkreten methodischen Vorgehen.<\/p>\n<p>Was bleibt von der Tagung? Sicherlich die Freude auf ein neues Jahrbuch, das auch diesem Thema gewidmet ist und f\u00c3\u00bcr das es noch einen speziellen Call geben sollte. Und nat\u00c3\u00bcrlich die Freude auf das n\u00c3\u00a4chste Mal, 2012 an der Universit\u00c3\u00a4t Hamburg :).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Doktorandenforum (Bericht hier) Danach begann die Tagung, in kleinem pers\u00c3\u00b6nlichen Rahmen sehr gut organisiert von Bernd Schorb und seinem Team. 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