{"id":2021,"date":"2012-03-09T21:09:47","date_gmt":"2012-03-09T21:09:47","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=2021"},"modified":"2012-03-09T21:10:39","modified_gmt":"2012-03-09T21:10:39","slug":"duales-studium-eine-annaherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/duales-studium-eine-annaherung\/","title":{"rendered":"Duales Studium &#8211; eine Ann\u00c3\u00a4herung"},"content":{"rendered":"<p>Das duale Studium ist die Studienform, die in den letzten Jahren aufgrund des starken Wachstums am meisten Aufmerksamkeit erfahren hat. Zunehmend mehr Unternehmen interessieren sich f\u00c3\u00bcr diese Form des Studiums und in der Folge gibt es zunehmen mehr Hochschulen, die duale Studieng\u00c3\u00a4nge anbieten. Diese Entwicklung ist auf der einen Seite \u00c3\u00bcberraschend, gibt es doch duale Studieng\u00c3\u00a4nge schon an die 40 Jahre, auf der anderen Seite kann es als logische Konsequenz aus den h\u00c3\u00b6here Kompetenzanforderungen der Arbeitswelt und der (in weiten Teilen) fehlenden Praxisorientierung der Hochschulen gesehen werden. Etwas differenzierter betrachtet sind es vor allem die Fachhochschulen, die schon immer praxisorientierter waren und auch im Bereich des dualen Studiums die Nase vorn haben. Nur knapp 3% der \u00c3\u00bcber 900 angebotenen dualen Studieng\u00c3\u00a4nge (<a href=\"http:\/\/www.ausbildungplus.de\/webapp\/suche?typ=ds&amp;neuesuche=true\">Datenbank<\/a>) werden von Universit\u00c3\u00a4ten angeboten, wie zum Beispiel der Technischen Universit\u00c3\u00a4t Hamburg Harburg. Die Ursachen f\u00c3\u00bcr die Zur\u00c3\u00bcckhaltung der Universit\u00c3\u00a4ten k\u00c3\u00b6nnen erahnt werden, teilweise werden sie auf offen als \u00e2\u20ac\u017eStandesd\u00c3\u00bcnkel\u00e2\u20ac\u0153 und Angst vor ein \u00e2\u20ac\u017edowngrading\u00e2\u20ac\u0153 der Abschl\u00c3\u00bcsse benannt. Relevant ist aber sicherlich auch der Konflikt zwischen dem (humboldtschen) Bildungsideal, dem sich die Universit\u00c3\u00a4ten st\u00c3\u00a4rker als die Fachhochschulen verpflichtet f\u00c3\u00bchlen und die \u00e2\u20ac\u017eEinmischung\u00e2\u20ac\u0153 der Unternehmen in die Gestaltung der Hochschulcurricula \u00e2\u20ac\u201c ein Thema, das sicherlich einer ausf\u00c3\u00bchrlicheren Betrachtung bedarf, als es an dieser Stelle m\u00c3\u00b6glich ist (hier nur der Hinweis auf den <a href=\"https:\/\/cast.switch.ch\/vod\/clips\/1y9qmp4cdm\/flash.html\">kritischen Vortrag<\/a> von Rolf Schulmeister auf der GMW 2010)<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund veranstaltete der Stifterverband der Deutschen Wissenschaft, die Hochschulrektorenkonferenz und der Bundesverband der Arbeitgeber eine <a href=\"http:\/\/www.stifterverband.org\/veranstaltungen\/archiv\/2012_03_08_duale_studiengaenge\/index.html\">Veranstaltung zum dualen Studium<\/a>, dass mit ca. 160 Teilnehmer\/innen die M\u00c3\u00b6glichkeiten des Veranstaltungsortes deutlich aussch\u00c3\u00b6pfte. Nach interessanten Eingangsstatements von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peter_Clever\">Peter Clever<\/a> (Hauptgesch\u00c3\u00a4ftsf\u00c3\u00bchrung BDA), Prof. Dr. <a href=\"http:\/\/www.hrk.de\/de\/hrk_auf_einen_blick\/106_4396.php\">Joachim Metzer<\/a> (Vizepr\u00c3\u00a4sident Hochschulrektorenkonferenz) und Dr. Gerhard Schauer (Leiter Aus- und Weiterbildung Bayer AG) folgten Podiumspr\u00c3\u00a4sentationen und kurze Diskussionsrunden zu Studienmodellen, zum Aufbau von Kooperationen und zur erfolgreichen Durchf\u00c3\u00bchrung dualer Studieng\u00c3\u00a4nge, die hier nur zusammenfassend wiedergegeben werden k\u00c3\u00b6nnen. Als vorweggenommenes Fazit zur Veranstaltung kann gesagt werden, dass es sowohl Einsteigern als auch Fortgeschrittenen interessante Einblicke in das Duale Studium gegeben hat, wobei eine Fokussierung oder Verl\u00c3\u00a4ngerung der Veranstaltung dem Austausch sicherlich zutr\u00c3\u00a4glich gewesen w\u00c3\u00a4re \u00e2\u20ac\u201c oder anders formuliert: Es gibt sicherlich noch Bedarf an weiterem Austausch in diesem Thema.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/IMAGE_0562.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2029\" style=\"margin: 5px;\" title=\"IMAGE_056\" src=\"http:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/IMAGE_0562-300x179.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"179\" srcset=\"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/IMAGE_0562-300x179.jpg 300w, https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/IMAGE_0562-1024x613.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Klar wurde gleich zu Beginn, dass das duale Studium keine klar beschreibbare Studienform ist. Generell lassen sich ausbildungsintegrierte (als Doppelqualifikation mit anerkannten IHK-Abschluss in einem Ausbildungsberuf) und als berufsbegleitende und praxisintegrierte beschriebene Modelle unterscheiden. Praxisintegrierte Studieng\u00c3\u00a4nge haben dabei unterschiedlich lange Praxis- und Theoriephasen, wobei die Praxisphasen teilweise auf die vorlesungsfreie Zeit beschr\u00c3\u00a4nkt sind. Die Flexibilit\u00c3\u00a4t der Ausgestaltung macht es auf der einen Seite notwendig genau zu beschreiben, was das jeweilige duale Studium ausmacht, auf der anderen Seite zeigt sich gerade darin die Qualit\u00c3\u00a4t eines auf die jeweiligen Unternehmensbed\u00c3\u00bcrfnisse angepassten Studiums. Unterschiede zeigen sich aber nicht nur in der Organisation des Studiums, sondern auch in der Finanzierung und der Organisation der Begleitung.<\/p>\n<p>Duale Studieng\u00c3\u00a4nge erfordern durch die kontinuierliche Abstimmung mit den Unternehmen einen erh\u00c3\u00b6hten Aufwand, der auch finanziert werden muss. Sie bieten aber auch \u00c3\u00bcber die enge Kooperation mit den Hochschulen Vorteile, z.B. in der Akquise von Drittmitteln, durch den engen Kontakt zu Unternehmen.<\/p>\n<p>F\u00c3\u00bcr Unternehmen sind duale Studieng\u00c3\u00a4nge nicht nur aufgrund der M\u00c3\u00b6glichkeit zur Abstimmung von Inhalten interessant. Die Verbindung von Theorie und Praxis f\u00c3\u00b6rdert die Kompetenzentwicklung und fr\u00c3\u00bche Einarbeitung der Studierenden in das Unternehmen. Dar\u00c3\u00bcber hinaus \u00e2\u20ac\u201c und das wird gerade in Zeiten eines versch\u00c3\u00a4rften Fachkr\u00c3\u00a4ftemangels bedeutsam \u00e2\u20ac\u201c kann es ein wichtiges Instrument sein, (insbesondere gute) Nachwuchskr\u00c3\u00a4fte an das Unternehmen zu binden. Die Abbrecherquote in dualen Studieng\u00c3\u00a4ngen dabei viel geringer als in Vollzeitstudieng\u00c3\u00a4ngen (in der Regel unter 10%). Insgesamt gibt es also f\u00c3\u00bcr Unternehmen und Hochschulen viele interessante Argumente f\u00c3\u00bcr ein duales Studium.<\/p>\n<p>W\u00c3\u00a4hrend die Akquise von Kooperationen aufgrund des aktuell hohen Interesses der Unternehmen noch kein Problem darstellt, zeigen sich jedoch auch einige Herausforderungen die mit dem Angebot eines dualen Studiengangs verbunden sind. Von Hochschulseite z.B. die Fragen, wie konjunkturelle Schwankungen (und damit das unternehmensseitige Interesse an dual Studierende) ausgeglichen werden k\u00c3\u00b6nnen, wie die Finanzierung des zus\u00c3\u00a4tzlichen Aufwands sichergestellt werden kann und von Unternehmensseite, wie unterschiedlich ausgestaltete Studieng\u00c3\u00a4nge koordiniert und dual Studierende im Unternehmen begleitet werden. F\u00c3\u00bcr alle beteiligten ist die enge Zusammenarbeit wichtig und eine Antwort auf die Frage, wie Theorie und Praxis gut miteinander verbunden werden k\u00c3\u00b6nnen.<\/p>\n<p>Damit sind nur einige Aspekte im Umfeld des dualen Studiums schlaglichtartig angedeutet, die im Rahmen der Veranstaltung diskutiert wurden. Teilweise liegen umfangreiche Erfahrungen vor, teilweise sind die aufgeworfenen Fragen in weiten Teilen aber noch unbeantwortet \u00e2\u20ac\u201c sowohl in der praktischen Ausgestaltung, als auch in der wissenschaftlichen Durchdringung. Vorbilder, so merkte ein Referent an, gibt es f\u00c3\u00bcr das duale Studium weltweit nicht. Das muss aber kein Makel sein, sondern k\u00c3\u00b6nnte, wie die duale Ausbildung, zu einem Markenzeichen und Exportschlager werden und ein wichtiger Beitrag (neben anderen) die Wirtschaft mit gut ausgebildeten Fachkr\u00c3\u00a4ften zu versorgen.<\/p>\n<p>Zus\u00c3\u00a4tzliche Informationen zum Dualen Studium von Stifterverband der Deutschen Wissenschaft und BDA <a href=\"http:\/\/www.stifterverband.info\/wissenschaft_und_hochschule\/infothek\/duales_studium\/index.html\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das duale Studium ist die Studienform, die in den letzten Jahren aufgrund des starken Wachstums am meisten Aufmerksamkeit erfahren hat. Zunehmend mehr Unternehmen interessieren sich f\u00c3\u00bcr diese Form des Studiums und in der Folge gibt es zunehmen mehr Hochschulen, die duale Studieng\u00c3\u00a4nge anbieten. 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