{"id":2255,"date":"2012-10-22T10:10:02","date_gmt":"2012-10-22T10:10:02","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=2255"},"modified":"2012-10-22T10:10:02","modified_gmt":"2012-10-22T10:10:02","slug":"medien-machen-schule-3-0-spatsommeruni-in-flensburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/medien-machen-schule-3-0-spatsommeruni-in-flensburg\/","title":{"rendered":"&#8222;Medien machen Schule 3.0&#8220; &#8211; (Sp\u00c3\u00a4t)Sommeruni in Flensburg"},"content":{"rendered":"<p>Letzte Woche war ich hoch im Norden, an der Universit\u00c3\u00a4t Flensburg. Die &#8222;Sp\u00c3\u00a4tsommer-Uni&#8220; f\u00c3\u00bcr Lehramtsstudierende unter dem Titel <a href=\"http:\/\/mp.uni-flensburg.de\/site\/lehre\/sommer-uni-2012\">&#8222;Bildungsg\u00c3\u00a4nge im Social Web&#8220;<\/a>\u00c2\u00a0bot an drei Tagen Workshops an, in denen Studierende des Lehramts sich mit verschiedenen Fragen von Medienbildung auseinandersetzen, aber auch selbst aktiv werden k\u00c3\u00b6nnen. So hatten sich dieses Jahr 150 Studierende gemeldet, um drei Tage lang unter dem Thema \u00e2\u20ac\u017eBildungsg\u00c3\u00a4nge\u00e2\u20ac\u0153 das Potenzial digitaler sozialer Medien f\u00c3\u00bcr die Schule zu erkunden. Er\u00c3\u00b6ffnet wird diese (als Lehrveranstaltung auch \u00e2\u20ac\u0161creditw\u00c3\u00bcrdige\u00e2\u20ac\u2122) Veranstaltung durch zwei Beitr\u00c3\u00a4ge. In der Veransaltungschoreographie ging es vor allem darum, in diesen Vortr\u00c3\u00a4gen Vor- und Nachteile von Social Media in der Schule zu betrachten.<br \/>\nMir kam zur Er\u00c3\u00b6ffnung der &#8222;positive Part&#8220; zu, den ich ausgef\u00c3\u00bcllt habe, indem ich vor allem drei Thesen aufgestellt habe, diese ein wenig ausgef\u00c3\u00bchrt und mit aktuellen Handlungspraxen\/Beispielen unterf\u00c3\u00bcttert habe. Dabei sind die Thesen nicht revolution\u00c3\u00a4r, aber f\u00c3\u00bcr viele Schulen durchaus herausfordernd:<\/p>\n<ul>\n<li>These 1: Schule muss sich der Herausforderung von Social Software stellen.<\/li>\n<li>These 2: Die Besch\u00c3\u00a4ftigung mit Social Software schliesst die ganze Schule ein.<\/li>\n<li>These 3: Social Software bietet das Potenzial zur Reflexion von (Bildungs-)Zielen, Werten und Normen in der Schule.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Besonders wichtig war es mir, Spannungsfelder bei der Betrachtung beider \u00e2\u20ac\u017eSysteme\u00e2\u20ac\u0153 zu zeigen, da Schule und das Social Web in vielen Teilen (erst mal) nicht zusammen zu passen scheinen, und so &#8222;freie Bildungsg\u00c3\u00a4nge durch das Web 2.0&#8220;, wie es im Programm hie\u00c3\u0178, erstmals schwierig erscheinen. Wen es interessiert, der ist <a href=\"http:\/\/de.slideshare.net\/mschiefner\/flensburg\">hier<\/a> auf meine Pr\u00c3\u00a4sentation zum Thema verwiesen. Ich bin mir nicht sicher, inwieweit die Teilnehmenden die Paradoxien, die ich versucht habe, herauszustreichen als wirkliche Paradoxien wahrgenommen haben \u00e2\u20ac\u201c denn, so fiel zumindest in den R\u00c3\u00bcckfragen im Vergleich zu Gespr\u00c3\u00a4chen in der Schule auf, dass Studierende dies z.T. (noch) nicht als Herausforderung wahrnehmen. So war es schade, dass dieses Jahr wenig Lehrer aus der Schule beteiligt waren und die anschlie\u00c3\u0178ende Runde wenig in Diskussion kam, sondern eher ein Frage-Antwort Spiel war. Aber vielleicht war eine echte Diskussion auch aufgrund der Anzahl der Teilnehmenden nicht erwartbar.<\/p>\n<p>Im Anschluss an meinen Vortrag pr\u00c3\u00a4sentierte Oliver Leistert,\u00c2\u00a0zusammen mit Theo R\u00c3\u00b6hle Herausgeber des Buches <a href=\"http:\/\/www.transcript-verlag.de\/ts1859\/ts1859.php\" target=\"_blank\">Generation Facebook<\/a>, eine sehr fundierte Kritik am Gesch\u00c3\u00a4ftsmodell facebook und bot Denkfutter, wie es um die Frage der Identit\u00c3\u00a4t und Kontrolle auf Facebook bestellt ist. Aus Sicht der Medienwissenschaft bzw. Medientheorie problematisierte er beispielsweise die Entm\u00c3\u00bcndigung informationeller Selbstbestimmung, die Selbstoptimierungstendenzen sozialer Netzwerke oder die Zerteilung bzw. Fragmentierung des Subjekts. Wer sich mehr \u00c3\u00bcber diesen Teil informieren m\u00c3\u00b6chte, dem sei die Einleitung des Buches empfohlen, das <a href=\"http:\/\/www.transcript-verlag.de\/ts1859\/ts1859_1.pdf\" target=\"_blank\">hier<\/a> verf\u00c3\u00bcgbar ist. Ausgehend von seinem Vortrag in Verbindung zu meinem kam dann die Frage auf, ob es \u00e2\u20ac\u0161alternative\u00e2\u20ac\u2122 Formen zu facebook gebe bzw. ob es nicht sinnvoll sei vor allem in Schulen alternative Soziale Netzwerke zu etablieren. <a href=\"http:\/\/medialepfade.de\/ueberuns\/team\/\" target=\"_blank\">Daniel Seitz<\/a> und ich waren aufgrund verschiedener Aspekte eher skeptisch, so dass ich sehr gespannt bin, wie es den Flensburgern um <a href=\"http:\/\/mp.uni-flensburg.de\/site\/personen\/stephan-munte-goussar\" target=\"_blank\">Stephan M\u00c3\u00bcnte-Goussar<\/a> gelingen wird, eine solche Alternative zu etablieren.<\/p>\n<p>Besonders gut bei diesem Veranstaltungsformat gefiel mir, dass Lehramts-Studierende sowohl theoretische als auch praktische Erfahrungen mit digitalen Medien machen k\u00c3\u00b6nnen. So ist diese Veranstaltung auch f\u00c3\u00bcr Lehrende aus Schulen ge\u00c3\u00b6ffnet, so dass hier auch Potenzial vorhanden ist, gemeinsam am Themenkomplex digitaler sozialer Medien zu denken und Erfahrungen auch aus der Praxis zu integrieren. Inwieweit es in einer solchen Veranstaltung gelingen kann, wirklich Handlungspraxen oder viel wichtiger subjektive Theorien von Medien in der Schule zu durchbrechen, kann ich nicht beurteilen. Ich habe allerdings aus den R\u00c3\u00bcckfragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Gef\u00c3\u00bchl, dass hier noch viel Stoff f\u00c3\u00bcr Diskussionen liegt \u00e2\u20ac\u201c die aber durchaus sehr spannend und befruchtend sind. Denn, um an die Thesen anzukn\u00c3\u00bcpfen, eine Verbannung digitaler sozialer Medien ist auch keine L\u00c3\u00b6sung \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche war ich hoch im Norden, an der Universit\u00c3\u00a4t Flensburg. 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