{"id":2633,"date":"2013-10-23T07:49:45","date_gmt":"2013-10-23T07:49:45","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=2633"},"modified":"2013-10-23T10:39:31","modified_gmt":"2013-10-23T10:39:31","slug":"lehrerbildung-unter-druck-mehr-medien-mehr-praxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/lehrerbildung-unter-druck-mehr-medien-mehr-praxis\/","title":{"rendered":"Lehrerbildung unter Druck: Mehr Praxis? Mehr Medien?"},"content":{"rendered":"<p>Diese Woche beginnt wieder das Semester, und damit f\u00c3\u00bcr mich auch wieder die Lehre in den Bildungswissenschaften. Und (fast) wie gerufen kommt da die neue Ausgabe des Stifterverband-Magazins, das sich unter dem Titel &#8222;<a href=\"http:\/\/www.stifterverband.de\/publikationen_und_podcasts\/wirtschaft_und_wissenschaft\/wuw_2013-03_schwerpunkt.pdf\" target=\"_blank\">Allesk\u00c3\u00b6nner unter Druck<\/a>&#8220; neuen Wegen der Lehrerbildung widmet.<br \/>\nGespannt gleich von mir aufgeschlagen, scheint schon die erste Seite mit einer Grafik zur Mediennutzung von Lehrpersonen\u00c2\u00a0 zu ern\u00c3\u00bcchtern.\u00c2\u00a0<a href=\"http:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Medieneinsatz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-2634\" alt=\"Medieneinsatz\" src=\"http:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Medieneinsatz-290x300.jpg\" width=\"290\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Medieneinsatz-290x300.jpg 290w, https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Medieneinsatz.jpg 547w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/a> Auf den ersten Blick best\u00c3\u00a4tigt sie das Bild, welches oft von Lehrpersonen gezeichnet wird (n\u00c3\u00a4mlich mehr oder minder &#8222;medienignorant&#8220;), auf den zweiten Blick sieht man, dass die Grafik und die Zahlen eigentlich wenig bis nichts aussagt. So ist die Frage, wie beispielsweise hohe Wert bei Beamer zustande kommen, wobei doch Notebooks und station\u00c3\u00a4re PCs viel seltener eingesetzt werden (was schliesst man denn sonst an Beamer an?) Viel eher k\u00c3\u00b6nnte man aus der Grafik noch auf eher pr\u00c3\u00a4sentationsorientierte Konzepte von Medienintegration in den Schulen schliessen, aber auch das nur als vage Interpretation. Viel wichtiger als die Frage, welche elektronischen Medien Lehrpersonen einsetzen ist doch eigentlich, was sie mit diesen Medien im Unterricht machen. Da findet man wenig(er) Hinweise.<\/p>\n<p>Aber diese Grafik scheint nur der Aufh\u00c3\u00a4nger zu sein, um dann die Nutzung digitaler Medien als ein wichtiges Thema auch der Lehrerbildung zu identifizieren, denn &#8230;<\/p>\n<blockquote><p>Sie (die angehenden Lehrerinnen und Lehrer, Anmerkung M.R.) sollen ebenso selbstverst\u00c3\u00a4ndlich mit Tablet-PC und E-Book-Reader umgehen k\u00c3\u00b6nnen wie mit Social Media, E-Learning, <em>blended learning<\/em> und anderen Lernformen, die eine Alternative zum Frontalunterricht bieten. (S. 12)<\/p><\/blockquote>\n<p>Das klingt auf den ersten Blick gut, wobei ich an dieser Stelle wieder auf den Gedanken von oben hinweisen k\u00c3\u00b6nnte, dass die blo\u00c3\u0178e Nutzung von Ger\u00c3\u00a4ten noch nichts \u00c3\u00bcber deren Qualit\u00c3\u00a4t aussagt. Doch wie sieht der neue Weg nun aus, den die Lehrerbildung da beschreiten soll? Da wird im Heft zuerst einmal auf die Lehrerbildung an den Hochschulen geschaut. Diese schneidet da eher nicht so gut ab: zu wenig berufsvorbereitend sei diese, nicht innovativ und praxisbezogen genug. Und dies wurde dann auch grafisch illustriert: Auf Seite 12 ist die LehrerInnenausbildung dargestellt, mit einem biederen Hochschullehrer, der Schaubilder zeigt, den Overhead-Projektor und B\u00c3\u00bccher nutzt;\u00c2\u00a0 und \u00c3\u00bcber allem noch die Spinneweben h\u00c3\u00a4ngend. Aber, so frage ich mich, ist dies a) wirklich Wirklichkeit in der Lehrerbildung, und b) kann die universit\u00c3\u00a4re Phase allein f\u00c3\u00bcr mangelnde Medienintegration und fehlenden Praxisbezug verantwortlich gemacht werden, oder geht es nicht auch darum, verst\u00c3\u00a4rkt die Verzahnung der einzelnen Phasen in den Blick zu nehmen? Denn: Was ist eigentlich mit der omin\u00c3\u00b6sen Praxis im Lehramtsstudium, die von allen eingeklagt wird, aber immer noch zu wenig zu sein scheint? Reicht einfach ein &#8222;mehr&#8220; an Praktika und Schulbezug aus? Darauf weist auch Frau Jorzik in der Brosch\u00c3\u00bcre hin:<\/p>\n<blockquote><p>\u00e2\u20ac\u017eEs ist ein Irrtum zu glauben, die Hochschulen m\u00c3\u00bcssten einfach weitere Praktika ins Studium integrieren, um mehr Praxisbezug herzustellen.\u00e2\u20ac\u0153<\/p><\/blockquote>\n<p>Dies halte ich auch nicht f\u00c3\u00bcr zielf\u00c3\u00bchrend ohne zu kl\u00c3\u00a4ren, was der Wert von &#8222;der Praxis&#8220; ist und wie dieser im Zusammenhang mit &#8222;der Theorie&#8220; steht. Und das, so meine ich, zeigt sich gerade auch in der &#8222;Medienfrage&#8220;: Worum geht es eigentlich? Um ein einfaches &#8222;Mehr&#8220; an Einsatz und Nutzung, um eine reflektierte Haltung zu Medien oder um ver\u00c3\u00a4nderte Handlungspraxen? Und inwieweit m\u00c3\u00bcssen Medien auch praktisch werden, nicht nur in der Nutzung dieser, sondern auch im sp\u00c3\u00a4teren Handlungskontext? Und welche Rolle spielt dabei die erste Phase der LehrerInnenbildung? Ich denke, diese Fragen bieten einen Ankn\u00c3\u00bcpfungspunkt f\u00c3\u00bcr die Auftaktdiskussion im Seminar <a href=\"https:\/\/www.kis.uni-kl.de\/campus\/all\/event.asp?gguid=0x5D42848A20991447939FE9642DC543E3&amp;tguid=0x61CEFB6084FB4F4188BE5229201881A0\" target=\"_blank\">Medienp\u00c3\u00a4dagogik<\/a> am Freitag \ud83d\ude42 .<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche beginnt wieder das Semester, und damit f\u00c3\u00bcr mich auch wieder die Lehre in den Bildungswissenschaften. Und (fast) wie gerufen kommt da die neue Ausgabe des Stifterverband-Magazins, das sich unter dem Titel &#8222;Allesk\u00c3\u00b6nner unter Druck&#8220; neuen Wegen der Lehrerbildung widmet. 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