{"id":2682,"date":"2013-12-02T22:45:31","date_gmt":"2013-12-02T22:45:31","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=2682"},"modified":"2013-12-02T22:45:31","modified_gmt":"2013-12-02T22:45:31","slug":"dokumentation-und-anerkennung-von-kompetenzen-im-web-2-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/dokumentation-und-anerkennung-von-kompetenzen-im-web-2-0\/","title":{"rendered":"Dokumentation und Anerkennung von Kompetenzen im Web 2.0"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Die Anerkennung von informell erworbenen Kompetenzen ist ein zentrales Thema der europ\u00c3\u00a4ischen Bildungspolitik. Mit der Empfehlung der Europ\u00c3\u00a4ischen Kommission, L\u00c3\u00b6sungen f\u00c3\u00bcr die Anerkennung informell erworbener Kompetenzen in den Mitgliedsstaaten der EU zu finden (<a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/kj85ntcO\" target=\"_blank\">http:\/\/tinyurl.com\/kj85ntcO<\/a>), wird diese Thema auch auf nationaler Ebene noch mal an Bedeutung gewinnen.<\/p>\n<\/div>\n<p>Im Rahmen meines Vortrags auf dem diesj\u00c3\u00a4hrigen <a href=\"http:\/\/www.die-bonn.de\/institut\/DIE-Forum\/2013\/DIE-Forum.pdf\" target=\"_blank\">DIE-Forum<\/a> habe ich mich mit den aktuellen Entwicklungen zur Dokumentation und Anerkennung von Kompetenzen im Web 2.0 besch\u00c3\u00a4ftigt, die sich im Schatten der oben genannten Initiativen im Netz etablieren.<\/p>\n<p>Nachgezeichnet habe ich zum Beispiel die unterschiedlichen Formen der Dokumentation von Kompetenzen, angefangen von der pers\u00c3\u00b6nlichen privaten oder professionellen Website, \u00c3\u00bcber den eigenen Weblog bis hin zu einem ePortfolio. W\u00c3\u00a4hrend letztere Variante eine sehr explizite und strukturierte Form der Darstellung von Kompetenzen darstellt, ergeben sich gerade durch Social Media sehr viel subtilere Formen der Kompetenzdokumentation, \u00c2\u00a0z.B. in Form von Blogbeitr\u00c3\u00a4gen, aber auch \u00c3\u00bcber Kommentare, Rezensionen oder Artefakte individueller Leistungen (z.B. Fotos und Videos). \u00c2\u00a0Aber auch alles das, was im Web als Spuren hinterlassen wird, kann als Nachweis der individuellen Kompetenzen dienen und aggregiert werden. So k\u00c3\u00b6nnen sich\u00c2\u00a0z.B. auch potenzielle Arbeitgeber im Netz ein eigenes Bild \u00c3\u00bcber die Kompetenzen eines\/einer Bewerbers\/Bewerberin machen. Kompetenzdokumentation ist daher nicht immer ein bewusster, sondern kann auch ein sehr unbewusster Akt sein.<\/p>\n<p>An die Frage der Dokumentation von Kompetenzen schlie\u00c3\u0178t sich f\u00c3\u00bcr mich die Frage der Validierung an, d.h., ob die dokumentierten Kompetenzen tats\u00c3\u00a4chlich vorhanden sind oder nicht. Eine Reihe von Social Networks haben daher Formen der <b>Peer-Validation<\/b> eingef\u00c3\u00bchrt, d.h. die M\u00c3\u00b6glichkeit, Kompetenzen anderen Personen zu best\u00c3\u00a4tigen (z.B. bei ResearchGate) oder auch im Sinne von Referenzschreiben zu dokumentieren (z.B. XING). Die klassische Trennung zwischen denjenigen die Kompetenzen dokumentieren und denjenigen die Kompetenzen validieren, werden in diesen Netzwerken aufgehoben, da jede\/r beide Rollen einnehmen kann.<\/p>\n<p>W\u00c3\u00a4hrend dieser Form der Validierung der Vorwurf von \u00e2\u20ac\u017eGef\u00c3\u00a4lligkeit\u00e2\u20ac\u0153 gemacht werden kann, versuchen <b>Badges<\/b> (<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_051cGs6n8w\" target=\"_blank\">Was sind Badges?<\/a>) qualit\u00c3\u00a4tsgesicherte Formen der Zertifizierung im Web zu etablieren. Zwar wird auch bei den Badges die traditionelle Rollenverteilung auf den Kopf gestellt, da jede\/r Badges vergeben kann, jedoch sind die Kriterien f\u00c3\u00bcr die Vergabe der Badges durch Metadaten eindeutig beschrieben (vgl. <a href=\"http:\/\/openreli.de\/anleitungen\/badges\/\" target=\"_blank\">http:\/\/openreli.de\/anleitungen\/badges\/<\/a>). Im Rahmen des DIE-Forum haben wir intensiv \u00c3\u00bcber die Rolle von Badges diskutiert. Kritisch wurde dabei unter anderem hinterfragt, wie kleinteilig Zertifikate sein sollten und ob Zertifikate eine sinnvolle Lernmotivation darstellen. Grunds\u00c3\u00a4tzlich bleiben viele Fragen, welche Bedeutung die hier vorgestellten Entwicklungen f\u00c3\u00bcr die Erwachsenenbildung haben.\u00c2\u00a0Als m\u00c3\u00b6gliche Forderungen k\u00c3\u00b6nnte man formulieren:<\/p>\n<ol>\n<li>\u00c3\u2013ffnung f\u00c3\u00bcr Dokumentations- und Anerkennungsformen des Web 2.0 auf institutioneller Seite sowohl hinsichtlich Anerkennung entsprechender qualit\u00c3\u00a4tsgesicherter Formen als auch Nutzung dieser Formen in den Angeboten.<\/li>\n<li>Sicherung der Qualit\u00c3\u00a4t von Abschl\u00c3\u00bcssen\/Zertifikaten durch die kritische Auseinandersetzung und Weiterentwicklung von Formen der Dokumentation und Anerkennung informell und non-formal erworbener Kompetenzen im Web 2.0<\/li>\n<li>F\u00c3\u00b6rderung von Bildungsbenachteiligten f\u00c3\u00bcr eine gleichberechtigte Teilhabe an den Chancen der Dokumentation und Anerkennung von informell und non-formal erworbenen Kompetenzen durch die Schaffung von Zug\u00c3\u00a4nge, Beratung und zielgruppenad\u00c3\u00a4quaten Methoden.<\/li>\n<li>Kl\u00c3\u00a4rung von Fragen des Datenschutzes bei der Dokumentation von Kompetenzen im Web und Sensibilisierung\/Aufkl\u00c3\u00a4rung in diesem Bereich.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Grunds\u00c3\u00a4tzlich bedarf es jedoch zun\u00c3\u00a4chst einer weiteren Auseinandersetzung und Diskussion dar\u00c3\u00bcber, welche Rolle das Web 2.0 f\u00c3\u00bcr die Dokumentation und Anerkennung informell erworbener Kompetenzen in der Erwachsenenbildung spielen soll\/wird, welche Chancen und Risiken sich aus der aktuellen Entwicklung ergeben und wie sich Einrichtungen der Erwachsenenbildung in diesem Kontext positionieren k\u00c3\u00b6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anerkennung von informell erworbenen Kompetenzen ist ein zentrales Thema der europ\u00c3\u00a4ischen Bildungspolitik. 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