{"id":3435,"date":"2016-04-25T20:10:20","date_gmt":"2016-04-25T20:10:20","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=3435"},"modified":"2016-04-25T20:30:39","modified_gmt":"2016-04-25T20:30:39","slug":"blogparade-koennen-zeigen-koennen-erkennen-koennen-wir-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/blogparade-koennen-zeigen-koennen-erkennen-koennen-wir-das\/","title":{"rendered":"Blogparade: K\u00c3\u00b6nnen zeigen, K\u00c3\u00b6nnen erkennen \u00e2\u20ac\u201c k\u00c3\u00b6nnen wir das?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/NadinePollmeier\">Nadine Pollmeier<\/a> von der Bertelsmann-Stiftung hat zu einer Blogparade zum Thema &#8222;<a href=\"http:\/\/blog.aus-und-weiterbildung.eu\/blogparade-koennen\">K\u00c3\u00b6nnen zeigen, K\u00c3\u00b6nnen erkennen &#8211; k\u00c3\u00b6nnen wir das?<\/a>&#8220; eingeladen\u00c2\u00a0und ich komme diesem Wunsch gerne nach, einige Gedanken dazu beizutragen.<\/p>\n<p>W\u00c3\u00a4hrend meiner Zeit in der Ausbildung bei der Deutschen Telekom haben wir uns immer wieder mit der Frage besch\u00c3\u00a4ftigt, wie eine kompetenzorientierte Ausbildung gelingen kann. Der dabei verfolgte Ansatz war (und ist), das Lernen im Arbeitsprozess zu f\u00c3\u00b6rdern und durch eine Lernprozessbegleitung zu unterst\u00c3\u00bctzen. Durch die individuelle Begleitung sollten die Selbstlernkompetenzen der Auszubildenden gest\u00c3\u00a4rkt werden, um sie auf die Anforderungen der betrieblichen Praxis (lebenslanges Lernen) vorzubereiten. Teil dessen ist es auch, den jeweiligen Lernstand zu erfassen. Dazu wurden Kompetenzmatrizen f\u00c3\u00bcr einzelne berufliche Handlungsfelder entwickelt, mit denen auch die Kompetenzen zur Aus\u00c3\u00bcbung der Ausbildungsberufe abgebildet werden k\u00c3\u00b6nnen (Becker, Karges &amp; Rohs 2012). Die Erfassung erfolgt dabei durch Selbst- und Fremdeinsch\u00c3\u00a4tzung.\u00c2\u00a0Die Matrizen werden als digitale Portfolios abgebildet, so dass nicht nur die individuellen\u00c2\u00a0Kompetenzniveaus dargestellt werden, sondern auch mit individuellen Nachweisen (z.B. Projektberichte) hinterlegt werden k\u00c3\u00b6nnen. Dadurch ist\u00c2\u00a0es m\u00c3\u00b6glich, den Auszubildenden nicht nur einen allgemeinen Abschluss, sondern einen Nachweis ihrer pers\u00c3\u00b6nlichen Kompetenzen zu best\u00c3\u00a4tigen (Rohs &amp; Feeder 2012).<\/p>\n<p>Dieses Beispiel macht deutlich, dass sich Unternehmen durchaus Gedanken machen, wie individuelle Kompetenzen erfasst werden k\u00c3\u00b6nnen. Nicht jedes Unternehmen ist aber in der Lage, den damit verbundenen Aufwand zu betreiben; und auch die Anforderungen und Rahmenbedingungen sind von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich, so dass es m.E.\u00c2\u00a0zwei grunds\u00c3\u00a4tzlicher Voraussetzungen f\u00c3\u00bcr die Umsetzung der Kompetenzerfassung braucht (wobei ich nicht zwischen der Erfassung formal, informell oder non-formell erworbener Kompetenzen unterscheiden w\u00c3\u00bcrde):<\/p>\n<p>a) Qualit\u00c3\u00a4tsstandards f\u00c3\u00bcr die Erfassung von Kompetenzen und<\/p>\n<p>b)\u00c2\u00a0eine M\u00c3\u00b6glichkeit, unterschiedliche Kompetenzbeschreibungen (sowohl technisch als auch sprachlich) zu transferieren.<\/p>\n<p>Gleichzeitig bin ich der \u00c3\u0153berzeugung, dass die Dokumentation der pers\u00c3\u00b6nlichen Kompetenzen nur in einen pers\u00c3\u00b6nlichen Portfolio erfolgen kann (und sollte). Wenn sich die Erfassung von Kompetenzen durchsetzt (wovon ich \u00c3\u00bcberzeugt bin) und dies, je nachdem in welchem (Lern-)Kontext man sich befindet (Unternehmen, Universit\u00c3\u00a4t, MOOCs u.a.) in unterschiedlicher Art erfolgt, kann der einzige Kristallisationspunkte aus pragmatischen und rechtlichen Gr\u00c3\u00bcnden nur ein individuelles, pers\u00c3\u00b6nliches Portfolio sein, zu dem ich anderen partielle Einblick gebe: Um Zugang zu Bildungsm\u00c3\u00b6glichkeiten zu erhalten, Beratung \u00c2\u00a0oder die Begleitung von Lernprozessen zu unterst\u00c3\u00bctzen, Lernempfehlungen zu erhaltenoder aber auch, um Berechtigungen f\u00c3\u00bcr die Ausf\u00c3\u00bchrung von T\u00c3\u00a4tigkeiten zu bekommen.<\/p>\n<p>Jede\/r m\u00c3\u00bcsste\u00c2\u00a0also ein Portfolio erhalten und gestalten, in dem alle pers\u00c3\u00b6nlichen Kompetenzen dokumentiert sind. Dass es sich dabei um ein E-Portfolio handelt, ist selbstredend &#8211; schon aus dem Grund, die F\u00c3\u00bclle an Kompetenzen und Nachweisen zu managen und unterschiedliche Zug\u00c3\u00a4nge dazu zu gew\u00c3\u00a4hren. Dieses Portfolio m\u00c3\u00bcsste (zumindest in der Grundversion) ein kostenloses Portfolio sein, das allen Menschen zur Verf\u00c3\u00bcgung gestellt wird. Alternativ w\u00c3\u00a4ren auch andere L\u00c3\u00b6sungen denkbar, wesentlich ist aber, dass der Zugang zur pers\u00c3\u00b6nlichen Kompetenzdokumentation nur! von jedem selbst verwaltet wird.<\/p>\n<p>E-Portfolios werden\u00c2\u00a0also aus meiner Sicht eine noch eine gro\u00c3\u0178e Bedeutung bekommen, was auch Grund daf\u00c3\u00bcr ist, dass ich mich im <a href=\"http:\/\/www.eportfolio.eu\/community\/chapters\/germany\">German Chapter des Europortfolio-Projekts<\/a> engagiere. In diesem Rahmen haben wir aktuell eine Datenbank aufgesetzt, um Beispiele f\u00c3\u00bcr E-Portfolios in Deutschland zu sammeln. Alle sind recht herzlich eingeladen sich daran zu beteiligen: <a href=\"https:\/\/www.eportfolio-atlas.de\/drupal\/\">E-Portfolio-Atlas<\/a><\/p>\n<p>Spannend bleiben die technologischen M\u00c3\u00b6glichkeiten bei der Erfassung, Dokumentation, Verifizierung und dem Management von Kompetenzen. Insbesondere Peer-to-Peer-L\u00c3\u00b6sungen scheinen dabei perspektivisch eine gro\u00c3\u0178e Rolle zu spielen\u00c2\u00a0(Peer-to-Peer Verification in Online-Netzwerken, Badges,\u00c2\u00a0Blockchain usw.). Perspektivisch wird es auch Formen der\u00c2\u00a0Automatisierung in diesem Bereich\u00c2\u00a0geben. \u00c2\u00a0Im Rahmen unserer Forschungsgruppe diskutieren wir aktuell die Frage, inwiefern die sensorbasierte Erfassung von Kontextfaktoren bei der Beschreibung von Kompetenzen unterst\u00c3\u00bctzen kann. Dies erscheint uns sinnvoll, da Kompetenzen situationsspezifisch sind und damit die Situation, in der Kompetenzen gezeigt werden, auch relevant f\u00c3\u00bcr die Kompetenzauspr\u00c3\u00a4gung ist\u00c2\u00a0(Van de Water 2016).<\/p>\n<p>Abschlie\u00c3\u0178en m\u00c3\u00b6chte ich meine Gedanken mit einem\u00c2\u00a0Aspekt, auf den\u00c2\u00a0man in der gesamten Diskussion immer wieder st\u00c3\u00b6\u00c3\u0178t: die\u00c2\u00a0Ethik p\u00c3\u00a4dagogischen Handelns. Sie wird\u00c2\u00a0gerade im Zusammenhang mit der Nutzung digitaler Medien m.E. noch\u00c2\u00a0zu wenig thematisiert\u00c2\u00a0(Moore &amp; Ellsworth 2014). Denn: Nicht alles was erfasst werden kann, sollte auch erfasst werden!<\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n<p>Becker, M.; Karges, T.; Rohs, M. (2012) : Selbstgesteuerte Kompetenzerfassung und -entwicklung in der IT-Ausbildung. In: <em>berufsbildung<\/em>. Paderborn: EUSL, Heft 138, S. 8-10.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 6\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Moore, S. L., &amp; Ellsworth, J. B. (2014). Ethics of Educational Technology. In J. M. Spector, D. M. Merrill, J. Elen, &amp; M. J. Bishop (Eds.), <i>Handbook of Research on Educationsl Communications and Technology<\/i> (4 ed., pp. 113-127). New York: Springer.<\/p>\n<p>Rohs, M. &amp; Feeder, M. (2012). Selbstgesteuerte Kompetenzerfassung und partizipative Wissensarbeit mit digitalen Kompetenzmatrizen. In Hoppe, H.U., Kienle, A., Kr\u00c3\u00a4mer, N., Martens, A., Pl\u00c3\u00b6tzner, R., Sch\u00c3\u00bcmmer, T. &amp; Malzahn, N. (Hrsg.), <em>Workshop zu Web2.0 in der beruflichen Weiterbildung im Rahmen der DeLFI 2012<\/em> (S. 25-31.) Hagen<\/p>\n<p><span lang=\"EN-US\">Van de Water, David (2016). Situation criteria as a component of the judgement of human competence. In TU-Nachwuchsring und Innovationszentrum Applied System Modeling for Computational Engineering (<\/span><span lang=\"EN-US\">Hrsg.),<em> Young Researchers Symposium 2016<\/em>.\u00c2\u00a0<\/span>14th-15th April &#8211; Fraunhofer-Zentrum Kaiserslautern. Proceedings. Fraunhofer-Zentrum Kaiserslautern, 14.-15.04.2016.\u00c2\u00a0<span lang=\"EN-US\">Stuttgart: Fraunhofer Verlag, S. 151\u00e2\u20ac\u201c153.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nadine Pollmeier von der Bertelsmann-Stiftung hat zu einer Blogparade zum Thema &#8222;K\u00c3\u00b6nnen zeigen, K\u00c3\u00b6nnen erkennen &#8211; k\u00c3\u00b6nnen wir das?&#8220; eingeladen\u00c2\u00a0und ich komme diesem Wunsch gerne nach, einige Gedanken dazu beizutragen. W\u00c3\u00a4hrend meiner Zeit in der Ausbildung bei der Deutschen Telekom haben wir uns immer wieder mit der Frage besch\u00c3\u00a4ftigt, wie eine kompetenzorientierte Ausbildung gelingen kann. 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