{"id":344,"date":"2006-12-06T21:13:35","date_gmt":"2006-12-06T20:13:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandyschiefner.ch\/blog\/?p=484"},"modified":"2006-12-06T21:13:35","modified_gmt":"2006-12-06T20:13:35","slug":"interaktion-game-design","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/interaktion-game-design\/","title":{"rendered":"Interaktion &#038; Game Design"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema \u00c2\u00abGaming\u00c2\u00bb ist nicht nur auf der Online Educa ein grosses Thema gewesen (wen es interessiert: Sonja Gisler hat alle Sessions zum Thema besucht \ud83d\ude42 und wir nach und nach ihre Erkenntnisse <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/elearning.phtg.ch\/blog\/bulletin\/?p=83\">hier<\/a> weitergeben)<br \/>\nAuch im Rahmen der Ringvorlesung \u00c2\u00ab<a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.ifi.unizh.ch\/se\/teaching\/ws06_07\/ringvor\/index.html\">Educational Engeniering<\/a>\u00c2\u00bb des Instituts f\u00c3\u00bcr Informatik der Universit\u00c3\u00a4t Z\u00c3\u00bcrich war heute das Thema <strong>\u00c2\u00abInteraktion und Game Design\u00c2\u00bb<\/strong><br \/>\nGesprochen haben Prof. Dr. Gerhard Burrmann und Ulrich G\u00c3\u00b6tz von der Hochschule f\u00c3\u00bcr Gestaltung und Kunst in Z\u00c3\u00bcrich.<\/p>\n<p>Es war eine \u00c3\u00a4usserst spannende Veranstaltung, auch wenn manche Aussagen \u00c3\u00bcber das Lernen und die Lernwirksamkeit von Spielen aus p\u00c3\u00a4dagogischer Hinsicht unbedingt relativiert werden m\u00c3\u00bcssen.<\/p>\n<p>Besonders beeindruckend fand ich den philosophischen Abriss \u00c3\u00bcber das Spiel in der Menschheitsgeschichte (von Olympia, das aztekische Blumenspiel \u00c3\u00bcber die R\u00c3\u00b6mer bishin zu Schiller und den 30er Jahren), das hatte ich so nicht erwartet. Aber diesen Bogen zu spannen ist \u00c3\u00a4ussert reizvoll, besonders wenn es um die Einordnung von Second Life geht. Aber der Reihe nach:<\/p>\n<p>Als Basis f\u00c3\u00bcr Design wird nicht, wie man naiv meinen k\u00c3\u00b6nnte, die Bilder genommen, sondern es wird von der User Experience, also der Prozessqualit\u00c3\u00a4t ausgegangen.<br \/>\nDas Spiel ist f\u00c3\u00bcr die Gesellschaft von \u00c3\u00a4usserster Bedeutung, in vielen Domainen wird gespielt (Finanzwelt, Computersimulationen, usw)<br \/>\n<strong>Hypothese<\/strong>: Der Lerneffekt von Computerspielen liegt vor allem in der spielerischen Auseindersetzung mit der Technik, der Umgang mit der Technik steht im Vordergrund. Der Spieler lernt vor allem die Orientierung, Navigation, im Computer, ein Faktum, das er f\u00c3\u00bcr die zweite Generation (Virtuelle Realit\u00c3\u00a4ten, Second Life, usw.) ben\u00c3\u00b6tigt. Es geht vor allem um die spielerische Abarbeitung von Technik.<\/p>\n<p>Burrmann bezeichnet dies als 2. Sozialisation nach der gesellschaftlichen Sozialisation. Festmachen kann man dies vor allem in Online-Rollenspielen, wo der Benutzer mit verschiedenen Rollen und Verhaltensweisen spielen kann und so verschiedene Sozialisationserfahrungen machen kann. Das Computerspiel ist somit eine Vorstufe f\u00c3\u00bcr den Eintritt in virtuelle Umwelten.<\/p>\n<p>Eine Aussage, die ich im Bereich Game based learning sehr wichtig finde:<br \/>\nDas Spiel ist autotelisch und verfolgt nur seinem Selbstzweck, ansonsten kann man nicht von Spielen sprechen.<br \/>\n\u00c2\u00ab[&#8230;] Das Spiel ist absichtslos, und \u00e2\u20ac\u017eAbsichten\u00e2\u20ac\u0153, die im Spiel entstehen, zerst\u00c3\u00b6ren es.\u00c2\u00bb (vvf)<br \/>\nDies ist ein zentrales Element von Spielen und steht in einer gewissen Opposition von Lernspielen, die per se von Lernprozessen ausgehen, die mit dem Spiel angeregt werden sollen. Hier besteht eine Kluft zwischen dem Lustgewinn durch Zweckfreiheit und der Vermittlung von Lernzielen. Wie wichtig dies auch in der Praxis ist, konnte ich im Rahmen der Online Educa erfahren, wo wir ein Spiel entwickeln mussten und genau an diesem Dilemma gescheitert sind \ud83d\ude41 .<\/p>\n<p>Personale Erfahrungspotenziale von Spielen (nach Burrmann):<\/p>\n<ul>\n<li>Selbsterfahrung<\/li>\n<li>Risiko &#038; Spannung (ein wichtiges Element: bisher hat das Scheitern in einem Spiel keinerlei Auswirkungen auf die Realit\u00c3\u00a4t &#8211; diese Tatsache l\u00c3\u00b6st sich aber mit Umgebungen wie Second Life auf, wie noch zu zeigen sein wird)<\/li>\n<li>Aufgabenbew\u00c3\u00a4ltigung<\/li>\n<li>Eigent\u00c3\u00a4tigkeit<\/li>\n<li>unkonventionelles Verhalten<\/li>\n<li>Interaktion \u00c3\u00bcber und mit allen Sinnen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ulrich G\u00c3\u00b6tz hat dargestellt, wie die verschiedenen Elemente von Spiel, n\u00c3\u00a4mlich \u00c2\u00abludes\u00c2\u00bb und \u00c2\u00abpaidia\u00c2\u00bb in einem Lernspiel (&#8222;10 hours left&#8220;) verteilt sind und so auf wesentliche Elemente, die ein Computerspiel haben muss, hingewiesen: Druck muss hergestellt werden (z.B. Ablauf eines Zeitultimatums), die M\u00c3\u00b6glichkeit des Scheiterns muss enthalten sein (z.B. Tod), usw.<\/p>\n<p>Kritisch betrachte ich (und Gott sei Dank nicht nur ich \ud83d\ude09 ) die Aussage, dass Lernen auch Distanz bedeutet und so ein Konflikt zwischen dem Lernen und der Imersion (dem Eintauchen in eine Computerwelt) besteht. Game based learning ist nach Aussagen von beiden eine Art Zwitter.<br \/>\nLernen bedeutet aber vor allem die Verinnerlichung von Wissen, nicht die Distanz. Auch auf meinen Widerspruch hin wurde das Konzept nicht wirklich deutlicher. Ich vermute, dass man vor allem Reflexion meinte, wenn man von einem Schritt zur\u00c3\u00bccktreten spricht. Auch auf die Ausf\u00c3\u00bchrungen, dass es sich um eine Distanz zwischen dem User und dem Spiel handelt und dass es so zu Distanzen im Lernprozess kommt, kann ich nicht folgen. Gerade das Eintauchen in eine Gamewelt l\u00c3\u00a4sst die Distanz zwischen dem Computer und dem Nutzer verschwinden. Wenn \u00c3\u00bcberhaupt hat man diese \u00c3\u00bcber mangelnde Eingabem\u00c3\u00b6glichkeiten. Was m.E. nach das eigentliche Problem ist, ist der Transfer. Wie stelle ich es sicher, dass das Wissen, das in Games  erlernt wird, auch im Alltag angewendet wird? Wie bedeutungsvoll ist das Lernen, das im Game stattfindet in Abh\u00c3\u00a4ngigkeit zur Phantasie und Zweckfreiheit, die Spiele eigentlich haben?<\/p>\n<p>Doch nun zum zweiten Teil des Vortrages:  <strong>Second Life<\/strong><br \/>\nSecond Life ist nach den Ausf\u00c3\u00bchrungen beider kein Spiel im eigentlichen Sinne, sondern eine Virtuelle Welt, die eine Reproduktion der Kultur darstellt.<br \/>\nNach einem Bericht von Reuters plant IBM die Investition von 10 Mio. $, um die Gesch\u00c3\u00a4ftsprozesse in Second Life abzuwickeln. Auch die Hochschule f\u00c3\u00bcr Gestaltung und Kunst hat Mittel aquiriert, um sich in die Welt von Second Life zu begeben und dort zu forschen. Interessant ist meiner Meinung nach, dass in Second Life neben der Aufbau einer parallelen Welt durch die Nutzer auch Wertheorien diskutiert werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Glaube &#038; Religiosit\u00c3\u00a4t: Wie ist Glaube und Religion in Second Life abbildbar?<\/li>\n<li>\u00c3\u00b6konomische Fragestellungen: es entsteht ein neuer Wirtschaftsraum mit neuen Regeln (Erweiterung: www.zopa.com)<\/li>\n<li>Rasse- und Genderproblematik<\/li>\n<li>Rechts- und Regelungsprozesse<\/li>\n<li>\u00c3\u00a4sthetische Problemstellungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Auslagerung der eigenen Realit\u00c3\u00a4t in eine andere Welt = Terraforming (sei es nun der Mond, wie es die Amerikaner vorhaben oder Second Life) birgt die Gefahr, dass zwei unterschiedliche Regelsysteme vorhanden sind, n\u00c3\u00a4mlich reale und virtuelle Regeln).<\/p>\n<p>Second Life spricht nach Aussagen von Prof. Burrmann vor allem die \u00c3\u00a4ltere Generation an. Weiterhin berichtet er, dass es weltweit ca. 1\u00e2\u20ac\u02dc000 Menschen gibt, die hauptamtlich ihre Br\u00c3\u00b6tchen in Second Life (und nicht mit Second Life) verdienen. Das hatte ich beides nicht so erwartet. Hier kommt es zu einer starken \u00c2\u00abMerkantilisierung\u00c2\u00bb des virtuellen Raumes.<\/p>\n<p>Eine Verbindung zwischen P\u00c3\u00a4dagogik und Second Life stellt Burrmann unter dem Begriff \u00c2\u00abPiaget Digital\u00c2\u00bb vor: Die Begriffe Assimliation und Akkomodation bekommen in virtuellen Umgebungen wie die von Second Life eine ganz neue Dimension und werden zentral f\u00c3\u00bcr Partizipationsprozesse.<\/p>\n<p>Second Life bzw. jede andere virtuelle Umgebung bewirkt nach Burrmann eines:<br \/>\n\u00c2\u00abInnovation geschieht im Sinne eines Hegelschen Weltgeistes, unter Partizipation der Beteiligten.\u00c2\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema \u00c2\u00abGaming\u00c2\u00bb ist nicht nur auf der Online Educa ein grosses Thema gewesen (wen es interessiert: Sonja Gisler hat alle Sessions zum Thema besucht \ud83d\ude42 und wir nach und nach ihre Erkenntnisse hier weitergeben) Auch im Rahmen der Ringvorlesung \u00c2\u00abEducational Engeniering\u00c2\u00bb des Instituts f\u00c3\u00bcr Informatik der Universit\u00c3\u00a4t Z\u00c3\u00bcrich war heute das Thema \u00c2\u00abInteraktion und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-344","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mandyschiefner"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=344"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/344\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=344"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=344"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=344"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}