{"id":3453,"date":"2016-07-02T11:00:35","date_gmt":"2016-07-02T11:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=3453"},"modified":"2016-07-02T11:00:35","modified_gmt":"2016-07-02T11:00:35","slug":"dokumentation-und-anerkennung-informell-und-non-formal-erworbener-kompetenzen-im-web","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/dokumentation-und-anerkennung-informell-und-non-formal-erworbener-kompetenzen-im-web\/","title":{"rendered":"Dokumentation und Anerkennung informell und non-formal erworbener Kompetenzen im Web"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem\u00c2\u00a0Beschlusses des Rates der Europ\u00c3\u00a4ischen Union aus dem Jahr 2012, sind die Mitgliedstaaten aufgefordert,\u00c2\u00a0&#8222;Regelungen f\u00c3\u00bcr die Validierung des nichtformalen und des informellen Lernens \u00e2\u20ac\u201d im Einklang mit ihren nationalen Gegebenheiten und Besonderheiten und nach eigenem Er\u00c2\u00admessen \u00e2\u20ac\u201d bis sp\u00c3\u00a4testens 2018\u00c2\u00a0&#8220; einzuf\u00c3\u00bchren (Rat der Europ\u00c3\u00a4ischen Union 2012, S. 3). Auch in Deutschland wird dar\u00c3\u00bcber diskutiert, wie diese Empfehlung umgesetzt werden kann. Das\u00c2\u00a0Bundesinstitut f\u00c3\u00bcr Berufsbildung (BIBB) besch\u00c3\u00a4ftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema und hat im Rahmen eines <a href=\"https:\/\/www2.bibb.de\/bibbtools\/tools\/dapro\/data\/documents\/pdf\/ab_42452.pdf\">aktuelles Projekts<\/a> in dieser Woche dazu eingeladen, m\u00c3\u00b6gliche Szenarien f\u00c3\u00bcr Deutschland zu diskutieren. Dabei haben wir in einer Arbeitsgruppe vor allem die aktuellen Entwicklung im Web aufgegriffen, wo sich informelle Praktiken der Dokumentation und Anerkennung herausbilden.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><strong>Information und Beratung (information, advice and guidance)<\/strong><\/p>\n<p>In der Diskussion sind wir davon ausgegangen, dass jeder Mensch die M\u00c3\u00b6glichkeit hat ein kostenloses pers\u00c3\u00b6nliches ePortfolio zu bekommen &#8211; beispielsweise schon mit Eintritt in die Schule &#8211; um dort ihre Kompetenzen zu sammeln. Die Information und Beratung erfolgt dabei dann im Rahmen der formalen Bildung obligatorisch. Vorstellbar w\u00c3\u00a4re, dass individuelle (Schul)Leistungen dann schon obligatorisch in das ePortfolio einflie\u00c3\u0178en. Aber auch au\u00c3\u0178erschulische Aktivit\u00c3\u00a4ten k\u00c3\u00b6nnten (fakultativ) Ber\u00c3\u00bccksichtigung finden.<\/p>\n<p>Ein Ansatz dazu k\u00c3\u00b6nnte die <a href=\"https:\/\/europass.cedefop.europa.eu\/editors\/de\/cv-esp\/upload\">Online-Version des Europass<\/a> darstellen, der auch schon eine Speicherung von Daten auf dem eigenen Rechner oder in einer Cloud erm\u00c3\u00b6glicht (Dropbox, Google Drive). Interessant ist bei dem Online-Europass, dass dieser schon Verbindungen zu LinkedIn integriert. Die Verbindungen zu Klassifikationen wie <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/esco\/portal\/home\">ESCO<\/a>\u00c2\u00a0bzw. Tools wie\u00c2\u00a0<a href=\"http:\/\/disco-tools.eu\/disco2_portal\/\">DISCO<\/a> w\u00c3\u00bcrde dabei die europ\u00c3\u00a4ische Vergleichbarkeit unterst\u00c3\u00bctzen und die Beschreibung individueller Kompetenzen erleichtern.<\/p>\n<p><strong>Ermittlung (identification)<\/strong><\/p>\n<p>Die Ermittlung der Kompetenzen wird im Web zunehmend (halb)automatisch erfolgen. Individuelle\u00c2\u00a0Dokumentationen von Kompetenzen im Netz (z.B. durch Vortragsvideos, Publikationen, Diskussionsbeitr\u00c3\u00a4ge\/Kommentare) werden identifiziert und zur Integration in das ePortfolio vorgeschlagen. Dar\u00c3\u00bcber hinaus k\u00c3\u00b6nnen aber auch Artefakte die nicht im Web sind in das ePortfolio aufgenommen\u00c2\u00a0werden.<\/p>\n<p><strong>Bewertung (assessment)<\/strong><\/p>\n<p>Die Bewertung erfolgt nicht unbedingt durch daf\u00c3\u00bcr bestimmte\u00c2\u00a0Experten, sondern vor allem durch Peers bzw. Kunden oder Nutzer individueller Angebote,\u00c2\u00a0die durch &#8222;Likes&#8220;, &#8222;Recommendations&#8220; oder &#8222;Kommentare&#8220; die individuellen Leistungen (Performanz) bewerten. Notwendig w\u00c3\u00a4ren hier erg\u00c3\u00a4nzende rechtliche Regelungen, um gegen falsche Darstellungen vorgehen zu k\u00c3\u00b6nnen.<\/p>\n<p><strong>Validierung (Validation)<\/strong><\/p>\n<p>Eine Validierung ist nicht vorgesehen, es k\u00c3\u00b6nnten aber z.B. erg\u00c3\u00a4nzende valide diagnostische Online-Tests angewandt und im ePortfolio hinterlegt werden. Es w\u00c3\u00a4re auch vorstellbar, dass erg\u00c3\u00a4nzende Tests (z.B. \u00c3\u00bcber Online-Simulationen) zum Nachweis von bereits dokumentierten Kompetenzen eingesetzt werden.<\/p>\n<p><strong>Zertifizierung (certification)<\/strong><\/p>\n<p>Die Vergabe von Zertifikaten verliert in diesem Zusammenhang an Relevanz, ist aber nicht ausgeschlossen (z.B. \u00c3\u00bcber Badges). Insbesondere Zertifikate angesehener Einrichtungen k\u00c3\u00b6nnen als Alleinstellungsmerkmal an Bedeutung gewinnen (Differenzierung durch Einsatz \u00c3\u00b6konomischer Mittel). Auch der\u00c2\u00a0Vergleich mit formalen Abschl\u00c3\u00bcssen\u00c2\u00a0w\u00c3\u00bcrde sich nicht ausschlie\u00c3\u0178en und vor allem die Vergleichbarkeit (\u00c3\u00bcber Standards) erleichtern.<\/p>\n<p>Das waren einige Ideen, die wir in diesem Zusammenhang gesammelt haben. Diese Stellen kein Wunschszenario dar, sondern eine m\u00c3\u00b6gliche Entwicklungslinie, die insbesondere einige aktuelle\u00c2\u00a0technologische Entwicklungen aufgreift.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>M.E. ist es von gro\u00c3\u0178er Wichtigkeit, gerade den Bereich der\u00c2\u00a0Erfassung und Validierung von Kompetenzen nicht den &#8222;Marktm\u00c3\u00a4chten&#8220; zu \u00c3\u00bcberlassen. Die umfassende Dokumentation individueller Kompetenzen wird ohne Frage kommen (und ist in Teilen ja auch schon da). Diese Daten sollten aber in der Hand jedes Einzelnen bleiben. Abh\u00c3\u00a4ngigkeiten von privatwirtschaftlichen L\u00c3\u00b6sungen w\u00c3\u00a4ren fatal, auch wenn Sie als\u00c2\u00a0(kleinerer oder gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178erer) Teil zuk\u00c3\u00bcnftiger Kompetenzerfassung wahrscheinlich sind. Je l\u00c3\u00a4nger entsprechende L\u00c3\u00b6sungsans\u00c3\u00a4tze von staatlicher\/europ\u00c3\u00a4ischer Seite fehlen bzw. nicht die notwendige Attraktivit\u00c3\u00a4t besitzen, umso wahrscheinlicher ist es, dass sich Abh\u00c3\u00a4ngigkeiten an\u00c2\u00a0vorhandenen Netzwerken etablieren. Diese Entwicklungen gilt es kritisch zu begleiten.<\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n<p>Rat der Europ\u00c3\u00a4ischen Union. (2012). <i>Empfehlungen des Rates vom 20. Dezember 2012 zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens<\/i>. Retrieved from Br\u00c3\u00bcssel: <a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=OJ:C:2012:398:0001:0005:DE:PDF\">http:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=OJ:C:2012:398:0001:0005:DE:PDF<\/a><\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem\u00c2\u00a0Beschlusses des Rates der Europ\u00c3\u00a4ischen Union aus dem Jahr 2012, sind die Mitgliedstaaten aufgefordert,\u00c2\u00a0&#8222;Regelungen f\u00c3\u00bcr die Validierung des nichtformalen und des informellen Lernens \u00e2\u20ac\u201d im Einklang mit ihren nationalen Gegebenheiten und Besonderheiten und nach eigenem Er\u00c2\u00admessen \u00e2\u20ac\u201d bis sp\u00c3\u00a4testens 2018\u00c2\u00a0&#8220; einzuf\u00c3\u00bchren (Rat der Europ\u00c3\u00a4ischen Union 2012, S. 3). 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