{"id":3498,"date":"2016-09-24T10:22:16","date_gmt":"2016-09-24T10:22:16","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=3498"},"modified":"2016-09-24T10:22:42","modified_gmt":"2016-09-24T10:22:42","slug":"tagungsrueckblick-digitalisierung-der-lehre-und-lernorte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/tagungsrueckblick-digitalisierung-der-lehre-und-lernorte\/","title":{"rendered":"Tagungsr\u00c3\u00bcckblick | Digitalisierung der Lehre und Lernorte"},"content":{"rendered":"<p>Letzte Woche war ich auf der gemeinsamen <a href=\"https:\/\/www.uni-ulm.de\/zki-herbsttagung-und-dini-jahrestagung-2016\/\">ZKI-Herbsttagung und 17. DINI-Jahrestagung zum Thema &#8222;Digitalisierung der Lehre&#8220;<\/a> in Ulm eingeladen. Am Donnerstag standen dann inhaltlich &#8222;k\u00c3\u00bcnftige, virtuelle und reale Lernorte&#8220; im Fokus, denn:\u00c2\u00a0Neben all der Digitalisierung lernen wir immer noch in und an der Hochschule, virtuelle Universit\u00c3\u00a4ten und neue Lehr-Lernformen haben sich nicht fl\u00c3\u00a4chendeckend durchgesetzt. Und die Diskussionen \u00c3\u00bcber Anwesenheitspflichten macht deutlich, dass digitale Medien nicht die Aufl\u00c3\u00b6sung von Hochschulen bedeuten, allerdings das Zusammenspiel zwischen Nutzung digitaler Medien (MOOCs, Inverted Classroom uvm.) und Pr\u00c3\u00a4senzen ausgelotet wird.<\/p>\n<p>In meinem Er\u00c3\u00b6ffnungsvortrag thematisierte ich dementsprechend vor allem den Lernort Hochschule, der sich aus meiner Perspektive\u00c2\u00a0zwischen Anachronismus auf der einem Seite und der Offenheit auf der anderen bewegt, vergleicht man die Diskussionen um Digitalisierung\/E-Learning in den letzten Jahren: Auf der einen Seite gibt es vielf\u00c3\u00a4ltige digitale Neuerungen, auf der anderen Seite diskutieren wir immer noch, was bzw. wie viel Anwesenheit eine Vorlesung beispielsweise ausmacht. Im Vortrag\u00c2\u00a0habe ich mich vor allem auf die (Lern-)Raumdiskussionen bezogen und mich daf\u00c3\u00bcr ausgesprochen, dass es nicht reicht, \u00e2\u20ac\u017enur\u00e2\u20ac\u0153 R\u00c3\u00a4ume einzurichten, sondern man \u00c2\u00a0sich Gedanken \u00c3\u00bcber der\u00c2\u00a0Akteure, und Interaktionen sowie die soziale Dimension des Raums machen\u00c2\u00a0muss. Insbesondere die Rolle digitaler Medien wird\u00c2\u00a0nur marginal diskutiert (ganz beliebt z.B. in der Diskussion um Steckdosenverf\u00c3\u00bcgbarkeiten). Die Ver\u00c3\u00a4nderungen, die sich f\u00c3\u00bcr Lernorte ergeben, sind aus meiner Perspektive noch nicht wirklich durchdacht, konzeptualisiert\u00c2\u00a0man beispielsweise \u00c2\u00a0Medien als Verbindung oder raumkonstituierend. Dieses Verst\u00c3\u00a4ndnis w\u00c3\u00bcrde es z.B. notwendig machen, dass man\u00c2\u00a0ein Re-Framing \u00e2\u20ac\u017einnerer\u00e2\u20ac\u0153 Bilder von (Lern-)R\u00c3\u00a4umen, Studierenden\u00c2\u00a0und\u00c2\u00a0Medien vornimmt. Denn:\u00c2\u00a0Wir haben immer noch ziemlich klare Vorstellungen dar\u00c3\u00bcber, wie Lernr\u00c3\u00a4ume an Hochschulen aussehen. Und dies schon zu\u00c2\u00a0Beginn des Studiums: So sind die Studierenden meiner Vorlesung immer wieder irritiert, wenn sie den\u00c2\u00a0runden Vorlesungssaal an der Uni betreten.<\/p>\n<p>Und zuletzt pl\u00c3\u00a4dierte ich daf\u00c3\u00bcr, bei der Gestaltung nicht nur die\u00c2\u00a0Studierendenperspektive (Stichwort <a href=\"https:\/\/www.e-teaching.org\/community\/communityevents\/onlinepodium\/lernwanderer\">Lernwanderer<\/a>) einzunehmen,\u00c2\u00a0sondern\u00c2\u00a0auch dem (studentischen) Forschungshandeln Raum zu geben.\u00c2\u00a0Relevant ist dabei das\u00c2\u00a0\u00c3\u0153berdenken des Zusammenspiels von\u00c2\u00a0akademischen und medialen Praktiken, ein Aspekt, der uns gerade auch im <a href=\"http:\/\/www.fides-projekt.de\">FideS Projekt<\/a> besch\u00c3\u00a4ftig. Digitale Medien k\u00c3\u00b6nnten neue R\u00c3\u00a4ume schaffen sowie\u00c2\u00a0die\u00c2\u00a0Aneignung und Verbindung von R\u00c3\u00a4umen erm\u00c3\u00b6glichen, so dass Enkulturation (auch durch Partizipation) erm\u00c3\u00b6glicht wird. Hochschule kann somit zu einem Lebens-, Lern- und Erkenntnisort werden. Dabei war es mir nochmals wichtig, zu betonen, dass es um ein <em>kann<\/em> geht: Denn neben all den Gestaltungsabsichten sollten wir\u00c2\u00a0die Eigent\u00c3\u00a4tigkeit der Studierenden\u00c2\u00a0nicht aus dem Blick verlieren, um auch eigene R\u00c3\u00a4ume zu gestalten. Gerade diese ist f\u00c3\u00bcr Dozierende und &#8218;Gestaltende&#8216; schwierig, insbesondere, wenn sich Studierende evtl. anders verhalten, als man dies erwartet, sowohl auf dem Campus als auch &#8222;in&#8220; den Medien.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/IMG_8210.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-3504\" src=\"http:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/IMG_8210-300x225.jpg\" alt=\"img_8210\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/IMG_8210-300x225.jpg 300w, https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/IMG_8210-768x576.jpg 768w, https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/IMG_8210-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eine sch\u00c3\u00b6ne Anekdote dazu bot der Campus der Universit\u00c3\u00a4t Ulm: Zwar wurden hier Arbeitsm\u00c3\u00b6glichkeiten eingerichtet, verr\u00c3\u00bccken konnte man diese allerdings aufgrund der Sicherung nicht, was in einigen F\u00c3\u00a4llen dazu f\u00c3\u00bchrte, dass man St\u00c3\u00bchle nicht zur\u00c3\u00bcckschieben und damit faktisch an einigen Stellen kaum\u00c2\u00a0nutzen konnte, wie das Bild zeigt. Eine kreative Aneignung in Form von Gestalten und Verr\u00c3\u00bccken war nicht m\u00c3\u00b6glich. Sofort musste ich an die\u00c2\u00a0Vortr\u00c3\u00a4ge von Gudrun Bachmann im Projekt\u00c2\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unibas.ch\/de\/Universitaet\/Administration-Services\/Vizerektorat-Lehre-Entwicklung\/Bildungstechnologien\/Lernraeume.html\">Lernr\u00c3\u00a4ume<\/a> denken, in denen sie auch die Rolle der Administration in der Gestaltung der Lernr\u00c3\u00a4ume einging.<\/p>\n<p>Die anderen Beitr\u00c3\u00a4ge (<a href=\"https:\/\/www.uni-ulm.de\/misc\/zki-herbsttagung-und-dini-jahrestagung-2016\/tagung\/abstracts\/tag-4-dini-tagung\/\">Abstracts<\/a>)\u00c2\u00a0pr\u00c3\u00a4sentierten\u00c2\u00a0dann\u00c2\u00a0theoretische und empirische Perspektiven auf den Lernort Campus (<a href=\"http:\/\/oskarsson.de\/olaf-eigenbrodt\">Olaf\u00c2\u00a0Eigenbrot<\/a>), die Rolle digitaler Medien (<a href=\"http:\/\/www.komdim.de\/expertinnendetails\/?tx_p2komdim_pi6%5Bexpertuid%5D=503&amp;cHash=7f2f4f2b288d7f36e8505a2bd5a2ad82\">David Meinhard<\/a>) sowie die Rolle\u00c2\u00a0Virtueller\u00c2\u00a0Realit\u00c3\u00a4t in der Lehre (<a href=\"http:\/\/www.uni-weimar.de\/de\/medien\/professuren\/vr\/people\/alexander-kulik\/\">Alexander Kulik<\/a>). Gerade der letzte Vortrag machte aus meiner Perspektive deutlich, wo Potenziale von kollaborativem VR liegen, auch wenn ich mich mehr als einmal an das Holodeck erinnert f\u00c3\u00bchlte ;-).<\/p>\n<p>Nach Vortr\u00c3\u00a4gen schloss sich ein World-Caf\u00c3\u00a9 an, um das Thema der Lernr\u00c3\u00a4ume\u00c2\u00a0vertiefend und mit unterschiedlichen Perspektiven (Hochschulbibliotheken, E-Learning Centern, Dozierenden) zu diskutieren: Hier merkten wir schnell, dass sich zum einen die Raum-Themen durch die gesamte Hochschule ziehen und zum anderen nicht unabh\u00c3\u00a4ngig von Fragen wie Lehrentwicklung, Hochschuldidaktik oder \u00c2\u00a0Medienkompetenzen denkbar sind. Denn gerade letztes ist aus meiner Perspektive relevant f\u00c3\u00bcr die Gestaltung medialer Bildungsr\u00c3\u00a4ume. Ich bin sicher, das Thema wird mich die n\u00c3\u00a4chste Zeit weiter besch\u00c3\u00a4ftigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche war ich auf der gemeinsamen ZKI-Herbsttagung und 17. DINI-Jahrestagung zum Thema &#8222;Digitalisierung der Lehre&#8220; in Ulm eingeladen. Am Donnerstag standen dann inhaltlich &#8222;k\u00c3\u00bcnftige, virtuelle und reale Lernorte&#8220; im Fokus, denn:\u00c2\u00a0Neben all der Digitalisierung lernen wir immer noch in und an der Hochschule, virtuelle Universit\u00c3\u00a4ten und neue Lehr-Lernformen haben sich nicht fl\u00c3\u00a4chendeckend durchgesetzt. 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