{"id":372,"date":"2007-01-10T19:41:30","date_gmt":"2007-01-10T18:41:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandyschiefner.ch\/blog\/?p=522"},"modified":"2007-01-10T19:41:30","modified_gmt":"2007-01-10T18:41:30","slug":"schnipselwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/schnipselwelt\/","title":{"rendered":"Schnipselwelt"},"content":{"rendered":"<p>Die Schnipselsprache, die Stefan Weber in seinem Buch \u00c2\u00ab<a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/beat.doebe.li\/bibliothek\/b02956.html\">Das Google-Copy-Paste-Syndrom<\/a>\u00c2\u00bb sehr anschaulich schildert, trifft jetzt auf das Lesen: Auf den Seiten von <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/elch.blogs.com\/lernpfade\/2006\/12\/inferno_in_der_.html\">Lernpfade<\/a> bin ich auf eine Homepage aufmerksam geworden, die mit dem Slogan \u00c2\u00ab Too busy for books? Read them by e-mail.\u00c2\u00bb wirbt. Unter <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.dailylit.com\/\">http:\/\/www.dailylit.com\/<\/a> bekommt man ein Buch nach und nach in Teilen per E-Mail geliefert.<br \/>\nUnd wenn man es dann auch noch schnell lesen muss, kopiert man den Artikel einfach in die Box auf <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.spreeder.com\/\">Spreeder<\/a> und kann ihn dort schnell lesen. Zum kontinuierlichen Training kann man nach und nach die Geschwindigkeit erh\u00c3\u00b6hen.<br \/>\nDas t\u00c3\u00b6nt doch mal gut. Wirklich??<\/p>\n<p>Wie will man denn Zusammenh\u00c3\u00a4nge, Argumentationsstrukturen verfolgen, wenn man Literatur in Schnipseln vorgesetzt bekommt, die man nicht einmal selbst ausw\u00c3\u00a4hlen kann? Wie kann ich denn Argumentationszusammenh\u00c3\u00a4nge erschliessen, wenn der Text an mir visuell Wort f\u00c3\u00bcr Wort vorbeirauscht? Wie kann ich zur\u00c3\u00bcckbl\u00c3\u00a4ttern? Gewiss hat schnelles Lesen Vorteile, dient meines Erachtens nach aber nur dem ersten \u00c3\u0153berfliegen eines Textes. Als \u00c2\u00abLesen\u00c2\u00bb kann man es eher nicht bezeichnen, vielleicht eher als scannen.<\/p>\n<p>Ich stimme Stefan Weber zu, dass man wieder neue Seminare an Universit\u00c3\u00a4ten braucht. Es sollte folgende Inhalte haben:<\/p>\n<blockquote>\n<ul>\n<li>Die Nutzung von real-materiellen Archiven und Bibliotheken; Quellenpr\u00c3\u00a4zision<\/li>\n<li>Nicht so sehr das schnelle, auf Hypertext fokussierte \u00c3\u00bcberfliegende Lesen in Netzmedien, sondern das verlangsamte, konzentrierte, reflektierende und kritische Lesen von Printmedien (von B\u00c3\u00bcchern \u00c3\u00bcber Zeitschfitfen bis zu Zeitungen) und Netzmedien<\/li>\n<li>Das Exzerpieren (handschriftlich oder direkt in den PC getippt)<\/li>\n<li>Das kritische Be- und Hinterfragen eines gelesenen Textes und Entwickeln darauf aufbauender eigener Ideen<\/li>\n<li>Kreatives Schreiben (handschriftlich und am PC)<\/li>\n<li>Das Vortragen\/Referieren\/Pr\u00c3\u00a4sentieren ganz ohne Powerpoint und andere Medientechniken; klassische Rhetorik<\/li>\n<li>Rationale Argumentationsf\u00c3\u00bchrung bei Diskussionen und Kontroversen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p>Quelle: Weber, S. (2007). Das Google-Copy-Paste-Syndrom. Wie Netzplagiate Ausbildung und Wissen gef\u00c3\u00a4hrden. Hannover: Heise Verlag, S. 111-112.<\/p>\n<p>Ein Seminar wie oben beschrieben m\u00c3\u00bcsste man im Rahmen der Bologna-Reform an allen Hochschulen integrieren und f\u00c3\u00bcr alle Studierenden verpflichtend machen (meines Erachtens nach \u00c3\u00bcbrigens ebenso wie die Lekt\u00c3\u00bcre des gesamten Buches zu Beginn des Semesters).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schnipselsprache, die Stefan Weber in seinem Buch \u00c2\u00abDas Google-Copy-Paste-Syndrom\u00c2\u00bb sehr anschaulich schildert, trifft jetzt auf das Lesen: Auf den Seiten von Lernpfade bin ich auf eine Homepage aufmerksam geworden, die mit dem Slogan \u00c2\u00ab Too busy for books? Read them by e-mail.\u00c2\u00bb wirbt. 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