{"id":4298,"date":"2020-05-23T12:05:25","date_gmt":"2020-05-23T12:05:25","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=4298"},"modified":"2020-05-23T12:11:22","modified_gmt":"2020-05-23T12:11:22","slug":"aid-und-datengetriebene-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/aid-und-datengetriebene-schule\/","title":{"rendered":"Er\u00f6ffnung des Dialogs: All is data und die datengetriebene Schule"},"content":{"rendered":"<p>Vor zwei Wochen fand das Kick-Off Meeting unseres Projekts\u00a0<strong>All is data. Die (gem-)einsame Suche nach Erkenntnis in einer digitalisierten Datenwelt (Aid)<\/strong>\u00a0statt. In ungewohnter Form, n\u00e4mlich virtuell haben wir uns als Team zusammen Zeit genommen, um das Projekt weiter zu planen und erste Schritte zu gestalten. Ein erster Schritt ist sicherlich die Herausgabe einer Special Issue der Zeitschrift Medienp\u00e4dagogik, welche wir &#8211; <strong><a href=\"https:\/\/www.sandrahofhues.de\">Sandra Hofhues <\/a><\/strong>und <strong><a href=\"https:\/\/www.ifib.de\/Ueber-uns-Team.html?id=25\">Andreas Breiter<\/a><\/strong>\u00a0und ich &#8211; kuratieren m\u00f6chten. Daher rufen wir &#8211; nicht nur hier &#8211; zu Beitr\u00e4gen auf. Im Call formulieren wir u.a. mit Blick auf die zunehmende Optimierung des Lehrens und Lernens durch Daten, Zahlen und j\u00fcngst Algorithmen:<\/p>\n<blockquote><p>Der Begriff der Datafizierung nimmt deswegen im Diskurs diese Zielperspektive auf. Er legt mit aller Kraft offen, was unter den sichtbaren Tendenzen in der Bildung, insbesondere aber im Kontext Schule unter Daten verstanden wird: So ist mit der Digitalisierung dort einerseits ein verdichteter, hochkomplexer Prozess der Kommunikation und Interdependenzbew\u00e4ltigung von Menschen in ihren Handlungskontexten festzustellen. Das Soziale selbst wird darin zur Objektivation kommunikativen Handelns (Knoblauch 2017) und stellt sich in hohem Masse datenbasiert und\/oder -gesteuert dar. Andererseits entstehen durchaus neue datenbasierte Praktiken, die sich in Schulen im Speziellen und in Bildungsorganisationen im Allgemeinen analysieren, beschreiben, beobachten und reflektieren lassen. Dar\u00fcber hinaus werden Daten als Referenzpunkte f\u00fcr individuelle oder gemeinsame, f\u00fcr implizite oder explizite Entscheidungen immer h\u00e4ufiger automatisch erzeugt, sodass das Soziale auf einzelne Datenpunkte, Zahlen- respektive Schwellenwerte und\/oder Indizes zugespitzt wird. Prietl und Houben (2018) sprechen aufgrund dieser offensichtlichen Reduktion von Komplexit\u00e4t gar von einer Datengesellschaft.<\/p>\n<p>Aus medienp\u00e4dagogischer Sicht werden mit Daten, Zahlen und Algorithmen diverse Forschungsperspektiven aufgeworfen sowie Gestaltungsfragen insbesondere an den Kontext Schule gestellt. Sie siedeln sich an in den Bildungsorganisationen selbst, indem beispielsweise nach den konkreten Angebotsstrukturen und Massnahmen im Umgang mit der Datengesellschaft in der Schule gefragt wird. Sie werfen Fragen nach interdisziplin\u00e4rer Forschung und Entwicklung im Schulkontext auf, wenn erst das Zusammenspiel von (Medien-)P\u00e4dagogik und Informatik Forschungsfragen im Feld beantworten l\u00e4sst (u.a. Breiter und Jarke 2019). Es deuten sich zudem vielf\u00e4ltige Anl\u00e4sse f\u00fcr Kooperationen, aber auch f\u00fcr Abgrenzungen zwischen Politik, Verwaltung, Bildungsorganisationen und den Menschen sowie zwischen Datenproduktion und -konsum an (vgl. Hartong 2016). (Inter-)national l\u00e4sst sich an der wachsenden Bedeutung sozialer Vermessungspraktiken, Datafizierung und Algorithmen im Bildungssektor anschliessen (z.B. Boyd und Crawford 2012; Espeland und Stevens 2008; van Dijk 2014; Kitchin 2016; Selwyn 2016; Knox et al. 2019).<\/p>\n<p>Daten, so viel l\u00e4sst sich bis hierhin aus dem Diskurs festhalten, beschreiben nicht nur soziale Wirklichkeiten \u2013 sie erschaffen oder ver\u00e4ndern diese infolge ihrer blossen Verf\u00fcgbarkeit oder der Orientierung daran. So l\u00e4sst sich schon jetzt eine Verhaltenssteuerung durch Algorithmen beobachten (z.B. Manolev, Sullivan, und Slee 2019), die ebenfalls (nicht nur) medienp\u00e4dagogisch zu reflektieren ist. Software bzw. Dateninfrastrukturen sind entgegen naiver Annahmen nicht neutral \u2013 es werden soziale Relationen und Ungleichheiten darin technisch eingeschrieben (Dalton und Thatcher 2014; Fuller 2008; Kitchin und Lauriault 2014; Lachney, Babbitt und Eglash 2016, Hartong 2020).<\/p>\n<p>Mit dem vorliegenden Aufruf f\u00fcr Beitr\u00e4ge m\u00f6chten wir den genannten Fragen und Diskussionen Raum geben \u2013 sei es auf Ebene theoretischer Reflexionen oder konkreter Konzepte oder auf Ebene empirischer Untersuchungen&#8220;<\/p>\n<p>Mehr Informationen: <strong>https:\/\/www.medienpaed.com\/announcement\/view\/15\u00a0<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Wir freuen uns auf zahlreiche Einreichungen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor zwei Wochen fand das Kick-Off Meeting unseres Projekts\u00a0All is data. Die (gem-)einsame Suche nach Erkenntnis in einer digitalisierten Datenwelt (Aid)\u00a0statt. 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