{"id":445,"date":"2007-04-23T15:46:45","date_gmt":"2007-04-23T13:46:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandyschiefner.ch\/blog\/archives\/666"},"modified":"2007-04-23T15:46:45","modified_gmt":"2007-04-23T13:46:45","slug":"weblogs-in-der-lehre-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/weblogs-in-der-lehre-3\/","title":{"rendered":"Weblogs in der Lehre"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin in einer Publikation von Stefanie Panke auf folgenden Abschnitt gestossen, der mir zu denken gibt (und meine Argumentation vom E-Learning Roundtable s\u00c3\u00bctzt):<\/p>\n<blockquote><p><strong>Es besteht die Gefahr, dass Weblogs bei der Transplantation in formale Bildungskontexte den Reiz verlieren, der sie im informellen  Raum so popul\u00c3\u00a4r macht. Sobald die selbstgesteuerten  Aktivit\u00c3\u00a4ten in die Lehre integriert werden und sich um f\u00c3\u00bcr die Studierenden eher uninteressante Themen drehen, verliert die Kommunikation automatisch an Authentizit\u00c3\u00a4t und Engagement. <\/strong>Quelle: Panke, S. &amp; Oestermeier, U. (2006). Weblogs in der Lehre &#8211; Drei Fallbeispiele. T\u00c3\u00bcbingen: e-teaching.org., S.3<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich bin hier ein wenig zwiegespalten. Zum einen denke ich, dass es interessante M\u00c3\u00b6glichkeiten des Einsatzes von Blogs in der Lehre gibt. Auf der anderen Seite leuchtet mir das Argument der schlechten Transformierbarkeit in formale Bildungsprozesse auch ein. Vielleicht m\u00c3\u00bcssen Universit\u00c3\u00a4ten hier Umdenken, und eine gewisse Vielfalt an Tools und eine Selbstbestimmtheit der Lernenden bei der Nutzung in Kauf nehmen? Eine Ermunterung und Beratung hinsichtlich Tools zur F\u00c3\u00b6rderung des Lernens kann ja durch Universit\u00c3\u00a4ten geschehen. Aber Studierende k\u00c3\u00b6nnen selbst entscheiden, obn sie diese einsetzen, ob sie einen Wert f\u00c3\u00bcr sich darin sehen. Dies bedeutet meiner Meinung nach nicht, dass es ab nun keine Weblogs in der Lehre mehr gibt, sondern dass sie sinnvoll eingesetzt werden, so dass auch die  Studierenden den Einsatz nachvollziehen k\u00c3\u00b6nnen. Man kennt leere Diskussionsforen, oder solche, die nur aus den postings bestehen, die man abgeben muss, um ECTS Punkte zu erhalten. Ich denke, hier liegt das gleiche Problem vor: Der Sinn des Einsatzes eines Forums ist f\u00c3\u00bcr Studierende nicht erkennbar. Ist ein Forum allerdings eine wertvolle Bereicherung f\u00c3\u00bcr das Seminar, kommt es auch zu lebhaften Diskussionen (wie mir der Einblick in so manche Diskussionsforen an der UZH zeigt).<\/p>\n<p>Es geht also nicht so sehr darum, ob wir Weblogs auch in formellen Bildungsprozessen einsetzen, sondern wie sinnvoll und nachvollziehbar ein solcher Einsatz f\u00c3\u00bcr Studierende ist. Und das muss in einer genauen Analyse herausgefunden werden.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nDennoch gibt es viele Ideen, Weblogs in der Lehre zu integrieren. Ingrid Francisca Reichmayr und Margarete Reichmayr stellten diverse Einsatzm\u00c3\u00b6glichkeiten von Weblogs im Unterricht vor:<\/p>\n<blockquote><p>&#8211; die Verwendung als Notizbuch und Surftagebuch (Surfergebnisse werden schnell zwischendurch oder auch f\u00c3\u00bcr l\u00c3\u00a4nger ins Blog gestellt)<br \/>\n&#8211; das Sammeln von Ideen und interessanten Links<br \/>\n&#8211; das Nutzen als Diskussionsforum zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen<br \/>\n&#8211; das Dokumentieren von schulischen und unterrichtlichen Aktivit\u00c3\u00a4ten wie Schullandwochen, Ausfl\u00c3\u00bcgen, Projekten durch Text und Fotos.<br \/>\n&#8211; Die Pr\u00c3\u00a4sentation von Projektarbeiten<br \/>\n&#8211; Das Erstellen von Portfolios. Weblogs k\u00c3\u00b6nnen Lernentwicklungen und \u00e2\u20ac\u201cfortschritte<br \/>\n\u00c3\u00bcber ein Unterrichtsjahr oder l\u00c3\u00a4nger zeigen.<br \/>\n&#8211; Zum \u00e2\u20ac\u017eAbholen\u00e2\u20ac\u0153 von Arbeitsauftr\u00c3\u00a4gen und als Startportal: Die Lehrperson stellt Arbeitsauftr\u00c3\u00a4ge, z.B. f\u00c3\u00bcr \u00e2\u20ac\u017eWebquests\u00e2\u20ac\u0153 auf das Klassenblog, die Ergebnisse k\u00c3\u00b6nnen ebenfalls im Blog zusammengefasst werden. Das Blog kann so zur Plattform der Arbeitsergebnisse einer ganzen Klasse werden.<br \/>\n&#8211; Im Fremdsprachen-Unterricht. Blogs k\u00c3\u00b6nnen in der Zielsprache geschrieben werden, oder \u00c3\u00bcberhaupt in einer fremdsprachigen Community er\u00c3\u00b6ffnet werden, wo gezielt der fremdsprachliche Kontakt gesucht wird. Podcasts k\u00c3\u00b6nnen gleich in der Zielsprache erstellt werden.<br \/>\n&#8211; Im Kunstunterricht bzw. in Verbindung mit Informatik k\u00c3\u00b6nnen grafische und visuelle Blogdesigns entwickelt und ausprobiert werden, beispielsweise mit Hilfe von CSS.<br \/>\n&#8211; Im Deutschunterricht: Durch Schreiben von Geschichten, Gedichten, Berichten und Reportagen wird die sprachliche Ausdrucksf\u00c3\u00a4higkeit entwickelt. Parallel l\u00c3\u00a4uft eine therapeutische Funktion, weil Erfahrungen, Erlebtes und Gef\u00c3\u00bchle reflektiert werden.<br \/>\nDurch die Kommentar- und Feedbackfunktion, d.h. durch Reaktionen von anderen auf den Text kommt es zur Auseinandersetzung \u00c3\u00bcber Inhalt und Form. Gut eignen sich Blogs  f\u00c3\u00bcr Fotogeschichten oder als Videocasts f\u00c3\u00bcr das Erstellen von Filmen.  Freunde, Bekannte, Eltern oder Gro\u00c3\u0178eltern k\u00c3\u00b6nnen diese Texte online lesen und kommentieren, wenn sie dazu eingeladen werden. Die Schreibhaltung \u00c3\u00a4ndert sich, wenn man wei\u00c3\u0178: diesen Text liest nicht nur der Lehrer, sondern auch Mitsch\u00c3\u00bclerinnen und vielleicht noch eine Reihe anderer Leute.  Wo es um das Kennen lernen journalistischer Genres geht, k\u00c3\u00b6nnen Lehrer (oder dazu bestimmte Sch\u00c3\u00bcler) die Rolle von Chefredakteuren \u00c3\u00bcbernehmen, Entw\u00c3\u00bcrfe diskutieren und dann erst ver\u00c3\u00b6ffentlichen. Blogs k\u00c3\u00b6nnen so zu sehr aktuellen Klassen- oder Schulzeitungen werden.<br \/>\nDer Deutsch- und Philosophielehrer Norbert Tholen nennt als M\u00c3\u00b6glichkeiten der Nutzung unter anderem: \u00e2\u20ac\u017ezeitunabh\u00c3\u00a4ngiges Lernen f\u00c3\u00b6rdern\u00e2\u20ac\u0153 und stellt die Hausaufgaben ins Netz.<\/p>\n<p>Aber auch Probleme sollen hier erw\u00c3\u00a4hnt werden, die sich erst mit zunehmender Blogpraxis herausstellen. Im Lehrerfreund6 ist zu lesen:  \u00e2\u20ac\u017eNach anf\u00c3\u00a4nglicher Begeisterung f\u00c3\u00bcr das Bloggen sackt die Motivation der Sch\u00c3\u00bclerInnen gerne ab, wenn kein konsequentes didaktisches Konzept vorliegt, und das Blog verwandelt sich in einen Friedhof)\u00e2\u20ac\u0153 &#8230;\u00e2\u20ac\u0153Es wird eifrig gebloggt und kommentiert &#8211; Lerneffekt tritt aber kaum einer<br \/>\nein. Vor lauter Blogginghype bemerkt man es gar nicht\u00e2\u20ac\u0153. Verwiesen sei auch auf Steven Krauses Beitrag \u00e2\u20ac\u0153When Blogging Goes Bad: A Cautionary Tale About Blogs, Email Lists, Discussion and Interaction\u00e2\u20ac\u009d.<a href=\"http:\/\/www.mediamanual.at\/mediamanual\/workshop\/pdf\/medienkultur\/Weblogmanual.pdf\"> Quelle<\/a><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin in einer Publikation von Stefanie Panke auf folgenden Abschnitt gestossen, der mir zu denken gibt (und meine Argumentation vom E-Learning Roundtable s\u00c3\u00bctzt): Es besteht die Gefahr, dass Weblogs bei der Transplantation in formale Bildungskontexte den Reiz verlieren, der sie im informellen Raum so popul\u00c3\u00a4r macht. 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