{"id":454,"date":"2007-05-01T02:35:29","date_gmt":"2007-05-01T00:35:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandyschiefner.ch\/blog\/archives\/678"},"modified":"2007-05-01T02:35:29","modified_gmt":"2007-05-01T00:35:29","slug":"bildung-und-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/bildung-und-zeit\/","title":{"rendered":"Bildung und Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Im neuen <a href=\"http:\/\/www.donau-uni.ac.at\/de\/aktuell\/upgrade\/ausgabe200701\/index.php\">upgrade <\/a>der Universit\u00c3\u00a4t Krems lese ich gerade ein Interview mit Fritz Reheis zum Thema \u00c2\u00abZeit ist Leben\u00c2\u00bb.  Wie gehen wir in den Bildungsinstitutionen und im Lernen eigentlich mit der Zeit um, Stichwort FastFood-Bildung?<br \/>\nReheis sieht Bildung als Reifeprozess, f\u00c3\u00bcr den es Zeit ben\u00c3\u00b6tigt.<\/p>\n<blockquote><p>Bildung ist ein Gestaltungs-, ein Reifungsprozess. Dass Zeit im Hinblick auf Bildung fundamental ist, kennt jeder aus eigener Erfahrung. Wenn man unter Stress in fest vorgegebenen Zeitfenstern lernt, ist das wenig effektiv und bedient bestenfalls das Kurzzeitged\u00c3\u00a4chtnis. Wenn man Reifungsprozesse insgesamt beschleunigt, muss man damit rechnen, dass nachhaltige Sch\u00c3\u00a4den entstehen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich frage mich gerade, was dies f\u00c3\u00bcr die Studierenden heisst, die in Master- und Bachelorstudieng\u00c3\u00a4ngen studieren. Kommen sie denn noch in den \u00c2\u00abGenuss\u00c2\u00bb, sich in einer Sache zu bilden, oder steht die AUSBildung im Vordergrund? Und was unterscheidet dann ein Studium an einer Hochschule von Fachhochschulen und Ausbildungslehrg\u00c3\u00a4ngen?<\/p>\n<p><strong>Update: <\/strong>Oder um es mit den Worten von Konrad Paul Liessmann sehr pointiert auszudr\u00c3\u00bccken:<\/p>\n<blockquote><p>\u00c2\u00abVieles, was so unter dem Titel der Effizienzsteigerung zur Reform des Bildungswesens unternommen wird, gehorcht schlicht dem Prinzip der Industrialisierung. Die vielgegr\u00c3\u00bchmte Modularisierung von Studien etwa stellt die \u00c3\u0153bertragung des Prinzips funktional differentierter Fertigungshallen auf den Wissenserwerb dar, St\u00c3\u00bcck f\u00c3\u00bcr St\u00c3\u00bcck werden Kurse und Lerneinheiten zu den Abschl\u00c3\u00bcssen montiert. Auch die Einf\u00c3\u00bchrung der ECTS-Punkte (Leistungspunkte) etabliert eine Norm zur Bewertung von Studienleistung, die bis in das Berechnungssystem diversen Industrienormen entspricht. Und nicht zuletzt erweisen sich das vielger\u00c3\u00bchmte Teamwork und die allerorts forcierten Forschungs- und Projektgruppen als Einrichtung von Produktionsbrigaden, denen problemlos Ziele, Steigerungsraten und Verwertbarkeitsberechnungen vorgegeben werden k\u00c3\u00b6nnen und in denen nichts so sehr st\u00c3\u00b6rt wie individuelle Abweichungen\u00c2\u00bb (Liessmann, K.P. (2006) Theorie der Unbildung. Wien: Zsolnay Verlag, S. 41-42)<\/p><\/blockquote>\n<p>Gesteht man in der heutigen Gesellschaft, in der vor allem Schnelligkeit und Trends z\u00c3\u00a4hlen, denn noch Reflexion und Zeit zu? Oder boomen aus diesem Grund gerade Methoden zur Reflexion wie Lerntageb\u00c3\u00bccher und Blogs? Haben wir noch dIe Zeit, sich ausf\u00c3\u00bchrlicher mit einem Thema zu besch\u00c3\u00a4ftigen, ohne direkt an das n\u00c3\u00a4chste Meeting oder den Gewinn, den man mit der Idee schlagen k\u00c3\u00b6nnte, zu denken?<\/p>\n<p><strong>Update 07.05.2007<\/strong>: Auch die Zeitschrift duz Magazin widmet sich in ihrer neuesten Ausgabe dem Thema: Unter dem Titel \u00c2\u00abAvanti Simultanti!\u00c2\u00bb kann man lesen<\/p>\n<blockquote><p>Der Wissenschaftsarbeiter erobert das Terrain der Wissenschaftler. Die Figur des tiefsch\u00c3\u00bcrfenden, grenz\u00c3\u00bcberschreitenden, in h\u00c3\u00b6chstem Grade selbstmotivierten sch\u00c3\u00b6pferischen Denkers verblasst genausso wie das Ideal der Universit\u00c3\u00a4t als einem Ort &#8218;freier&#8216; Arbeit. Das Leitprinzip der Beschleunigung zieht \u00c3\u00bcber die digitalen Arbiets- und Denkwerkzeuge in die universit\u00c3\u00a4ren Institute ein [&#8230;]. (Quelle: Gei\u00c3\u0178ler, K.A.; Ortehy, F.M. (2007). Avanti Simultanti. In: duz Magazin, 04\/07, S. 22).<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im neuen upgrade der Universit\u00c3\u00a4t Krems lese ich gerade ein Interview mit Fritz Reheis zum Thema \u00c2\u00abZeit ist Leben\u00c2\u00bb. Wie gehen wir in den Bildungsinstitutionen und im Lernen eigentlich mit der Zeit um, Stichwort FastFood-Bildung? Reheis sieht Bildung als Reifeprozess, f\u00c3\u00bcr den es Zeit ben\u00c3\u00b6tigt. Bildung ist ein Gestaltungs-, ein Reifungsprozess. 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