{"id":477,"date":"2007-06-26T23:11:35","date_gmt":"2007-06-26T21:11:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandyschiefner.ch\/blog\/archives\/946"},"modified":"2007-06-26T23:11:35","modified_gmt":"2007-06-26T21:11:35","slug":"lernen-mit-podcasts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/lernen-mit-podcasts\/","title":{"rendered":"Lernen mit Podcasts"},"content":{"rendered":"<p>In meiner Magisterarbeit habe ich den Einsatz von H\u00c3\u00b6rb\u00c3\u00bcchern zum Lernen untersucht. Unter anderem folgende Vor- und Nachteile des auditiven Lernens konnte ich aus der Literatur eruieren:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Vorteile<\/strong><br \/>\n&#8211; Authentizit\u00c3\u00a4t und Lebensn\u00c3\u00a4he k\u00c3\u00b6nnen besser  als in schriftlicher Form ausgedr\u00c3\u00bcckt werden<br \/>\n&#8211; Emotionen sind besser und leichter  darstellbar (Grimm &amp; Engelkamp, 1981)<br \/>\n&#8211; Gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ere Ausdrucksm\u00c3\u00b6glichkeit durch die  menschliche Stimme<br \/>\n&#8211; Schaffung von pers\u00c3\u00b6nlicher N\u00c3\u00a4he (durch Wecken von Emotionen, Authentizit\u00c3\u00a4t, u.\u00c3\u00a4.); auch in Distance Learning Situationen anwendbar<br \/>\n&#8211; Vertraute Lernsituation Schule und Universit\u00c3\u00a4t (z.B. 74% sind Zuho\u00cc\u02c6rsituationen in einer durchschnittlichen Schulzeit von Klasse 1 bis 9, Imhof, 2003)<br \/>\n&#8211; Aufmerksamkeitslenkung<br \/>\n&#8211; Positive  Beeinflussung des Aktivierungsniveaus (Jones, 1983)<br \/>\n&#8211; Ein hohes Ma\u00c3\u0178 an Akzeptanz: Lesen wird  von den meisten Lernern als anstrengend empfunden (Dick, 2000).<br \/>\n&#8211; Vorteile f\u00c3\u00bcr benachteiligte Menschen (Blinde, Analphabeten)<br \/>\n&#8211; Zeit- und ortsunabh\u00c3\u00a4ngig nutzbar<\/p>\n<p><strong>Nachteile<\/strong><br \/>\n&#8211; Geschwindigkeit und Reihenfolge meist festgelegt<br \/>\n&#8211; Meist starke Erinnerungseinfl\u00c3\u00bcsse<br \/>\n&#8211; Kognitive \u00c3\u0153berlastung<br \/>\n&#8211; Erforderung von hoher Konzentration<\/p><\/blockquote>\n<p>Heute w\u00c3\u00bcrde ich auch vor dem Hintergrund des Podcasting noch einige Elemente anf\u00c3\u00bcgen:<\/p>\n<p>Nachteilig am Podcasting im Lehr-Lernkontext ist vor allem, dass das Aufgenommene schlecht durchsuchbar ist. Man kann nicht wie in einem Buch schnell mal ein oder zwei Abs\u00c3\u00a4tze \u00c3\u00bcberspringen oder sich in einem Podcast gar nur das Anh\u00c3\u00b6ren, was man m\u00c3\u00b6chte. Es gibt doch die M\u00c3\u00b6glichkeit der Kapitelbildung, m\u00c3\u00b6gen Skeptiker jetzt einwenden, aber dies gibt es leider nur bei der Videofunktion. In einem normalen mp3 ist ein gezieltes Navigieren nahezu unm\u00c3\u00b6glich.<\/p>\n<p>Weiterhin ben\u00c3\u00b6tigt man vor allem, wenn das Tondokument nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zum Lernen genutzt werden soll, immer etwas zum Schreiben zur Hand, damit Notizen machbar sind. Diese h\u00c3\u00a4lt man dann wieder in schriftlicher Form fest und wechselt so wieder das Medium.<\/p>\n<p>Ein drittes Element, weswegen Podcast meiner Meinung nach schlecht zur Vermitteln von Lehrtexten geeignet ist (wie es in der Vorlesungsaufzeichnung zum Teil gemacht wird), sondern nur zur Informationsaufnahme eingesetzt werden k\u00c3\u00b6nnen, besteht in der sog. <strong>\u00c2\u00abKompetenzillusion\u00c2\u00bb<\/strong> (Stark, 1999). Podcasts werden meisten nebenbei geh\u00c3\u00b6rt, beim Zugfahren, beim Absp\u00c3\u00bclen, bei der Hausarbeit. Hierbei besteht aber die Gefahr, dass der auditiv dargebotene Lernstoff nicht richtig elaboriert wird. Somit meint man, etwas gelernt zu haben, das am Ende jedoch nicht fest verankert wird. Das heisst, eigentlich reicht es nicht aus, einen Podcast zu produzieren, sondern auch das Studierendenverhalten w\u00c3\u00a4hrend der Rezeption des Pocasts beeinflusst die Informationsaufnahme und muss bei der Herstellung bedacht werden.<br \/>\nZum Lernen braucht man eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Lernstoff, und dies kann man nicht erreichen, wenn man im Tram oder Zug sitzt.<\/p>\n<p>Nicht, dass man mich falsch versteht: ich finde Podcasts eine prima Idee im Lehr-Lernkontext, allerdings muss man meines Erachtens nach aufpassen,<strong>wie<\/strong> man sie einsetzt. Ein gutes Beispiel ist der Einsatz von Podcasts von Prof. Stidwill an der Universit\u00c3\u00a4t Z\u00c3\u00bcrich. Er geht nicht wie so viele andere den Weg der Vorlesungsaufzeichnung, sondern produziert eine Zusammenfassung der wichtigsten Elemente seiner Vorlesung. Folien und Ton kommen so zusammen zum Studierenden und k\u00c3\u00b6nnen zur Wiederholung dienen. Dies hat ausserdem den Vorteil, dass der Podcast nicht zu lang wird, so dass die Studierenden mittendrin abrechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meiner Magisterarbeit habe ich den Einsatz von H\u00c3\u00b6rb\u00c3\u00bcchern zum Lernen untersucht. 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