{"id":4901,"date":"2025-11-28T07:55:12","date_gmt":"2025-11-28T07:55:12","guid":{"rendered":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=4901"},"modified":"2025-11-28T07:55:12","modified_gmt":"2025-11-28T07:55:12","slug":"zwei-tage-ki-und-die-fragen-dahinter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/zwei-tage-ki-und-die-fragen-dahinter\/","title":{"rendered":"Zwei Tage KI \u2013 und die Frage(n) dahinter"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">Die vergangene Woche stand f\u00fcr mich im Zeichen der Auseinandersetzungen mit K\u00fcnstlicher Intelligenz in der Hochschullehre \u2013 nicht als technischer Trend, sondern als p\u00e4dagogische Herausforderung und Chance. Zwei Veranstaltungen boten dabei unterschiedliche, aber eng miteinander verwobene Perspektiven: der <a href=\"https:\/\/www.hnd-bw.de\/veranstaltungen\/haigher-education-day\/\"><em data-start=\"565\" data-end=\"588\">hAIgher Education Day<\/em><\/a> am KIT Karlsruhe und die <a href=\"https:\/\/www.uni-bielefeld.de\/lehre\/biteach\/biteach2025\/\"><em data-start=\"614\" data-end=\"629\">BI.teach 2025<\/em> <\/a>rund um die Zukunft der Pr\u00fcfungen. Gemeinsam machten sie deutlich, wie KI unser Nachdenken \u00fcber Lernen, Pr\u00fcfen und Hochschulbildung irritiert.<\/p>\n<p>In Karlsruhe stand die Frage im Mittelpunkt, wie KI-Technologien unsere bisherigen Praktiken herausfordern. Die Diskussion um KI in der Breite zwingt uns, die Grenzen algorithmischer Erkenntnis auszuloten und sie mit menschlichen Denkformen in Beziehung zu setzen. Wo endet Mustererkennung, wo beginnt Verstehen? Wie ver\u00e4ndert sich auch Erkenntnis, wenn Mensch und KI zusammenarbeiten? Gerade diese Diskussionen er\u00f6ffnen neue Lerngelegenheiten, denn wir haben uns auch gefragt, welche normativen \u00dcberzeugungen in Modellen eingeschrieben sind und wie wir das sichtbar machen k\u00f6nnen. Eine wunderbare M\u00f6glichkeit des Erfahrens waren aus meiner Perspektive hier die adversarialen \u00dcbungen wie Red-Teaming und Role-Play, die <a href=\"https:\/\/www.uni-mannheim.de\/dws\/people\/professors\/prof-dr-philipp-kellmeyer\/\">Philipp Kellmeyer <\/a>vorgestellt hat. Ich f\u00fchlte mich erinnert an die <a href=\"https:\/\/budrich-journals.de\/index.php\/ew\/article\/view\/45983\">Publikation von Felicitas MacGilchrist<\/a> (2024), die universit\u00e4re Lehr-Lernr\u00e4ume als Orte des Experimentierens und Spekulierens, auch \u00fcber Grenzen und Verluste ins Spiel brachte.<\/p>\n<p data-start=\"2406\" data-end=\"2709\">Der zweite Impuls der Woche r\u00fcckte Pr\u00fcfungen in Zeiten generativer KI in den Fokus \u2013 oder pr\u00e4ziser: Lernen und Pr\u00fcfen als zusammenh\u00e4ngenden Prozess. Nicht die Frage \u201eWie verhindern wir KI in Pr\u00fcfungen?\u201c oder &#8222;M\u00fcssen wir die Hausarbeiten nun abschaffen&#8220; waren f\u00fcr mich leitend, sondern ich habe nochmals \u00fcber Pr\u00fcfungsillusionen und Kontrollreflexe gesprochen, denn ich meine, dass KI auch hier nochmals grunds\u00e4tzliche Fragen stellt, die keineswegs neu sind: &#8222;Warum eigentlich (was) pr\u00fcfen?&#8220; Dass das Fragen der Studiengangsentwicklung mindestens so notwendig macht wie Fragen \u00fcber die Rolle der Universit\u00e4t in der aktuellen Gesellschaft, war evident, macht die Herausforderung aber auch nicht kleiner. Denn neben der Reflexion der Funktionen von Pr\u00fcfungen geht es auch um die Frage, was m\u00fcssen wir eigentlich weiterhin auch ohne KI k\u00f6nnen m\u00fcssen bzw. wo es \u00a0in Zukunft nicht mehr ohne KI gehen wird. Und das betrifft f\u00fcr mich vor allem in universit\u00e4rer Lehre Forschungspraxis. Denn eine Ver\u00e4nderung von Forschung impliziert zwangsl\u00e4ufig die Ver\u00e4nderung von Lehre, doch das haben wir noch zu wenig im Blick. Zusammenfassend habe ich also gefragt:<\/p>\n<ul>\n<li data-start=\"2757\" data-end=\"2844\">Wann lernen Studierende eigentlich was? Und welche Rolle spielen dabei Pr\u00fcfungen?<\/li>\n<li data-start=\"2950\" data-end=\"3128\">Wie verbinden wir Studienleistungen und Pr\u00fcfungen so, dass sie ein gemeinsamer Lernprozess abbilden?<\/li>\n<li data-start=\"3131\" data-end=\"3271\">Welche Rolle spielt Forschung\u00a0 und wie tragen Pr\u00fcfungen dazu bei, Studierende in denkende, fragende, forschende Subjekte zu entwickeln?<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"4043\" data-end=\"4282\">Und wer schon l\u00e4nger in der Hochschuldidaktik unterwegs ist, g\u00e4hnt ggf. an dieser Stelle, denn das sind keine neuen Fragen. Dass wir diese aber immer noch stellen k\u00f6nnen, zeigt f\u00fcr mich, dass wir uns oftmals noch nicht in der Tiefe damit auseinandergesetzt haben.<\/p>\n<p data-start=\"4043\" data-end=\"4282\">Beide Veranstaltungen machten deutlich, dass KI wie ein Brennglas wirkt, indem es uns dazu zwingt, nochmals genauer hinzuschauen und nachzudenken. Entscheidend ist: Wie gestalten wir die R\u00e4ume, in denen Studierende lernen, denken, zweifeln und experimentieren k\u00f6nnen \u2013 mit und \u00fcber KI? Und wie f\u00f6rdern wir das Verstehen als Kernkompetenz im Umgang mit KI (Sesink, 2026)?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die vergangene Woche stand f\u00fcr mich im Zeichen der Auseinandersetzungen mit K\u00fcnstlicher Intelligenz in der Hochschullehre \u2013 nicht als technischer Trend, sondern als p\u00e4dagogische Herausforderung und Chance. 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