{"id":515,"date":"2007-08-23T22:27:44","date_gmt":"2007-08-23T20:27:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandyschiefner.ch\/blog\/archives\/1013"},"modified":"2007-08-23T22:27:44","modified_gmt":"2007-08-23T20:27:44","slug":"computer-machen-klug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/computer-machen-klug\/","title":{"rendered":"Computer machen klug"},"content":{"rendered":"<p>Abseits von den g\u00c3\u00a4ngigen Thesen zur Computernutzung, die Kinder dick dumm und gewaltt\u00c3\u00a4tig machen, geht David Pfeiffer in seinem Buch  \u00c2\u00ab<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Klick-moderne-Medien-kl%C3%BCger-machen\/dp\/3593381613\/ref=sr_1_1\/303-2772314-3697016?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1187901016&amp;sr=8-1\" target=\"_blank\"><span class=\"sans\">Klick. Wie moderne Medien uns kl\u00c3\u00bcger machen<\/span><\/a>\u00c2\u00bb einen anderen Weg und zeigt auf, wie Computer und Computerspiele den Menschen kl\u00c3\u00bcger machen. Das Buch schafft den Spagat zwischen Fachliteratur und Unterhaltung. Einige interessante Ausz\u00c3\u00bcge seien hier als Schmankerl genannt:<\/p>\n<blockquote><p>Dabei ist es l\u00c3\u00a4gnt kein Privileg mehr, sich mit all dem auszukennen. Schliesslich sind die Computerkids der ersten Generation nun auch schon vierzig Jahre alt. Auf diese Weise sickert das Spezialwissen von gestern in den allgemeinen Bildungskanon ein.<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese These ist wohl etwas zu hoch gegriffen, denn bis ein solches Wissen in einen Bildungskanon \u00c3\u00bcbernommen wird, dauert es wohl ein wenig. Aber dieses Zitat relativiert auch sehr gut den ganzen Hype um die Net Generation \ud83d\ude09<br \/>\nDoch wieso sollen Medien nun schlau machen?<\/p>\n<blockquote><p>Die positive Wirkung von Medien auf unseren Geist l\u00c3\u00a4sst sich auch an verschiedenen Stellen belegen. Der klarste Beleg ist sicherlich der sogenannte Flynn-Effekt. Der neuseel\u00c3\u00a4ndische Politikwissenschaftler James Flynn hat entdeckt, dass der IQ bei den in der westlichen Welt \u00c3\u00bcblichen Intelligenz-Tests in den vergangenen Jahren gestiegen ist, ohne dass es lange Zeit bemerkt wurde.<br \/>\nJames Flynn stellte fest, dass die IQ-Tests \u00c3\u00bcber die Jahre seit den F\u00c3\u00bcnfzigern immer wieder versch\u00c3\u00a4rft wurden. Damit die breite Masse der Bev\u00c3\u00b6lkerung immer noch bei einem IQ von 100 landete, wurden die Tests nachjustiert \u00e2\u20ac\u201c nach oben. Sie wurden schwerer und schwerer.<br \/>\nWenn man nun zur\u00c3\u00bcck rechnet stellt man fest, dass die Werte bei jedem Generationswechsel eigentlich um 10 Punkte angestiegen sind. Wer also heute bei einem IQ-Test 110 Punkte erreicht, h\u00c3\u00a4tte bei einem Test von vor 30 Jahren noch einen Wert von 120 erzielt. Auff\u00c3\u00a4llig ist dabei, dass sich die sprachlichen und arithmetischen F\u00c3\u00a4higkeiten der Menschen eher langsam entwickeln, w\u00c3\u00a4hrend die abstrakten, visuell-r\u00c3\u00a4umlichen F\u00c3\u00a4higkeiten viel st\u00c3\u00a4rker zunehmen. James Flynn f\u00c3\u00bchrt das auf die gestiegene Nutzung von Fernsehen und Computern zur\u00c3\u00bcck, die in immer j\u00c3\u00bcngeren Jahren Einfluss auf die Entwicklung der Menschen nehmen und die sowohl die r\u00c3\u00a4umliche Vorstellung wie auch das Abstraktionsverm\u00c3\u00b6gen schulen.<br \/>\nMenschen wachsen mit ihren Herausforderungen. Vor hundert Jahren w\u00c3\u00a4ren die meisten schon \u00c3\u00bcberfordert gewesen zu telefonieren, w\u00c3\u00a4hrend der Fernseher l\u00c3\u00a4uft. Aber im gleichen Ma\u00c3\u0178, in dem sich unsere Umwelt entwickelt, schult sich unser Geist, um den Anforderungen Stand zu halten. Wir lernen heute viel fr\u00c3\u00bcher und intensiver, zu abstrahieren und Probleme zu erfassen und zu l\u00c3\u00b6sen. Wir m\u00c3\u00bcssen es lernen, weil die Welt uns sonst verschlossen bleibt. Selbst wenn wir selber kein Bewusstsein daf\u00c3\u00bcr haben, was wir alles k\u00c3\u00b6nnen, ist es deutlich mehr, als die Menschen vor 40 Jahren konnten. Die F\u00c3\u00a4higkeit, Muster zu erkennen und Analogien zu ziehen, wie sie in Intelligentests oft verlangt wird, ist gestiegen, ohne das wir es gemerkt h\u00c3\u00a4tten, weil die Bewertungen der Tests einfach immer h\u00c3\u00a4rter gemacht wurde. Was James Flynn also entdeckt hat, ist, dass der Teil der Welt, der sich intensiv mit modernen Medien auseinandersetzen muss, im Zeitraum der vergangenen 60 Jahre kl\u00c3\u00bcger geworden ist. Nicht im Vergleich zum Rest der Welt \u00e2\u20ac\u201c sondern im Vergleich zu sich selbst.<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch haben Untersuchungen ergeben, dass \u00c3\u201erzte, die fr\u00c3\u00bcher Computer gespielt haben, bessere labraskopische Eingriffe machten als \u00c3\u201erzte, die nicht Computer gespielt haben.<br \/>\nDoch dies soll als Anreiz reichen \ud83d\ude09<br \/>\nF\u00c3\u00bcr alle, denen das ganze Buch zu lang ist, gibt es eine Zusammenfassung des Buches zum H\u00c3\u00b6ren oder Lesen bei der SWR 2 Aula im Podcast \u00c2\u00ab<a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr2\/programm\/sendungen\/wissen\/-\/id=660374\/nid=660374\/did=2162468\/h7uhop\/index.html\">Fernsehen macht klug &#8211; Pl\u00c3\u00a4doyer f\u00c3\u00bcr einen ungezwungenen Medienkonsum<\/a>\u00c2\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abseits von den g\u00c3\u00a4ngigen Thesen zur Computernutzung, die Kinder dick dumm und gewaltt\u00c3\u00a4tig machen, geht David Pfeiffer in seinem Buch \u00c2\u00abKlick. 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