{"id":653,"date":"2008-05-22T23:14:37","date_gmt":"2008-05-22T21:14:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandyschiefner.ch\/blog\/archives\/1213"},"modified":"2008-05-22T23:14:37","modified_gmt":"2008-05-22T21:14:37","slug":"lehrer-und-das-internet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/lehrer-und-das-internet\/","title":{"rendered":"Lehrer und das Internet"},"content":{"rendered":"<p>Soeben bin ich auf die Publikation \u00c2\u00ab<a href=\"http:\/\/www.dlr.de\/pt\/PortalData\/45\/Resources\/dokumente\/nmb\/MMB_Veroeffentlichung_Lehrer_Online_20080505_final.pdf\">Digitale Schule \u00e2\u20ac\u201c  wie Lehrer Angebote im Internet nutzen<\/a>\u00c2\u00bb vom MMB-Institut f\u00c3\u00bcr Medien- und Kompetenzforschung im Auftrag des BMBF gestossen.<\/p>\n<blockquote><p>Die Untersuchung hat das Ziel, eine Momentaufnahme der Nutzung von computerunterst\u00c3\u00bctzten Lernmedien durch Lehrerinnen und Lehrer an Schulen zu erstellen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Nutzung von Portalen f\u00c3\u00bcr Lehrer.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Ergebnisse dieses Berichtes kann man folgendermassen zusammenfassen (Ausz\u00c3\u00bcge, fett von mir):<\/p>\n<blockquote><p> 1. Allgemeinbildende und berufsbildende Schulen bieten ein gro\u00c3\u0178es Potenzial f\u00c3\u00bcr die Nutzung von Online-Medien, das noch lange nicht ausgesch\u00c3\u00b6pft wird. Die erforderliche Ausstattung ist sowohl bei Lehrern als auch bei Sch\u00c3\u00bclern gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178tenteils vorhanden, aber die <strong>Nutzung k\u00c3\u00b6nnte deutlich h\u00c3\u00b6her sein<\/strong>.<br \/>\n2. Die Nutzung von Online-Angeboten f\u00c3\u00bcr Lehrer zur Unterrichtsvorbereitung ist f\u00c3\u00bcr die meisten Lehrerinnen und Lehrer eine Selbstverst\u00c3\u00a4ndlichkeit geworden. <strong>Die Nutzung von Online-Angeboten im Unterricht ist hingegen eher die Ausnahme<\/strong>.<br \/>\n3. Es existiert ein gro\u00c3\u0178es und umfangreiches Online-Angebot f\u00c3\u00bcr Lehrer. Die vorliegende Untersuchung ermittelt 36 schulspezifische Websites, die von Lehrern h\u00c3\u00a4ufig genutzt werden. Hinzu kommen Angebote, die sich auch an andere Zielgruppen wenden.<br \/>\n4. Es kristallisieren sich vier Angebots-\u00e2\u20ac\u017eTypen\u00e2\u20ac\u0153 heraus: 1. Kostenlose Informationsangebote mit Verweisen auf Inhalte anderer Anbieter; 2. Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien speziell f\u00c3\u00bcr Lehrer (z.T. kostenlos); 3. Spezialangebote f\u00c3\u00bcr bestimmte Lehrer-Zielgruppen oder Themen; 4. Arbeitsumgebungen f\u00c3\u00bcr die Zusammenarbeit von Lehrern, Sch\u00c3\u00bclern und anderen schulnahen Akteuren.<br \/>\n5. Bei den Angeboten und Funktionalit\u00c3\u00a4ten legen Lehrer vor allem Wert auf Datenbanken mit Lerninhalten sowie auf Links und aktuelle Informationen f\u00c3\u00bcr Lehrer. Geringer ist die Pr\u00c3\u00a4ferenz f\u00c3\u00bcr virtuelle Arbeitsumgebungen.<br \/>\n6. Hauptaufgabe einer Portalredaktion ist nach Ansicht der Lehrer die Erstellung von Contents im eigenen Hause. Experten (Schuldirektoren und Vertreter der L\u00c3\u00a4nder) bef\u00c3\u00bcrworten hingegen den Aufbau eines Netzwerks von Lehrern, die die Inhalte f\u00c3\u00bcr das Portal erstellen.<br \/>\n7. Eine Erweiterung der Zielgruppen von Web-Angeboten f\u00c3\u00bcr Lehrer wird eher nicht gew\u00c3\u00bcnscht, wohl aber eine <strong>gezielte \u00c3\u2013ffnung f\u00c3\u00bcr Referendare und P\u00c3\u00a4dagogik-Studierende, also den Lehrer-Nachwuchs. <\/strong><br \/>\n8. Weitgehend akzeptiert werden von Lehrern \u00e2\u20ac\u017eklassische\u00e2\u20ac\u0153 Online-Angebote im Sinne des \u00e2\u20ac\u017eWeb 1.0\u00e2\u20ac\u0153, also von professionellen Autoren erstellte Texte und Grafiken, die keine weitere Bearbeitung mehr erm\u00c3\u00b6glichen oder ben\u00c3\u00b6tigen. <strong>Eine kleine Pioniergruppe von Lehrern und Experten begr\u00c3\u00bc\u00c3\u0178t die neuen Formen des \u00e2\u20ac\u017eWeb 2.0\u00e2\u20ac\u0153, <\/strong>in denen alle Nutzer an den Inhalten im Web mitarbeiten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich bin erstaunt, dass sich auch nach so vielen Jahren von Medieninitiativen an Schulen so wenig Ergebnisse zeigen. Klar nutzen Lehrende das Web f\u00c3\u00bcr die Unterrichtsvorbereitung, aber wieso gelingt ein didaktisch sinnvoller Einsatz im Klassenzimmer nicht? Versagt hier die Aus- oder Fortbildung, in der den Lehrenden diese Kompetenz nicht beigebracht wird? Oder gibt es schlicht weg &#8222;wichtigere&#8220; Dinge? Ein richtiger Ansatzpunkt ist es dabei schon, die Seiten auch f\u00c3\u00bcr den Nachwuchs zu \u00c3\u00b6ffnen, jedoch darf es nicht nur beim Zugang dazu bleiben. Schon fr\u00c3\u00bch muss in der Ausbildung auch diese Kompetenz integriert werden, denn Medien sind und bleiben ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft, mit denen die nachwachsenden Generationen kritisch umgehen m\u00c3\u00bcssen &#8211; und dies m\u00c3\u00bcssen sie lernen. Wenn nicht in der Schule, wo denn dann?<br \/>\nVor allem das Fazit k\u00c3\u00b6nnte ich unterschreiben:<\/p>\n<blockquote><p>Auch aus dem Alltag von Lehrerinnen und Lehrern sind Computer und Internet nicht mehr wegzudenken. Allerdings nutzen Lehrer das Internet \u00c3\u00bcberwiegend zur Unterrichtsvorbereitung. Im Unterricht selbst werden die Neuen Medien eher selten eingesetzt.<br \/>\nDie Ausweitung von Akzeptanz und Nutzung der neuen Medien ist allerdings kein Selbstl\u00c3\u00a4ufer. Deshalb sind noch erhebliche Anstrengungen notwendig, u.a. in der Lehrerfortbildung. Entscheidend f\u00c3\u00bcr die k\u00c3\u00bcnftige Nutzung von digitalen Medien in der Schule sind \u00c3\u00bcberzeugende Inhalte und Konzepte f\u00c3\u00bcr den schulischen Einsatz.<\/p><\/blockquote>\n<p>Es gibt in diesem Bereich (auch in Hinblick auf die Integration von Web 2.0 Technologien in die Lehrerbildung und dann den Schulalltag) auch nach Jahren immer noch viel zu tun.<\/p>\n<h4>Update 26. Mai 2008<\/h4>\n<p>Hierzu passt auch folgender <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2008\/21\/III-Bildung_-Schule\">Artikel<\/a> von Thomas Kerstan. Zitat:<\/p>\n<blockquote><p>Schulen sind eben, man mag es beklagen oder begr\u00c3\u00bc\u00c3\u0178en, ein verdammt tr\u00c3\u00a4ger Organismus. Das gilt erst recht f\u00c3\u00bcr Schulen in der Dritten Welt. Wenn etwa ein Arzt aus dem Jahr 1908 mittels einer Zeitmaschine in einem Operationssaal von heute landete, k\u00c3\u00a4me er sich vor wie ein Alien. Ein Lehrer aus dem Jahr 1908 hingegen, der heute einen Klassenraum betr\u00c3\u00a4te, k\u00c3\u00b6nnte problemlos den Unterricht fortsetzen.<\/p>\n<p>Trotz aller Skepsis wird das Internet die Schulen dennoch aufmischen. Dabei geht es \u00c3\u00a0 la longue nicht um die l\u00c3\u00a4ppische Frage, ob Computer in die Schule sollten oder nicht. Die Sch\u00c3\u00bcler (und ja: auch die Lehrer) werden bald in einer Technosph\u00c3\u00a4re leben, die die Schulpraxis automatisch ver\u00c3\u00a4ndert \u00e2\u20ac\u201c je h\u00c3\u00b6her die Schulklasse, je mehr die Sch\u00c3\u00bcler eigenst\u00c3\u00a4ndig lernen, desto st\u00c3\u00a4rker. Die selbstverst\u00c3\u00a4ndliche Kommunikation Jugendlicher \u00c3\u00bcber L\u00c3\u00a4ndergrenzen hinweg schafft f\u00c3\u00bcr F\u00c3\u00a4cher wie Erdkunde, Fremdsprachen oder Politik ganz neue M\u00c3\u00b6glichkeiten. Der einfache Zugriff vieler Sch\u00c3\u00bcler auf diverse Wissensquellen wird den Unterricht bereichern, ebenso die fantastischen M\u00c3\u00b6glichkeiten der Computersimulation. Das Lernen wird mit zunehmendem Alter individueller gestaltet. Das Lernen au\u00c3\u0178erhalb der Schule wird wichtiger. Damit werden die Lehrer st\u00c3\u00a4rker als jetzt Begleiter des Lernens ihrer Sch\u00c3\u00bcler. Sie m\u00c3\u00bcssen auf andere Art als heute einen Vorsprung vor den Sch\u00c3\u00bclern behalten: Das Vermitteln von Orientierungswissen wird wichtiger als das von Verf\u00c3\u00bcgungswissen.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Soeben bin ich auf die Publikation \u00c2\u00abDigitale Schule \u00e2\u20ac\u201c wie Lehrer Angebote im Internet nutzen\u00c2\u00bb vom MMB-Institut f\u00c3\u00bcr Medien- und Kompetenzforschung im Auftrag des BMBF gestossen. 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