{"id":658,"date":"2008-06-19T21:42:53","date_gmt":"2008-06-19T19:42:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandyschiefner.ch\/blog\/archives\/1226"},"modified":"2008-06-19T21:42:53","modified_gmt":"2008-06-19T19:42:53","slug":"powerpoint-denkgewohnheiten-unterrichtskultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/powerpoint-denkgewohnheiten-unterrichtskultur\/","title":{"rendered":"PowerPoint, Denkgewohnheiten, Unterrichtskultur"},"content":{"rendered":"<p>Catherine Adams hat in der Zeitschrift Erziehungswissenschaft einen Artikel \u00c3\u00bcber den Zusammenhang zwischen PowerPoint, Denkgewohnheiten, Unterrichtskultur ver\u00c3\u00b6ffentlicht. Dieser Artikel gibt zu denken: Dass Powerpoint des \u00c3\u2013fteren kritisiert wird, ist keine Neuigkeit. Auch ich habe in manchen Beitr\u00c3\u00a4gen darauf hingewiesen (siehe hier). Allerdings setzt man selbst auch immer wieder Powerpoint ein, und wenn man es nicht tut, sind Teilnehmende entt\u00c3\u00a4uscht, da es nicht ihren Erwartungshaltungen entspricht.<br \/>\nCatherine Adams f\u00c3\u00bchrt nochmals sch\u00c3\u00b6n die Kritik an Powerpoint zusammen: PowerPoint ist ein kommerzielles Tool, entwickelt f\u00c3\u00bcr Verkaufsgespr\u00c3\u00a4che. Dieses Tool eignet sich sehr schlecht zur Vermittlung von h\u00c3\u00b6herem analytischen Denken, es verk\u00c3\u00bcrzt Aussagen auf Spiegelstriche, sequenziert den Vortrag, l\u00c3\u00a4sst Lernende passiv, \u00c3\u00bcberfordert durch gleichzeitiges Lesen und Zuh\u00c3\u00b6ren, usw.<br \/>\nBesonders schwerwiegend ist es, dass sich auch Denkgewohnheiten damit ver\u00c3\u00a4ndern:<\/p>\n<blockquote><p>Im Laufe des Prozesses gew\u00c3\u00b6hnt sich ein Lehrer jedoch zunehmend daran, das Wissen anhand kurzer, markiger Stichworte zu organisieren, anstatt ganze S\u00c3\u00a4tze zu bilden. Indem man sich als LEhrender an PowerPoint gew\u00c3\u00b6hnt, beginnt man auch schon, in denjenigen Formaten zu denken, die dieses Instrument nahe legt (S. 13)<\/p><\/blockquote>\n<p>Doch nicht nur f\u00c3\u00bcr die Lehrenden hat dies Auswirkungen. Eine weitere Tragik besteht darin, dass PowerPoint Folien von vielen Lernenden zur Pr\u00c3\u00bcfungsvorbereitung genutzt werden. Dies bedingt (falls es unbedingt PowerPoint sein soll) eine sorgf\u00c3\u00a4ltige Aufbereitung der Folien durch die Lehrpersonen, und das Wissen, was PowerPoint jenseits vorgefertigter Layouts und Spiegelstriche noch kann. Dabei ist man meist froh, wenn einige Lehrerende die Basics hinbekommen. Es fehlt hier auch noch an Unterst\u00c3\u00bctzung f\u00c3\u00bcr Lehrende. Ein erster Schritt ist es, diesen Artikel als Reflexionshilfe Lehrenden zu empfehlen.<br \/>\nPowerPoint ist auch nur ein Medium. Von daher geht es in einem ersten Schritt darum, den Zusammenhang zwischen Methodik und Medien zu kl\u00c3\u00a4ren. Erst wenn man sich in dieser Grundfrage der Medienp\u00c3\u00a4dagogik klar ist, kann man Medien sinnvoll einsetzen, unabh\u00c3\u00a4ngig davon, welche dies sind. Und diese Fragen werden, so denk ich, bisher immer noch zu wenig thematisiert.<br \/>\nDenn wie Adams so sch\u00c3\u00b6n zitiert:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die Gefahr der Technologie liegt nicht in dieser oder jener Form ihrer Manifestation, sondern in der Durchdringungskraft udn der Konsistenz ihres Musters&#8220; (Borgmann 1984, 208, zitiert nach Adams, S. 28)<\/p><\/blockquote>\n<p>Hier w\u00c3\u00bcnsche ich mir manchmal (auch f\u00c3\u00bcr mich selber) ein wenig mehr Mut &#8211; einen Vortrag auch mal ohne PowerPoint zu gestalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Catherine Adams hat in der Zeitschrift Erziehungswissenschaft einen Artikel \u00c3\u00bcber den Zusammenhang zwischen PowerPoint, Denkgewohnheiten, Unterrichtskultur ver\u00c3\u00b6ffentlicht. Dieser Artikel gibt zu denken: Dass Powerpoint des \u00c3\u2013fteren kritisiert wird, ist keine Neuigkeit. Auch ich habe in manchen Beitr\u00c3\u00a4gen darauf hingewiesen (siehe hier). 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