{"id":680,"date":"2008-08-29T23:50:23","date_gmt":"2008-08-29T21:50:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandyschiefner.ch\/blog\/archives\/1257"},"modified":"2008-08-29T23:50:23","modified_gmt":"2008-08-29T21:50:23","slug":"net-generation-20-die-zweite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/net-generation-20-die-zweite\/","title":{"rendered":"Net Generation 2.0 &#8211; die zweite"},"content":{"rendered":"<p>Nun habe ich es endlich geschafft, den \u00c3\u00bcberarbeiteten Artikel von Rolf Schulmeister zu lesen und m\u00c3\u00b6chte einige Anmerkungen bzw. Gedanken mal hier <strike>zu Papier<\/strike> zum Bildschirm bringen.<\/p>\n<p>Was hat sich von Version 1 zu Version 2 inhaltlich ge\u00c3\u00a4ndert?\u00c2\u00a0Dazu Rolf Schulmeister im Vorwort:<\/p>\n<blockquote><p>Welche Erg\u00c3\u00a4nzungen habe ich vorgenommen? Es sind einige empirische Studien zus\u00c3\u00a4tzlich aufgenommen worden, darunter Studien, die speziell dem Web 2.0 oder der Klientel der Studierenden gewidmet sind, z.B. die empirischen Erhebungen an Studierenden in Graz und Z\u00c3\u00bcrich sowie an mehreren Universit\u00c3\u00a4ten in \u00c3\u2013sterreich. Vor allem habe ich die Studie von Treumann, Meister, Sander u.a. (2007) eingearbeitet, die kurz vor Ver\u00c3\u00b6ffentlichung der ersten Fassung des Papiers im Januar 2008 erschienen war. Ferner habe ich in allen Kapiteln versucht, die theoretischen Annahmen und Argumente pr\u00c3\u00a4ziser zu fassen, die sich auf die Generationsproblematik, die Nutzungsmotive (Uses &amp; Grati\u00ef\u00ac\u0081cation) und die Sozialisation beziehen, und durch Hinweise auf die Grundlagenliteratur zu verst\u00c3\u00a4rken.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich finde, dass der Beitrag (vor allem durch die dazugekommenen Kapitel) viel an Klarheit und Struktur gewonnen hat. W\u00c3\u00a4hrend mir die erste Version an manchen Stellen stark emotional gef\u00c3\u00a4rbt erschien, wirkt die zweite Fassung sachlicher und begr\u00c3\u00bcndeter. Vor allem das Hauptanliegen von Rolf Schulmeister &#8211; das Aufzeigen und &#8222;Einklagen&#8220; der Wichtigkeit von Diversit\u00c3\u00a4t im Lehr-Lernprozess\u00c2\u00a0 &#8211; gelingt treffender als in der ersten Version. Dies zum einen durch die Struktur und die dazugekommenen Kapitel, zum anderen aber durch die genauen methodischen \u00c3\u0153berlegungen, an denen Rolf Schulmeister den Lesenden teilhaben l\u00c3\u00a4sst ( z. B.\u00c2\u00a0 S. 27 oder S. 34\/35, wo er auch sprachanalytisch die &#8222;Argumente&#8220; pr\u00c3\u00bcft).<\/p>\n<p>Das wichtigste Kapitel f\u00c3\u00bcr mich ist <em>Lehren und Lernen = Media Literacy?<\/em>. Dort verkn\u00c3\u00bcpft er das Thema der Net Generation mit dem Thema E-Learning &#8211; vor allem im Hochschulbereich\u00c2\u00a0 &#8211; und setzt sich dort kritisch mit der oft gepriesenen Partizipation im Web 2.0 auseinander. Mehrere Studien weisen darauf hin, dass sich die Partizipation oft in Grenzen h\u00c3\u00a4lt (wie ich auch schon <a href=\"http:\/\/www.mandyschiefner.ch\/blog\/archives\/1252\" target=\"_blank\">hier<\/a> berichtet habe). Oft wird das Konzept der Net Generation ja als &#8222;Voraussetzung&#8220; zur Integration von Web 2.o gebraucht bzw. der Einsatz von Web 2.0 mit dem Vorhandensein der Net Generation gerechtfertigt. Dass diese Sichtweise zu kurz kommt, stellt Rolf Schulmeister umfassend dar, denn<\/p>\n<blockquote><p>Der Einsatz von Web 2.0-Methoden zum Lernen stellt enorme Vorbedingungen an die Selbstst\u00c3\u00a4ndigkeit der Lernenden, denn Web 2.0 beruht auf zwei nicht ganz selbstverst\u00c3\u00a4ndliches [sic!] S\u00c3\u00a4ulen des Lernens: der Bereitschaft zum kooperativen Lernen und dem Willen zum Feedback. Beide setzen Selbstorganisation voraus, das \u00c2\u00bbKernst\u00c3\u00bcck der Web 2.0-Bewegung\u00c2\u00ab (Reinmann 2008). Selbstorganisation kann aber nicht bei allen Lernenden vorausgesetzt werden, eher bei einer Minderheit von Lernenden, wie die vielen Studien und Zeugnisse zu dem hohen Anteil von Studierenden zeigen, die zur Prokrastination oder zum Lurking neigen. (Schulmeister, 2008, S. 111)<\/p><\/blockquote>\n<p>Hier besteht nach Schulmeister, und dem m\u00c3\u00b6chte ich mich anschliessen, noch erheblicher Forschungsbedarf, denn die Frage ist, wie und wo Web 2.0 gewinnbringend eingesetzt werden kann. Und da reicht es nicht, einfach ein Weblog einzurichten und zu meinen, dass die Studierenden durch das Bloggen und gegenseitige Kommentieren (falls letzteres \u00c3\u00bcberhaupt stattfinden sollte) jetzt vermehrt metakognitive F\u00c3\u00a4higkeiten erwerben. Es ist \u00c3\u00bcberhaupt fraglich, ob man Web 2.0 Tools in formalisierte Lernumgebungen integrieren kann, oder ob man dadurch nicht die eigentliche Idee dahinter korrumpiert (aber f\u00c3\u00bcr alle, die mich kennen, ist dies auch kein neuer Gedanke).<\/p>\n<p>Mein Fazit des Artikels: Eine Lekt\u00c3\u00bcre lohnt sich auf jeden Fall, und dies aus zweierlei Gr\u00c3\u00bcnden: Zum einen erf\u00c3\u00a4hrt man inhaltlich mehr \u00c3\u00bcber die (Nicht)Existenz der Net Generation, zum anderen lernt man aber auch methodisch einiges hinzu. Vor allem mit Studierenden w\u00c3\u00bcrde ich diesen Text auch unter diesen Gesichtspunkten lesen. Hier wird Wissenschaft nachvollziehbar.<\/p>\n<p>Mehr Diskussionen um dieses Thema werde ich dann sicherlich bei meinen Referaten im September in Luzern und Krems haben &#8211; ich freue mich auf den Austausch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun habe ich es endlich geschafft, den \u00c3\u00bcberarbeiteten Artikel von Rolf Schulmeister zu lesen und m\u00c3\u00b6chte einige Anmerkungen bzw. Gedanken mal hier zu Papier zum Bildschirm bringen. Was hat sich von Version 1 zu Version 2 inhaltlich ge\u00c3\u00a4ndert?\u00c2\u00a0Dazu Rolf Schulmeister im Vorwort: Welche Erg\u00c3\u00a4nzungen habe ich vorgenommen? 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