{"id":73,"date":"2006-03-06T09:00:17","date_gmt":"2006-03-06T07:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mandyschiefner.ch\/blog\/?p=185"},"modified":"2006-03-06T09:00:17","modified_gmt":"2006-03-06T07:00:17","slug":"didaktisches-mittel-provokation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/didaktisches-mittel-provokation\/","title":{"rendered":"Didaktisches Mittel: Provokation"},"content":{"rendered":"<p>Zitat: \u00e2\u20ac\u017eProvokation. Unter \u00e2\u20ac\u017eProvokation\u00e2\u20ac\u0153 verstehen M\u00c3\u00bcskens und M\u00c3\u00bcskens (2002), dass Lernende beabsichtigt (also nicht etwa zuf\u00c3\u00a4llig) mit Lehr-Lernmaterial im weitesten Sinne konfrontiert werden, das ihrer Einstellung zuwiderl\u00c3\u00a4uft, das daher auch irritiert und st\u00c3\u00b6rt. Provokation als methodisches Element in der Bildung gibt es schon seit den 1970er Jahren; neu ist der Gedanke, auch beim E-Learning \u00c3\u00bcber Aufgaben eine<br \/>\nprovokative Didaktik zu praktizieren. Der Grundgedanke besteht darin, dass St\u00c3\u00b6rungen unterschiedlicher Art besonders fruchtbar f\u00c3\u00bcr Lernprozesse sind: So ver\u00c3\u00a4ndern sich z.B. Einstellungen und Werten am ehesten, wenn eine \u00e2\u20ac\u017eLabilisierung\u00e2\u20ac\u0153 vorausgeht (M\u00c3\u00bcskens &amp; M\u00c3\u00bcskens, 2002). Auch ein (radikaler) Perspektivenwechsel kann Lernen in hohem Ma\u00c3\u0178e ansto\u00c3\u0178en (Siebert, 2001). Der kognitive Konflikt ist eine wichtige Bedingung daf\u00c3\u00bcr, dass Menschen neugierig werden, auf Erkundung gehen und sich weiterentwickeln. Als konkrete Methoden der provokativen Didaktik f\u00c3\u00bcr das E-Learning stellen M\u00c3\u00bcskens und M\u00c3\u00bcskens (2002) verschiedene Aufgabenformen vor: etwa zu streitbaren und \u00c3\u00bcberzogenen Statements Stellung zu nehmen, den Advo-catus diaboli zu spielen oder bewusst Rollen einzunehmen, die der eigenen Einstellung zuwider laufen. Auch hier kommt \u00e2\u20ac\u201c wie<br \/>\nbei Designaufgaben \u00e2\u20ac\u201c eine Form von Spielcharakter zum Ausdruck, wobei vor allem der bewusste Einsatz des \u00e2\u20ac\u017eAls-ob\u00e2\u20ac\u0153 (Symbolspiel) eine wichtige Funktion hat.\u00e2\u20ac\u0153<br \/>\nIn: Reinmann-Rothmeier, G. (2003). Die vergessenen Weggef\u00c3\u00a4hrten des Lernens: Herleitung eines Forschungsprogrammes zu Emotionen beim eLearning (Arbeitsbericht No. 1). Augsburg: Universit\u00c3\u00a4t Augsburg, Medienp\u00c3\u00a4dagogik.<br \/>\nLernen durch Provokationen: ist interessant, aber manch ein Dozent schl\u00c3\u00a4gt die H\u00c3\u00a4nde \u00c3\u00bcber dem Kopf zusammen, gem\u00c3\u00a4ss dem Motto, ich bin froh, dass Sie \u00c3\u00bcberhaupt etwas lernen.<br \/>\nIch habe die Erfahrung gemacht, dass Provokation vor<br \/>\nallem kritisches Denken braucht, und das ist oftmals nicht vorhanden. In der Schule wird kritisches Denken nur marginal vermittelt, an Universit\u00c3\u00a4ten meist nur im Rahmen von philosophischen Rhetorikseminaren, die meist nichts mit Alltagsproblemen zu tun haben. Kritisches Denken wird m.E. nach eine Basisqualifikation folgender Generationen sein, und mit einer z.T. auf Provokation ausgelegten Didaktik k\u00c3\u00b6nnte man schon sehr fr\u00c3\u00bch Ambiguit\u00c3\u00a4tstoleranz und somit auch den kritischen Austausch von Argumenten f\u00c3\u00b6rdern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zitat: \u00e2\u20ac\u017eProvokation. Unter \u00e2\u20ac\u017eProvokation\u00e2\u20ac\u0153 verstehen M\u00c3\u00bcskens und M\u00c3\u00bcskens (2002), dass Lernende beabsichtigt (also nicht etwa zuf\u00c3\u00a4llig) mit Lehr-Lernmaterial im weitesten Sinne konfrontiert werden, das ihrer Einstellung zuwiderl\u00c3\u00a4uft, das daher auch irritiert und st\u00c3\u00b6rt. 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