{"id":782,"date":"2009-03-04T11:34:21","date_gmt":"2009-03-04T10:34:21","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=782"},"modified":"2009-03-04T11:36:01","modified_gmt":"2009-03-04T10:36:01","slug":"realtime-illussion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/realtime-illussion\/","title":{"rendered":"Realtime-Illussion"},"content":{"rendered":"<p>Soeben bin ich auf meinem Desktop \u00c3\u00bcber folgenden Artikel gestolpert: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/harvard\/0,2828,581392,00.html\" target=\"_blank\">Die Realtime-Illusion<\/a> von Oliver Gassmann. Darin setzt sich der Autor kritisch mit der st\u00c3\u00a4ndigen Verf\u00c3\u00bcgbarkeit \u00c3\u00bcber iPhone und Blackberry auseinander und zeigt die Folgen f\u00c3\u00bcr Unternehmen auf:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Verf\u00c3\u00bcgbarkeitsfalle.<\/strong> Ein Unternehmen, bei dem ein Gro\u00c3\u0178teil des Managements der Realtime-Illusion verfallen ist, gleicht einem Hamsterrad, das sich immer schneller dreht. Die Mitarbeiter sind permanent verf\u00c3\u00bcgbar und haben zun\u00c3\u00a4chst den Eindruck, dass sie immer schneller arbeiten. In Wahrheit kommen sie kaum vorw\u00c3\u00a4rts.<\/p>\n<p><strong>Koordinationswut.<\/strong> Es wird deutlich mehr koordiniert als notwendig. Dies wird auch dadurch verursacht, dass Koordination durch Massen-E-Mail und Blackberry vermeintlich leicht geworden ist.<\/p>\n<p><strong>Schein-Parallelit\u00c3\u00a4t.<\/strong> Die Mitarbeiter haben den Eindruck, sie seien multitaskingf\u00c3\u00a4hig und w\u00c3\u00bcrden zunehmend Aufgaben gleichzeitig bearbeiten. Die moderne Hirnforschung hat uns aber gezeigt, dass unser Gehirn gar nicht zu echter Parallelverarbeitung in der Lage ist. Aufgaben werden sequenziell abgearbeitet. Dabei springt unser Gehirn in sehr kurzer Zeit zwischen den einzelnen Aufgaben hin und her, was uns den Eindruck von Parallelit\u00c3\u00a4t vermittelt.<\/p>\n<p><strong>Qualit\u00c3\u00a4tseinbruch.<\/strong> Mit zunehmender Beantwortungsgeschwindigkeit steigt die Kommunikationsfrequenz, doch die Informationsqualit\u00c3\u00a4t sinkt. Manche Blackberry-Korrespondenz erinnert eher an Chatforen von Teenagern als an professionellen Informationsaustausch.<\/p>\n<p><strong>Vollkasko-Mentalit\u00c3\u00a4t.<\/strong> Die unz\u00c3\u00a4hligen Kopien an alle m\u00c3\u00b6glichen Beteiligten via &#8222;cc&#8220; erfolgen unter dem Deckmantel der Wissensverbreitung. Dahinter stecken jedoch h\u00c3\u00a4ufig pers\u00c3\u00b6nliche Gr\u00c3\u00bcnde: Mitarbeiter m\u00c3\u00b6chten sich mit der Information aller involvierten Personen absichern.<\/p>\n<p><strong>Verdr\u00c3\u00a4ngung.<\/strong> Der fr\u00c3\u00bchere amerikanische Pr\u00c3\u00a4sident Eisenhower unterschied Dringendes und Wichtiges. Problematisch sind weder die nicht dringenden, unwichtigen Aufgaben (Papierkorb) noch die dringenden, wichtigen Aufgaben (sofort selbst erledigen). Problematisch sind wichtige, aber aufschiebbare Aufgaben. Deren Bearbeitung wird immer wieder neu geplant und von unwichtigen, aber dringenden Aktivit\u00c3\u00a4ten verdr\u00c3\u00a4ngt, die dank E-Mail, diktatorischem Eintrag in den Lotus-Notes-Kalender, Instant Messaging oder Blackberry st\u00c3\u00a4ndig Vorrang haben. So wird die F\u00c3\u00bchrungskraft zu ihrem eigenen besten Sachbearbeiter.<\/p>\n<p><strong>Kreativit\u00c3\u00a4tsloch.<\/strong> Ruhephasen sind eine wichtige Quelle f\u00c3\u00bcr Kreativit\u00c3\u00a4t. St\u00c3\u00a4ndige Empfangsbereitschaft zerst\u00c3\u00b6rt die Grundlagen f\u00c3\u00bcr kreatives Arbeiten. Verhaltensforscher haben k\u00c3\u00bcrzlich ein Experiment durchgef\u00c3\u00bchrt, bei dem drei Gruppen eine anspruchsvolle Aufgabe l\u00c3\u00b6sen mussten. Die erste Gruppe konnte sich voll auf die Aufgabe konzentrieren, die zweite bekam alle zwei Minuten eine Instant Message, die sie best\u00c3\u00a4tigen musste. Die dritte Gruppe konnte sich ebenfalls auf die Aufgabe konzentrieren, rauchte aber nebenher Joints. Das Resultat: Die &#8222;Kiffer&#8220;-Gruppe arbeitete produktiver als die zweite, die st\u00c3\u00a4ndig durch Messages gest\u00c3\u00b6rt wurde.<\/p>\n<p><strong>Substitution.<\/strong> Direkte Arbeit im Sinne des Probleml\u00c3\u00b6sens wird ersetzt durch Koordination. Probleme werden via E-Mail hin- und hergeschoben statt bew\u00c3\u00a4ltigt.<\/p>\n<p><strong>Demotivation.<\/strong> Auf pers\u00c3\u00b6nlicher Ebene entsteht ein empfundener Kontrollverlust \u00c3\u00bcber die Arbeit, der kurzfristig demotiviert und negativen Stress erzeugt.<\/p>\n<p><strong>Suchtsymptome.<\/strong> Langfristig f\u00c3\u00b6rdern Suchtsymptome Burn-outs. Die Gruppe der &#8222;Crackberrys&#8220; &#8211; S\u00c3\u00bcchtige mit panischer Angst, vom Netz abgeschnitten zu sein &#8211; wird st\u00c3\u00a4ndig gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178er. Inzwischen formieren sich erste Selbsthilfegruppen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sicherlich sind die ein oder anderen Folgen nicht f\u00c3\u00bcr alle zutreffend, dennoch finde ich es spannend, welche <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/harvard\/0,2828,581392-3,00.html\" target=\"_blank\">L\u00c3\u00b6sungsvorschl\u00c3\u00a4ge<\/a> er bietet. Vor allem den E-Mail-freien Freitag (analog zum Casual Friday) finde ich eine nette Idee \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Soeben bin ich auf meinem Desktop \u00c3\u00bcber folgenden Artikel gestolpert: Die Realtime-Illusion von Oliver Gassmann. Darin setzt sich der Autor kritisch mit der st\u00c3\u00a4ndigen Verf\u00c3\u00bcgbarkeit \u00c3\u00bcber iPhone und Blackberry auseinander und zeigt die Folgen f\u00c3\u00bcr Unternehmen auf: Verf\u00c3\u00bcgbarkeitsfalle. Ein Unternehmen, bei dem ein Gro\u00c3\u0178teil des Managements der Realtime-Illusion verfallen ist, gleicht einem Hamsterrad, das sich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,57],"tags":[64],"class_list":["post-782","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mandyschiefner","category-reflexion","tag-information-overload"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/782","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=782"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/782\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=782"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=782"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=782"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}