{"id":809,"date":"2009-04-21T11:34:26","date_gmt":"2009-04-21T09:34:26","guid":{"rendered":"http:\/\/2headz.ch\/blog\/?p=809"},"modified":"2009-04-21T21:26:06","modified_gmt":"2009-04-21T19:26:06","slug":"lernen-20-taz-podium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2headz.ch\/blog\/lernen-20-taz-podium\/","title":{"rendered":"Lernen 2.0 | taz Podium"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 0pt none; margin: 5px; float: left;\" src=\"http:\/\/www.taz.de\/typo3temp\/pics\/2f6f4bdd54.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>So, endlich komme ich dazu, etwas \u00c3\u00bcber das spannende Podium am Sonntag zu schreiben. Ich war von der taz eingeladen, anl\u00c3\u00a4sslich ihres 30. Geburtstages auf dem Podium zum Thema <a href=\"http:\/\/30jahre.taz.de\/programm\/events\/23.de.html\" target=\"_blank\">&#8222;Lernen 2.0&#8220;<\/a> mitzuwirken. Mit mir diskutierten Erika Wey-Falkenhagen, Olaf Kleinschmidt, Ulrich Klotz und das anwesende Publikum. Unter dem strengen Regiment von Christian F\u00c3\u00bcller \ud83d\ude09 wurden es spannende 90 Minuten, die wie im Flug vergingen und mal wieder viel zu kurz waren. Interessant war f\u00c3\u00bcr mich, dass das Thema Interactive Whiteboard ein grosses Thema an Schulen ist. Ich war ja durch das Verfolgen des <a href=\"http:\/\/www.blog.initiatived21.de\/\" target=\"_blank\">D21 Projekt Blogs<\/a> schon ein wenig eingestimmt, aber auch im Saal diskutierte man, inwiefern dieses Medium die Schule ver\u00c3\u00a4ndert oder nicht. These war, dass das Whiteboard nicht mehr wie die Tafel ein Instrument des Lehrenden sein sollte, sondern als Instrument den Sch\u00c3\u00bclern zur Verf\u00c3\u00bcgung gestellt werden sollte. So k\u00c3\u00b6nnen sie ihren (Gruppen)Arbeitsprozess dokumentieren, anderen bereitstellen oder auch per Mail f\u00c3\u00bcr Fragen und Ausk\u00c3\u00bcnfte bereitstehen. Hier scheint zumindest an den Schulen einiges in Diskussion geraten zu sein, auch wenn man sagen muss, dass das Whiteboard nun nicht mehr das neueste Medium ist. Aber es dauert wohl einige Zeit, bis solche Medien auch in der Schuldiskussion ankommen. Da haben es Blogs und Wikis schneller geschafft, meine ich. Dennoch wurde meiner Meinung nach zu Beginn sehr stark um die Medien diskutiert (auch musste ich mal wieder Stellung nehmen zum <a href=\"http:\/\/2headz.ch\/blog\/2009\/01\/sinn-und-unsinn-von-twitter\/\" target=\"_blank\">&#8222;Lernmedium Twitter&#8220;<\/a>), doch ich glaube, dass die Mediendiskussion nur die Br\u00c3\u00bccke war zu den dahinterliegenden Themen. Medien sind immer nur ein Mittler und Vehikel. Klar macht sich die Diskussion schnell an &#8222;neuen&#8220; digitalen Medien in der Schule fest, aber eigentlich ist es eine eher sekund\u00c3\u00a4re Diskussion, denn nicht das Medium sollte im Mittelpunkt stehen, sondern der Unterricht und dessen Ver\u00c3\u00a4nderung. Und: kein Lehrer muss nun Wikis und Blogs im Unterricht einsetzen, damit er ein &#8222;guter&#8220; Lehrer ist. Es geht meiner Meinung nach darum, mittels digitaler Technologien das Lernen an unseren Schulen zu \u00c3\u00bcberdenken.<\/p>\n<p>Nach und nach n\u00c3\u00a4herten wir uns diesen spannenden dahinterliegenden Themen auch: Von einer Ver\u00c3\u00a4nderung der Lehrendenrolle (von der Frau Wey-Falkenhagen interessante Episoden aus dem Campus Klarenthal berichtete) bis hin zur ver\u00c3\u00a4nderten Gesellschaft, wie Ulrich Klotz in einem Exkurs ausf\u00c3\u00bchrte: Warum brauchen wir eigentlich, ich m\u00c3\u00b6chte nicht sagen neues Lernen, aber ein ver\u00c3\u00a4ndertes Lernen? Warum hat das bisherige Schulmodell im Moment eklatante M\u00c3\u00a4ngel? Er f\u00c3\u00bchrte es auf die ver\u00c3\u00a4nderte (Arbeits)gesellschaft zur\u00c3\u00bcck. Menschen werden immer mehr zu Wissensarbeitern, und die F\u00c3\u00a4higkeit, die man in einer computerisierten Gesellschaft braucht, ist die, Unikate herzustellen. Jeder sollte etwas k\u00c3\u00b6nnen, was ihn oder sie spezialisiert. Er machte dies sehr anschaulich mit der Ver\u00c3\u00a4nderung fest, als der Buchdruck entstand: auch dort h\u00c3\u00a4tten im Mittelalter die M\u00c3\u00b6nche noch lange Zeit jedes gedruckte Buch Korrektur gelesen (mir viel da spontan <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=brAlzKHYFnA\">folgendes Video<\/a> ein). Was sich in der heutigen Gesellschaft \u00c3\u00a4ndere, seien die Hierarchien: pl\u00c3\u00b6tzlich gibt es kaum mehr welche, die sich wirklich am Wissen festmachen, denn selbst Sch\u00c3\u00bcler k\u00c3\u00b6nnten manche Sachen besser als die Lehrer (gerade in Bezug auf die Medien). Somit muss sich auch Schule \u00c3\u00a4ndern und die Jugendlichen zu kreativen, probleml\u00c3\u00b6sendenden, selbstbestimmten Menschen erziehen.<\/p>\n<p>Interessanterweise waren im Publikum einige Leute, die sich noch nicht sehr mit Web 2.0 auskannten. Vielleicht ist das Podium ein Mittel, um auch aus unserem &#8222;Web 2.0-Kreis&#8220; zu kommen. Denn sind wir ehrlich: die Schulen, die a) wie der Campus Klarenthal funktionieren oder b) digitale Medien einsetzen und so Schulkultur \u00c3\u00a4ndern, sind sehr selten. Die Diskussion mit dem Publikum war auf jeden Fall spannend: man hatte (wie immer) die Leute, die alles ablehnten und sich auf bisher bew\u00c3\u00a4hrtes festlegten und Leute, die vor allem die Gefahren (Stichwort: Plagiat, Auswendiglernen von Powerpoint-Folien, usw) im Auge hatten. Hier war Aufkl\u00c3\u00a4rung angesagt, denn vor allem gegen die letzten Argumente kann man vorbringen, dass sich nicht nur Autorit\u00c3\u00a4ten \u00c3\u00a4ndern, sondern sich auch das \u00c3\u201endert, was eigentlich gelernt werden soll: m\u00c3\u00b6chte ich Sch\u00c3\u00bclerinnen und Sch\u00c3\u00bcler, die vor allem auswendig lernen, oder m\u00c3\u00b6chte ich kritische selbstbestimmte B\u00c3\u00bcrger heranziehen? (und eine ketzerische Bemerkung sei erlaubt: ist letzteres eigentlich immer wirklich gew\u00c3\u00bcnscht?). HIer noch ein Hinweis auf weiterf\u00c3\u00bchrende Literatur von Gabi zu diesem Thema: <a href=\"Selbstorganisation im Netz \u00e2\u20ac\u201c Ansto\u00c3\u0178 zum Hinterfragen  impliziter Annahmen und Pr\u00c3\u00a4missen\" target=\"_blank\">Selbstorganisation im Netz \u00e2\u20ac\u201c Ansto\u00c3\u0178 zum Hinterfragen impliziter Annahmen und Pr\u00c3\u00a4missen<\/a>.<\/p>\n<p>F\u00c3\u00bcr einen wichtigen Punkt gab es am Schluss fast zu wenig Zeit zur Diskussion: Die Integration von Eltern in die Ver\u00c3\u00a4nderungskonzepte von Schulen. Eltern sollten vor allem in innovative Konzepte mehr Vertrauen haben. Dies erschien vor allem den anwesenden Lehrern als eine (neben vielen anderen) Punkten, warum meist Innovation nicht im Klassenzimmer geschieht. Wenn der Lehrende Angst davor hat, im Schulbuch 4 Seiten weiter zur\u00c3\u00bcck zu sein als die Parallelklasse und die Eltern mit Leistungsanforderungen ihm im Nacken sitzen, kann Innovation nur schwer gelingen. Aber das ist sicherlich auch keine Neuigkeit.<\/p>\n<p>Alles in allem war es f\u00c3\u00bcr mich sehr spannend, nicht nur auf dem Podium, sondern auch mit dem Publikum zu diskutieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, endlich komme ich dazu, etwas \u00c3\u00bcber das spannende Podium am Sonntag zu schreiben. Ich war von der taz eingeladen, anl\u00c3\u00a4sslich ihres 30. Geburtstages auf dem Podium zum Thema &#8222;Lernen 2.0&#8220; mitzuwirken. Mit mir diskutierten Erika Wey-Falkenhagen, Olaf Kleinschmidt, Ulrich Klotz und das anwesende Publikum. 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